Ganggeschwindigkeit als Indikator für kognitiven Abbau: Analyse motorischer und kognitiver Zusammenhänge

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die Forschung, vertreten durch den Psychologen Alexander Nigel William Taylor und den Sportwissenschaftler Marco Arcestein, positioniert die Gehgeschwindigkeit als ein leicht zugängliches Surrogat für den allgemeinen Gesundheitszustand. Diese Experten betonen, dass die Analyse der Gangart ein vielschichtiges Maß darstellt, welches die komplexe Wechselwirkung von motorischen Fähigkeiten, visueller Verarbeitung und der Integrität des Nervensystems widerspiegelt. Die Messung der Geschwindigkeit, definiert als zurückgelegte Strecke pro Zeiteinheit, wird üblicherweise in Metern pro Sekunde (m/s) angegeben.

Eine normale Gehgeschwindigkeit, die auf eine gute körperliche Verfassung hindeutet, liegt typischerweise im Bereich von 1,0 bis 1,4 Metern pro Sekunde, was etwa 5 Kilometern pro Stunde entspricht. Diese Geschwindigkeit korreliert direkt mit einer erhaltenen Muskelkraft und einer adäquaten Ausdauerleistungsfähigkeit des Individuums. Im Gegensatz dazu signalisiert eine signifikant verlangsamte Ganggeschwindigkeit, definiert als Werte unter 0,8 Meter pro Sekunde, einen beschleunigten Alterungsprozess und ist ein Indikator für verminderte Muskelkraft sowie ein erhöhtes langfristiges Risiko für chronische Erkrankungen und Mortalität. Forschungsergebnisse belegen, dass kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Diabetes bereits Mitte 50 die Wahrscheinlichkeit eines beschleunigten kognitiven Abbaus erhöhen können.

Gangabweichungen, wie reduzierte Schrittlänge oder Frequenz, können mit kognitivem Abbau assoziiert sein, was die Bedeutung dieser Messung unterstreicht. Die Ganganalyse ersetzt zwar keine vollständige neuropsychologische Untersuchung zur Diagnose des kognitiven Status, kann jedoch ein wertvolles unterstützendes Instrument sein. Zur tiefergehenden Bewertung der kognitiven Reserve empfehlen Fachleute die Anwendung eines sogenannten „Dual-Task“-Tests. Bei diesem Verfahren wird von der Person verlangt, eine mentale Aufgabe gleichzeitig zum Gehen auszuführen, beispielsweise das gleichzeitige Sprechen oder das Benennen von Tieren während des Schreitens.

Ein bemerkbarer Leistungsabfall während dieser Doppelbelastung kann auf eine Beeinträchtigung der exekutiven Funktionen und somit auf nachlassende kognitive Funktionen hinweisen. Eine Studie aus dem Jahr 1997 zeigte, dass Personen, die beim Antworten auf eine Frage stehen blieben, innerhalb von sechs Monaten ein erhöhtes Sturzrisiko aufwiesen. Solche Dual-Task-Defizite stellen eine Herausforderung für die kognitiven Reserven dar, die im Alter tendenziell abnehmen. Die kontinuierliche Beobachtung der individuellen Ganggeschwindigkeit bietet somit ein nicht-invasives Instrument zur Früherkennung altersbedingter Veränderungen, was potenziell zu zeitnahen Interventionen hinsichtlich der körperlichen Aktivität und der Lebensqualität führen kann. Longitudinalstudien bestätigen, dass Veränderungen im Gangmuster ein signifikanter Prädiktor für die Entwicklung von leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) oder Demenz bei älteren Erwachsenen sind.

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Quellen

  • championat.com

  • Zakon.kz

  • Здоровье Mail

  • Чемпионат

  • Osnmedia.ru

  • Наука Mail

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