Vierstufiger Prozess zur Umwandlung sozialer Vergleiche in Selbstverbesserung

Bearbeitet von: Olga Samsonova

In der Psychologie wird ein strukturierter vierstufiger Ansatz untersucht, der darauf abzielt, das Gefühl der Minderwertigkeit, das durch idealisierte Darstellungen in sozialen Medien entsteht, in eine treibende Kraft für die persönliche Weiterentwicklung zu transformieren. Dieser Mechanismus greift die natürliche menschliche Tendenz zur Selbsteinschätzung durch den sozialen Vergleich auf, ein Konzept, das maßgeblich vom Sozialpsychologen Leon Festinger in den 1950er Jahren etabliert wurde. Der soziale Vergleich dient der Informationsverarbeitung und kann sowohl der Steigerung des Selbstwertgefühls durch Abwärtsvergleiche als auch der Motivation durch Aufwärtsvergleiche dienen, wobei letztere bei zu großer Diskrepanz zu einem Gefühl der Unzulänglichkeit führen können.

Elena Shpagina, eine Kandidatin der psychologischen Wissenschaften, hat beobachtet, dass die Intensität dieser Vergleiche, insbesondere im Kontext von Beziehungsdarstellungen, häufig um den Valentinstag ihren Höhepunkt erreicht, da hier die gefilterte Idealvorstellung oft der Realität widerspricht. Studien belegen, dass ein häufiger Aufwärtsvergleich in sozialen Medien direkt mit einem geringeren Selbstwertgefühl und erhöhter Einsamkeit korreliert, wie eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 in Computers in Human Behavior darlegte. Die bewusste Anwendung eines strukturierten Prozesses kann helfen, diesen negativen Kreislauf zu durchbrechen und die dabei freigesetzte Energie konstruktiv zu kanalisieren.

Schritt 1: Den Prozess statt des Ergebnisses erkennen. Der erste Schritt erfordert die Einsicht, dass man die eigene innere Entwicklungsphase mit dem kuratierten Endergebnis einer anderen Person vergleicht, nicht jedoch mit deren tatsächlichem, komplexem Lebensweg. Diese Erkenntnis verlagert den Fokus von der unerreichbaren Fassade hin zur eigenen aktiven Gestaltung. Der soziale Vergleich ist ein fester Bestandteil der menschlichen Informationsverarbeitung, bei dem Informationen relativ zum Kontext bewertet werden.

Schritt 2: Digitale Exposition bewusst steuern. Um die ständige Konfrontation mit idealisierten Darstellungen zu minimieren, ist eine bewusste Reduzierung der Exposition gegenüber diesen Profilen ratsam. Anstelle des passiven Konsumierens von Inhalten sollte eine aktive, selbstzentrierte Beschäftigung treten. Eine bewusste Auszeit von digitalen Medien, ein sogenannter Digital Detox, kann Stresshormone wie Cortisol senken und die Schlafqualität verbessern, was die mentale Grundlage für Selbstreflexion schafft.

Schritt 3: Die Energie des Vergleichs neu ausrichten. Hierbei wird die durch Neid oder Unzufriedenheit freigesetzte Energie in eine gezielte Selbstbefragung umgewandelt: Was ist das eigentliche, zugrunde liegende Bedürfnis, das durch den Vergleich ausgelöst wurde, beispielsweise das Verlangen nach Anerkennung oder Verbundenheit? Die Identifizierung dieses Kernbedürfnisses ermöglicht es, ansetzbare Schritte zur Erfüllung in der eigenen Realität zu definieren, anstatt sich auf das oberflächliche Vergleichsobjekt zu fixieren.

Schritt 4: Dankbarkeit für das Alltägliche kultivieren. Der abschließende Schritt beinhaltet das bewusste Reflektieren von Momenten im eigenen Leben und in Beziehungen, die zwar authentischen persönlichen Wert besitzen, aber möglicherweise nicht die visuelle Attraktivität für soziale Medien aufweisen. Die Kultivierung der Dankbarkeit, die durch das tägliche Aufschreiben von drei positiven Dingen trainiert werden kann, steigert nachweislich das Wohlbefinden und reduziert negative Emotionen wie Neid. Diese Praxis trainiert das Gehirn, das Gute im Alltag wahrzunehmen, und wirkt als Anker in einer von Leistungsdruck geprägten Welt, wodurch die emotionale Resilienz gefördert wird.

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Quellen

  • Oxu.Az

  • Газета.Ru

  • Top.Mail.Ru

  • PsyJournals.ru

  • ВК Пресс» Краснодар

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