Körperliche Aktivität stärkt psychologische Resilienz durch Stressverarbeitungsmechanismen

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle psychologische Forschungsergebnisse belegen, dass physische Aktivität die psychische Gesundheit substanziell fördert, indem sie die Art und Weise verändert, wie Individuen mit Stressoren und aufdringlichen Gedanken umgehen. Diese wissenschaftlichen Erkenntnisse untermauern die These, dass die psychologischen Vorteile aus spezifischen Optimierungen der kognitiven und affektiven Verarbeitung resultieren, wodurch die kognitiv-affektive Widerstandsfähigkeit unter Belastung gestärkt wird. Die Reduktion psychiatrischer Symptome wird durch die Minderung des wahrgenommenen Stresses und die aktive Unterbrechung von sich wiederholenden negativen Gedankenschleifen, dem sogenannten Rumination, erreicht, wie Studien konsistent zeigen.

Ein zentraler Mechanismus, der diesen positiven Effekt erklärt, steht im Einklang mit der Stressimpfungshypothese: Regelmäßige körperliche Betätigung trainiert das körpereigene Stressreaktionssystem, sodass es weniger impulsiv auf Belastungen anspricht. Diese Anpassung des autonomen Nervensystems, das bei Stress normalerweise Flucht- oder Kampfreaktionen auslöst, wird durch die Aktivierung des Körpers beim Sport nachgeahmt und somit moduliert. Konkret konnte eine sechsmonatige Intervention, die sowohl aerobe Übungen als auch eine begleitende Verhaltensberatung umfasste, nachhaltige Verbesserungen der psychischen Gesundheit bei den Teilnehmern nachweisen. Diese positive Entwicklung war vollständig durch messbare Reduktionen des subjektiv empfundenen Stresses und der negativen Grübeleien erklärbar.

Darüber hinaus ergänzt körperliche Aktivität bestehende therapeutische Ansätze für psychische Erkrankungen, indem sie als ein potentes Instrument zur Selbstregulation dient. Sport kann, ergänzend zu Psychotherapie oder medikamentöser Behandlung, erfolgreich bei Depressionen und Angstzuständen eingesetzt werden, wobei er das allgemeine Wohlbefinden, das Selbstbewusstsein und die Selbstwirksamkeit steigert. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass bereits moderates Training über kurze Zeiträume hinweg die kognitive Leistungsfähigkeit fördert, was die Fähigkeit zur Faktenwiedergabe, exekutive Funktionen wie die Kontrolle von Handlungsroutinen und die kognitive Flexibilität verbessert.

Beispielsweise zeigte eine randomisierte Studie an der Columbia Universität, dass ein 6-monatiges aerobes Trainingsprogramm bei gesunden Probanden zwischen 20 und 67 Jahren die exekutiven Funktionen verbesserte, wobei der Effekt bei älteren Teilnehmern ausgeprägter war, was auf eine Kompensation altersbedingten Abbaus hindeuten könnte. Die langfristigen psychologischen Vorteile regelmäßiger Aktivität, definiert als mindestens eine Stunde pro Woche über mindestens drei Monate, umfassen eine positivere Körperwahrnehmung und ein gesteigertes Gefühl der Athletik und Attraktivität. Während der kurzfristige Wohlbefindenseffekt, das sogenannte „Feeling Better“-Phänomen, etwa vier Stunden anhalten kann, sind die strukturellen Anpassungen in der Stressverarbeitung für eine nachhaltigere psychische Stabilität verantwortlich. Die Gesundheitspsychologie kann hierbei unterstützend wirken, indem sie hilft, die notwendige Motivation aufzubauen und realistische Pläne zur Umsetzung der Bewegung in die Tat umzusetzen.

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Quellen

  • in.gr

  • ReachLink

  • Brainfx

  • PMC

  • Psychiatrist.com

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