Italienische Großmütter digitalisieren uralte Backkunst im „Antico Forno Santa Caterina“
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Zwei prominente italienische Matronen, Graziella Incampo und Teresa Caglia, haben sich zu viralen Phänomenen in den sozialen Medien entwickelt und ziehen ein globales Publikum in ihren Bann. Ihr Wirken konzentriert sich auf das traditionsreiche „Antico Forno Santa Caterina“ in Altamura, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1391 zurückreichen. Diese historische Bäckerei, die einst das Brot für die Bürger der Stadt buk, wurde kürzlich von jungen Unternehmern wiederbelebt, die das Erbe des Ortes neu beleben wollten.
Die Damen Incampo und Caglia fungieren als lebendige Botschafterinnen der kulinarischen Identität Apuliens, indem sie regionale Spezialitäten wie das meterlange Brot mit Stracciatella und die charakteristische Focaccia zubereiten. Ihr Online-Auftritt dient der aktiven Förderung des Erbes der lokalen Küche, insbesondere des Pane di Altamura, das den Status einer EU-geschützten geografischen Angabe (g.U.) besitzt. Diese Auszeichnung stellt sicher, dass nur Brot, das nach strengen Vorgaben in der Gemeinde Altamura hergestellt wird, diesen Namen tragen darf. Die Frauen vermitteln ihr tiefes Wissen durch Online-Kochkurse an eine stetig wachsende Anhängerschaft.
Das Pane di Altamura selbst ist ein Symbol apulischer Geschichte, das ursprünglich für Hirten und Bauern gedacht war. Dank seiner Zusammensetzung aus Hartweizenmehl und langer Haltbarkeit war es ideal für längere Aufenthalte auf den Feldern der Murge-Hochebene. Historisch wurde der Teig oft zu Hause zubereitet und dann in öffentlichen Öfen gebacken, da das Backen im eigenen Haus zeitweise durch Verordnungen aus dem 15. Jahrhundert untersagt war. Das authentische Rezept verlangt nach mindestens 80 % Hartweizenmehl der Sorten Appulo, Arcangelo, Duilio oder Simeto, und die Verwendung von Lievito Madre (Sauerteig) verleiht ihm seinen leicht säuerlichen, nussigen Geschmack.
Die Wiederbelebung des „Antico Forno Santa Caterina“, der seit 1391 existiert, ist ein Beispiel für die Verbindung von tief verwurzelter Tradition und moderner Reichweite. Die jungen Betreiber, darunter Giacomo Barattini, übernahmen den Betrieb im Juli 2023 mit dem Ziel, das Konzept des Nachbarschaftsofens neu zu erschaffen und einen Anlaufpunkt im Zentrum zu schaffen, der während der Covid-Periode erloschen war. Die Präsenz von Graziella, die mit ihren spontanen Bemerkungen zur Influencerin avancierte, hat dem historischen Ort eine starke soziale Dynamik verliehen.
Neben dem berühmten Brot werden auch andere lokale Köstlichkeiten angeboten. Besucher können an einer „Bread Experience“ teilnehmen, die auch einen Stopp bei einem historischen Käsereibetrieb einschließt, um die Herstellung von Burrata und Mozzarella zu beobachten, bevor sie lernen, wie man Orecchiette von Nonna Graziella und Nonna Teresa persönlich zubereiten lässt. Dieses Projekt unterstreicht die anhaltende Bedeutung des Brotes als „Geste der Liebe“, wie es Barattini beschreibt, und sichert die Weitergabe eines essenziellen Teils der süditalienischen Identität an eine globale Gemeinschaft. Die Kombination aus jahrhundertealter Handwerkskunst und zeitgenössischer digitaler Verbreitung positioniert das Antico Forno Santa Caterina als lebendiges Denkmal der kulinarischen Geschichte Italiens.
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Quellen
provereno.mk
Pugliosità
History – Antico Forno Santa Caterina 1306
History – Antico Forno Santa Caterina 1306
Antico forno Santa Caterina dal 1391 - Cammino Materano
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