Existenz des Afrikanischen Manatis im Kouilou-Fluss-System wissenschaftlich bestätigt
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Eine Naturschutzinitiative hat die Präsenz des Afrikanischen Manatis (Trichechus senegalensis) im Flusssystem des Kouilou in der Republik Kongo wissenschaftlich belegt. Diese Bestätigung ist von Bedeutung, da die Art in diesem spezifischen Flussabschnitt zuvor nicht dokumentiert war, was die Schutzbedürftigkeit dieses pflanzenfressenden Meeressäugers hervorhebt. Der Afrikanische Manati ist von der IUCN als gefährdet eingestuft und bewohnt ein breites Spektrum von Habitaten, von Küstengewässern bis zu weit ins Landesinnere reichenden Flüssen wie dem Niger, wo Sichtungen bis zu 3.620 Kilometer landeinwärts erfolgten.
Die Verifizierung erfolgte durch eine Kooperation zwischen der in Mallorca ansässigen Vereinigung Tursiops und dem Jane Goodall Institute, deren gemeinsames Engagement auch die Erweiterung des Tchinpounga-Naturschutzgebietes unterstützt. Die Forscher berichteten von direkten Sichtungen, darunter die Beobachtung eines Muttertieres mit seinem Kalb, was in dem stark getrübten Wasser des Flusses eine besondere Herausforderung darstellte. Um die Anwesenheit der Tiere nachzuweisen, setzte das Tursiops-Team hochentwickelte Hydrophone zur Sammlung bioakustischer Daten ein und schulte lokale Mitarbeiter intensiv. Die Art hält sich vorwiegend in flachen Gewässern bis maximal fünf Metern Tiefe auf, wo sie grast, obwohl auch der Verzehr von Fisch und Muscheln dokumentiert wurde.
Ergänzend zu den akustischen Daten bestätigten Studien aus dem Jahr 2025 die Anwesenheit der Tiere mittels Umwelt-DNA (eDNA) und Unterwasserkameras. Die eDNA-Analyse, bei der genetisches Material aus Wasserproben gewonnen wird, erweist sich als besonders wertvoll für schwer sichtbare Arten wie den Afrikanischen Manati. Die Installation von Unterwasserkameras stellte eine globale Neuheit dar; die Teams zeichneten über 150 Stunden Filmmaterial auf und dokumentierten mehr als zehn Manatis im natürlichen Habitat, was die erste weltweite Aufzeichnung von Trichechus senegalensis in seinem Ökosystem markiert. Die gewonnenen Daten bilden nun die Grundlage für detaillierte Verbreitungskarten.
Als Reaktion auf diese wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden konkrete Schutzmaßnahmen vorgeschlagen, insbesondere die Einrichtung von motorbootfreien Zonen zur Minimierung der Störung der Population. Diese Maßnahmen werden in Diskussionen mit der Verwaltung des Conkouati-Douli-Nationalparks, die seit 2023 von der CSO HELP Congo vorangetrieben werden, konkretisiert, um streng geschützte Zonen einzurichten. Die Bedrohungslage für den Afrikanischen Manati ist vielschichtig und umfasst Wilderei für Fleisch, Öl und Knochen, versehentlichen Fang in Fischernetzen sowie Habitatzerstörung durch Dammbauten, welche bereits zur genetischen Isolation von Populationen führten. Die beteiligten Organisationen zielen darauf ab, durch verbesserte Kenntnis der Verbreitung und durch Aufklärungsarbeit, einschließlich der Schulung von 300 bis 500 Kindern, eine Kultur des Artenschutzes zu etablieren.
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Quellen
Última Hora
O Antagonista
UICN
ResearchGate
SciSpace
Marilles Foundation
The Guardian
Deccan Chronicle
IFLScience
Chester Zoo
Malay Mail
Mongabay
Chester Zoo
SWNS
GOV.UK
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