Historische Wolfswanderung: Grauwölfin erreicht Los Angeles County nach über einem Jahrhundert
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Im Februar 2026 erreichte ein weiblicher Grauer Wolf das Gebiet von Los Angeles County, ein Ereignis, das die südlichste dokumentierte Reichweite eines solchen Tieres in der modernen Ära Kaliforniens darstellt. Die Wölfin mit der Kennung BEY03F legte eine Strecke von über 370 Meilen zurück, ausgehend von ihrem Geburtsrudel im Plumas County. Die dreijährige Wölfin, geboren 2023, trug seit Mai 2025 einen GPS-Sender, nachdem sie zeitweise mit dem Yowlumni-Rudel im Tulare County koexistiert hatte.
Axel Hunnicutt, Koordinator für Grauwölfe beim California Department of Fish and Wildlife (CDFW), bestätigte, dass das Tier am Samstagmorgen gegen 6 Uhr morgens die Berge nördlich von Santa Clarita erreichte. Zuvor hatte die Wölfin das Wüstenareal von Kern County durchquert. Ihre weitreichende Bewegung korreliert mit der typischen Dispersionsphase, was darauf hindeutet, dass BEY03F aktiv auf der Suche nach einem geeigneten Territorium und einem Paarungspartner ist. Die Tatsache, dass die Wölfin noch unterwegs ist, signalisiert laut Hunnicutt, dass sie weder Partner noch geeigneten Lebensraum gefunden hat.
Die Rückkehr der Wölfe in den Golden State begann offiziell im Jahr 2011, nachdem die Population durch Jagd bis 1924 lokal ausgerottet war. Aktuellen Schätzungen zufolge beläuft sich die Wolfspopulation im Bundesstaat mittlerweile auf mindestens 60 Individuen. Die dokumentierte Reise von BEY03F, die die gesamte Sierra Nevada durchquerte und mehrfach die State Route 59 nahe Tehachapi überquerte, unterstreicht die erfolgreiche, wenn auch fragile, Wiederansiedlung der Art, ermöglicht durch das Monitoring des CDFW und den Schutz des staatlichen Endangered Species Act, wie John Marchwick von California Wolf Watch anmerkte.
Ausgedehnte Wanderungen von Wölfen bergen erhebliche Gefahren, wobei staatliche Wildtierbeamte die Kollision mit Fahrzeugen als primäre Mortalitätsursache hervorheben. Studien in Europa belegen dies international: Das Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin fand bei der Analyse von tausend Wolfsautopsien heraus, dass Verkehrsunfälle die mit Abstand häufigste Todesursache darstellen. In Deutschland starben demnach seit dem Jahr 2000 von 1355 Totfunden 1017 Wölfe durch Verkehrseinwirkung. Die Dokumentation des Weges von BEY03F dient auch dem Zweck, Landwirten bei der Minderung von Konflikten zwischen Wölfen und Nutztieren zu helfen, indem der CDFW die letzten bekannten Standorte besenderter Wölfe auf einer Tracker-Karte bereitstellt.
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Quellen
Fox40 KTXL
Scienmag: Latest Science and Health News
CRC Press
Los Angeles Times
KHTS Radio
Yahoo News Canada
edhat
Hoodline
Newsroom
Dymocks
Newsroom
Frontiers in Climate
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