Chinas Schiffbauindustrie behauptet im 16. Jahr in Folge ihre globale Spitzenposition
Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich
Das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie der Volksrepublik China (MIIT) hat Anfang Februar 2026 aktuelle Daten vorgelegt, die die unangefochtene globale Vormachtstellung des Landes im Schiffbausektor für das abgeschlossene Jahr 2025 bestätigen. Mit diesem Bericht wird offiziell dokumentiert, dass China nunmehr im sechzehnten Jahr in Folge die Spitzenposition in dieser strategisch wichtigen Industrie einnimmt. Diese bemerkenswerte Kontinuität unterstreicht die Wirksamkeit und Stabilität der langfristig angelegten chinesischen Industriepolitik, die sich auch in einem volatilen weltwirtschaftlichen Umfeld als äußerst widerstandsfähig erwiesen hat.
Den offiziellen Statistiken zufolge erreichte das gesamte Produktionsvolumen der chinesischen Werften im Jahr 2025 einen Wert von 53,69 Millionen Tragfähigkeitstonnen (DWT). Dies entspricht einer Steigerung von 11,4 % gegenüber dem Vorjahr 2024 und sicherte der Volksrepublik einen beeindruckenden Anteil von 56,1 % an der weltweiten Gesamtproduktion. Ein entscheidender Indikator für die zukünftige Marktentwicklung ist der Auftragsbestand, der Ende Dezember 2025 bei 274,42 Millionen DWT lag. Mit einem Zuwachs von 31,5 % im Vergleich zum Vorjahr hält China damit 66,8 % des gesamten globalen Auftragsbestands, was einen historischen neuen Rekordwert für die Branche darstellt.
Auch im Bereich der im Jahr 2025 neu akquirierten Aufträge konnte China seine Dominanz weiter festigen. Mit Verträgen über insgesamt 107,82 Millionen DWT sicherte sich das Land einen Marktanteil von 69 %. Besonders hervorzuheben ist, dass chinesische Schiffbaubetriebe in sechzehn der achtzehn wichtigsten Schiffskategorien weltweit führend bei der Auftragsvergabe waren. Dieser Erfolg ist umso bemerkenswerter, da die China Association of the National Shipbuilding Industry (CANSI) für das erste Halbjahr 2025 zunächst einen Rückgang des Gesamtvolumens der Neuaufträge um 18,2 % im Vergleich zu 2024 verzeichnet hatte. Dieser zeitweilige Rückgang spiegelte eine allgemeine Vorsicht der globalen Investoren wider, die China jedoch erfolgreich überwinden konnte.
Über die rein quantitativen Kennzahlen hinaus legt der MIIT-Bericht ein besonderes Augenmerk auf die qualitative Transformation der Branche. Das Ministerium konstatierte, dass China bei der Entwicklung und Produktion von „grünen“ und intelligenten Schiffen mittlerweile ein echtes Weltklasse-Niveau erreicht hat. Dieser strategische Wandel hin zu technologisch anspruchsvollen und ökologisch nachhaltigen Lösungen steht im Einklang mit globalen Branchenentwicklungen. Auch internationale Wettbewerber wie Hyundai Heavy Industries (HHI) konzentrieren sich verstärkt auf energieeffiziente Technologien, doch China behauptet sich hier mit Nachdruck. Aktuell rangieren sechs der führenden chinesischen Schiffsbaugruppen stabil unter den zehn weltweit besten Unternehmen, gemessen an den drei zentralen Kennzahlen: Auslieferungen, Neuaufträge und Auftragsbestand.
In einem Kontext, in dem die weltweite Nachfrage Anzeichen einer Verlangsamung zeigte – so wurden Mitte 2025 laut Marktberichten rund 50 % weniger neue Schiffe auf Kiel gelegt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres –, erscheint die chinesische Dominanz als Ergebnis einer zielgerichteten und vorausschauenden Strategie. Die Ergebnisse des Jahres 2025 verdeutlichen somit einen entscheidenden Wendepunkt: Der chinesische Schiffbau beschränkt sich nicht mehr nur auf die Verteidigung seiner Marktanteile, sondern festigt seine Position zunehmend durch technologische Überlegenheit und Innovationskraft. Damit ist die Volksrepublik bestens aufgestellt, um auch künftig die Standards in der globalen maritimen Wirtschaft zu definieren.
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Quellen
Infomédiaire
www.gov.cn
China Daily
Xinhua News - YouTube
Global Times
CSIS
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