Stellantis integriert Leapmotor REx-Technologie für Europas Übergangsphase bis 2026
Bearbeitet von: Tetiana Pin
Der Automobilkonzern Stellantis forciert seine strategische technologische Partnerschaft mit dem chinesischen Hersteller Leapmotor, um die Reichweitenangst in Europa durch die Implementierung der Range-Extender Electric Vehicle (REx)-Technologie zu adressieren. Diese Kooperation sieht vor, dass die REx-Systeme von Leapmotor in die europäischen Marken des Konzerns, darunter Opel, Citroën, Peugeot, DS und Fiat, integriert werden. Dies wird als pragmatische Zwischenlösung betrachtet, bis die europäische Ladeinfrastruktur die vollständige Akzeptanz reiner Elektrofahrzeuge ermöglicht.
Tianshu Xin, CEO der internationalen Sparte von Leapmotor, bekräftigte die Rolle des REx-Systems als wichtige Übergangslösung für den europäischen Markt, wo die Akzeptanz von reinen Elektrofahrzeugen langsamer verläuft als erwartet. Die technologische Synergie nutzt einen kompakten Benzinmotor, der ausschließlich als bordeigener Generator zur Batterieladung während der Fahrt dient, was die Gesamtreichweite signifikant erhöht. Das mit dieser Technologie ausgestattete Leapmotor C10 Modell demonstriert eine deklarierte Gesamtreichweite von bis zu 950 Kilometern und offiziell gemessene CO2-Emissionen von lediglich 10 Gramm pro Kilometer, was die REx-Fahrzeuge als Brückentechnologie positioniert.
Parallel zur Technologieintegration konkretisiert sich die Fertigungskomponente der Allianz: Der Leapmotor B10 soll ab 2026 im spanischen Werk von Stellantis in Figueruelas, Zaragoza, produziert werden, wobei die anfängliche Jahresstückzahl auf 40.000 Einheiten festgelegt ist. Die Produktion des Fahrgestells für den B10 ist für Juli 2026 und der eigentliche Produktionsstart des Modells selbst für August 2026 am Standort Figueruelas angesetzt, wo das Fahrzeug neben etablierten Modellen wie dem Corsa und dem 208 gefertigt wird. Diese Lokalisierung innerhalb der EU könnte erhebliche logistische und zolltechnische Vorteile bieten.
Die Partnerschaft umfasst zudem eine potenzielle Plattform-Konvergenz, bei der zukünftige Leapmotor-Modelle auf den bestehenden Stellantis-Architekturen CMP und STLA basieren könnten, was eine tiefere industrielle Integration signalisiert. Ein wichtiger Aspekt ist die hohe vertikale Integration von Leapmotor, da das Unternehmen bekannt dafür ist, 65 Prozent seiner Komponenten intern zu entwickeln und zu fertigen, was Stellantis Synergien in der Lieferkette bieten kann. Die Zusammenarbeit wird durch Leapmotor International gesteuert, ein Joint Venture, an dem Stellantis eine Mehrheitsbeteiligung von 51 Prozent hält, was dem französischen Konzern eine führende Rolle bei der europäischen Expansion sichert.
Die Expansion von Leapmotor International in Europa wird durch Vertriebsziele untermauert, welche die Errichtung von 500 Verkaufs- und Servicepunkten bis Ende 2026 vorsehen. Diese Marktdurchdringung, unterstützt durch die globale Präsenz von Stellantis, zielt darauf ab, preislich wettbewerbsfähige und technologisch fortschrittliche Fahrzeuge anzubieten. Die strategische Ausrichtung, die mit der Investition von Stellantis von rund 1,5 Milliarden Euro für einen Anteil von 21 Prozent an Leapmotor im Oktober 2023 begann, manifestiert sich nun in konkreten Technologietransfers, die den europäischen Automarkt für 2026 prägen werden.
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Quellen
Carmaket.bg
32CARS.RU
electrive.com
Driven Car Guide
Stellantis Media
Bitauto UK
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