Waymo expandiert: Autonome Robotaxis erobern vier weitere US-Metropolen

Autor: Tatyana Hurynovich

Waymo, die spezialisierte Tochtergesellschaft des Technologiegiganten Alphabet, hat am 24. Februar 2026 einen bedeutenden Meilenstein in der Geschichte der autonomen Mobilität gesetzt. Mit dem gleichzeitigen Start seines fahrerlosen Robotaxi-Dienstes in vier weiteren US-Großstädten unterstreicht das Unternehmen seine führende Marktposition im Bereich des autonomen Fahrens. Die koordinierte Expansion umfasst die texanischen Metropolen Dallas, Houston und San Antonio sowie Orlando im Bundesstaat Florida. Durch diesen strategischen Schritt erhöht sich die Gesamtzahl der US-Städte, in denen Waymo-Fahrzeuge ohne menschliche Begleitung unterwegs sind, auf insgesamt zehn. Zu den bereits etablierten Märkten zählen Phoenix, die San Francisco Bay Area, Los Angeles, Atlanta und Austin.

Der Zugang zum Dienst in diesen neuen Regionen erfolgt zunächst über ein exklusives Einladungsverfahren innerhalb der Waymo-App. Diese bewährte Methode ermöglicht es dem Unternehmen, die anfängliche Nachfrage präzise zu steuern und eine gleichbleibend hohe Servicequalität sowie Systemstabilität sicherzustellen. Im weiteren Verlauf des Jahres 2026 ist geplant, das Angebot schrittweise für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Abdeckungsbereiche variieren dabei je nach Standort: Während in Orlando und San Antonio jeweils rund 60 Quadratmeilen bedient werden, umfasst das Einsatzgebiet in Dallas etwa 50 Quadratmeilen. In Houston konzentriert sich der Service zu Beginn auf ein Areal von 25 Quadratmeilen mit Fokus auf die zentralen Stadtteile.

Hinter dieser aggressiven Wachstumsstrategie steht eine solide finanzielle Basis und das Vertrauen der Investoren. Eine Finanzierungsrunde im Februar 2026 bewertete Waymo mit beeindruckenden 126 Milliarden US-Dollar, wobei die Muttergesellschaft Alphabet allein 13 Milliarden US-Dollar beisteuerte. Co-CEO Tekedra Mawakana bekräftigte das ehrgeizige Ziel, bis Ende 2026 mehr als eine Million Fahrten pro Woche abzuwickeln. Dies entspräche einer Steigerung von 150 Prozent gegenüber den 400.000 wöchentlich abgerechneten Fahrten, die Ende 2025 verzeichnet wurden. Um dieses enorme Volumen bewältigen zu können, plant Waymo, seine Flotte von rund 2.500 Einheiten Ende 2025 auf zirka 3.500 Robotaxis bis zum Jahresschluss 2026 aufzustocken.

Das technologische Rückgrat dieser Expansion bildet die sechste Generation des Waymo Driver-Systems. Diese neueste Iteration zeichnet sich durch eine deutlich gesteigerte Leistungsfähigkeit bei gleichzeitig reduzierten Hardwarekosten aus, was durch optimierte Komponenten erreicht wurde. Durch technologische Fortschritte konnte die Gesamtzahl der Sensoren im Vergleich zur fünften Generation um 42 Prozent gesenkt werden. Das System nutzt nun 13 Kameras (statt zuvor 29), vier Lidar-Sensoren (statt fünf) und sechs Radareinheiten. Ein zentrales Element ist der neu entwickelte 17-Megapixel-Imager, der die Skalierbarkeit verbessert und eine höhere Widerstandsfähigkeit gegenüber widrigen Wetterbedingungen, insbesondere im Winter, bietet. Diese technologische Reife basiert auf der Erfahrung aus fast 200 Millionen gefahrenen autonomen Meilen in über zehn US-Großstädten.

Bei der Marktintegration verfolgt Waymo unterschiedliche Ansätze je nach Region. Während der Dienst in Atlanta und Austin im Rahmen einer 2025 geschlossenen Partnerschaft exklusiv über die Uber-App verfügbar ist, erfolgt die Nutzung in den neuen Städten Dallas, Houston, San Antonio und Orlando ausschließlich über die hauseigene Waymo-App. Für das restliche Jahr 2026 stehen bereits weitere Expansionen auf der Agenda, darunter geplante Starts in Denver und Washington, D.C. Zudem plant das Unternehmen sein internationales Debüt in London und Tokio, mit dem Ziel, bis Ende des Jahres in mehr als 20 Städten weltweit präsent zu sein. Diese ambitionierten Pläne unterstreichen das Vertrauen in die Zuverlässigkeit des Systems, das von der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) offiziell als Level 4 der „hohen Automatisierung“ eingestuft wird.

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