Speicherchip-Engpass durch KI-Nachfrage hält an, treibt Aktienkurse und Preise

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Die Aktienkurse bedeutender globaler Speicherchiphersteller verzeichneten zu Beginn des Jahres 2026 einen signifikanten Anstieg. Dieser Aufschwung resultiert aus der Erwartung anhaltender Preissteigerungen, die durch einen globalen Angebotsengpass ausgelöst werden, welcher voraussichtlich über das Jahr 2026 hinaus andauern wird. Die Hauptursache liegt in der immensen Nachfrage nach Infrastruktur für Künstliche Intelligenz (KI), welche die Hersteller zur strategischen Umleitung ihrer Produktionskapazitäten zwingt. Am Montag, dem 5. Januar 2026, spiegelte sich dies in den Marktbewegungen wider: Aktien von SK Hynix schlossen in Südkorea mit einem Plus von nahezu 3%, Samsung verzeichnete einen Zuwachs von fast 7,5%, und Micron (MU) legte im vorbörslichen Handel über 3% zu. Auch kleinere Wettbewerber wie SanDisk, Western Digital, Applied Digital und Seagate Technology verzeichneten Zuwächse zwischen 2,5% und 4,5% vor Handelsbeginn.

Die strategische Neuausrichtung der Chiphersteller priorisiert die Fertigung von High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Server. Diese Fokussierung führt unweigerlich zu Versorgungsengpässen bei herkömmlichen Speichermodulen, die in Konsumgütern wie Smartphones, PCs und USB-Sticks verbaut werden. Der Co-CEO von Samsung, TM Roh, bezeichnete die Situation als beispiellos und bestätigte die Unvermeidbarkeit steigender Speicherchip-Preise für Konsumgüter. Diese Verschiebung hin zu margenstärkeren KI-Komponenten wie HBM und Server-DDR5 verknappt das Angebot für den Endverbraucherkonsum drastisch. Analysten von J.P. Morgan und Morgan Stanley charakterisieren die aktuelle Phase als einen "Superzyklus", der sich voraussichtlich bis über das Jahr 2027 hinaus erstrecken könnte.

Die Preisrallye hat bereits erhebliche Ausmaße angenommen. Die Spotpreise für DDR4 16Gb stiegen zwischen Ende 2024 und Dezember 2025 um rund 1.800%. Für das erste Quartal 2026 wird ein weiterer Anstieg der Vertragspreise für Speicherprodukte um 30% bis 40% erwartet. Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce haben sich die Preise in einigen Speichermärkten seit Februar des Vorjahres bereits mehr als verdoppelt. Diese Knappheit wirkt sich bereits auf die Absatzprognosen für Endgeräte aus. Die International Data Corporation (IDC) korrigierte ihre Schätzungen für den PC-Markt nach unten, da die Speicherknappheit die Einführung von "AI PCs" erschwert und die Kosten erhöht. IDC prognostiziert nun unter pessimistischen Szenarien einen Rückgang der weltweiten PC-Lieferungen um bis zu 9% im Jahr 2026, eine deutliche Verschärfung gegenüber der vorherigen Prognose von -2,4%. Der Smartphone-Markt sieht sich ebenfalls einem Kontraktionsrisiko von bis zu 5% für 2026 gegenüber.

Die führenden Akteure signalisieren mit ihren jüngsten Entwicklungen die Fortsetzung dieser Priorisierung. SK Hynix meldete, dass das gesamte Speicherchip-Sortiment für 2026 bereits ausverkauft sei, was die Verknappung für andere Sektoren weiter verschärft. Der CEO von Micron, Sanjay Mehrotra, bekräftigte die Erwartung, dass die angespannten Marktbedingungen bei DRAM und NAND über das Kalenderjahr 2026 hinaus anhalten werden. Samsung plant, die Versorgung für seine eigenen KI-Ambitionen zu sichern, indem das Unternehmen die Anzahl mobiler Geräte mit seinen Gemini AI-Funktionen im Jahr 2026 auf 800 Millionen Einheiten verdoppeln möchte. Die Verlagerung der Fertigungskapazitäten, wie die Umstellung von SK Hynix auf die HBM4-Produktion für Nvidia-Beschleuniger, verdeutlicht die tiefgreifende Umstrukturierung der Branche weg von Komponenten für den Massenmarkt hin zu spezialisierten KI-Lösungen.

16 Ansichten

Quellen

  • Reuters

  • Tech Wire Asia

  • Dexerto

  • TheStreet

  • MK

  • Investing.com

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