Mexiko verabschiedet historische Arbeitsreform: Die 40-Stunden-Woche kommt bis 2030

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

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Die mexikanische Legislative steht kurz vor dem Abschluss einer wegweisenden Arbeitsreform, die maßgeblich von Präsidentin Claudia Sheinbaum vorangetrieben wurde. Diese historische Initiative sieht eine schrittweise Reduzierung der standardmäßigen Wochenarbeitszeit von derzeit 48 auf 40 Stunden bis zum Jahr 2030 vor, wobei das aktuelle Lohnniveau strikt beibehalten wird. Der Senat hat der entsprechenden Verfassungsänderung von Artikel 123 bereits einstimmig zugestimmt, was die breite politische Unterstützung für dieses Vorhaben unterstreicht. Nun liegt das Dokument zur finalen Verabschiedung in der Abgeordnetenkammer, in der die Regierungskoalition über die notwendige Mehrheit verfügt, um das Gesetz noch in diesem Jahr zu ratifizieren. Experten und Historiker werten dieses Vorhaben als die bedeutendste Transformation des nationalen Arbeitsrechts seit mehr als einem Jahrhundert, da es die Grundlagen der mexikanischen Arbeitswelt grundlegend neu definiert.

Der Übergang zu den verkürzten Arbeitszeiten ist als mehrstufiger Prozess konzipiert, um der Wirtschaft eine schrittweise Anpassung an die neuen Rahmenbedingungen zu ermöglichen. Konkret bedeutet dies, dass die Arbeitswoche im Jahr 2027 zunächst auf 46 Stunden gesenkt wird, gefolgt von einer weiteren Reduktion auf 44 Stunden im Jahr 2028 und 42 Stunden im Jahr 2029. Pünktlich zum Ende der sechsjährigen Amtszeit von Präsidentin Sheinbaum im Jahr 2030 soll schließlich der angestrebte Zielwert von 40 Stunden erreicht werden. Diese zeitliche Staffelung soll sicherstellen, dass die betriebliche Produktivität gewahrt bleibt, während gleichzeitig die Lebensqualität der Arbeitnehmer nachhaltig verbessert wird.

Schätzungen von Gesetzgebern zufolge werden rund 13,5 Millionen Beschäftigte unmittelbar von dieser Neuregelung profitieren. Besonders betroffen sind Schlüsselsektoren der mexikanischen Wirtschaft wie das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel, das Gastgewerbe sowie der Transportsektor und der Großhandel. Ein wichtiger Aspekt der finalen Senatsfassung ist jedoch die Streichung der ursprünglichen Bestimmung über zwei obligatorische, aufeinanderfolgende freie Tage. Dies impliziert, dass die 40-Stunden-Woche flexibel auf sechs Arbeitstage verteilt werden kann, wobei den Angestellten weiterhin mindestens ein voll bezahlter Ruhetag pro Woche gesetzlich garantiert wird.

Um die wirtschaftliche Sicherheit der arbeitenden Bevölkerung zu gewährleisten, verbietet die Reform ausdrücklich jegliche Kürzung von Gehältern oder Sozialleistungen infolge der reduzierten Stundenanzahl. Diese Bestimmung dient als direkte Reaktion auf die Bedenken der Wirtschaftsgemeinschaft, die insbesondere durch den Unternehmer-Koordinationsrat (CCE) geäußert wurden. Die Reform stellt unmissverständlich klar, dass die Flexibilisierung und Verkürzung der Arbeitszeit nicht zu Lasten des Realeinkommens der Bevölkerung gehen darf, was ein zentrales Versprechen der aktuellen Regierung unterstreicht und soziale Härten vermeiden soll.

Auch die Regelungen zur Mehrarbeit wurden im Zuge der Reform präzisiert, um Missbrauch vorzubeugen und die Rechte der Angestellten zu stärken. Überstunden bleiben grundsätzlich freiwillig und sind auf maximal 12 Stunden pro Woche begrenzt, um eine Überlastung der Belegschaft zu verhindern. Dabei sieht das Gesetz eine besonders attraktive Vergütung vor: Vier dieser Stunden müssen zum dreifachen Satz entlohnt werden, während alle Stunden, welche die neue 40-Stunden-Marke überschreiten, mit dem doppelten Tarif vergütet werden. Um die Einhaltung dieser neuen Normen in der Praxis streng zu überwachen und sicherzustellen, dass Unternehmen die Vorgaben nicht umgehen, plant die Regierung zudem die flächendeckende Einführung moderner elektronischer Zeiterfassungssysteme. Diese technologische Lösung soll eine lückenlose und transparente Kontrolle der tatsächlich geleisteten Arbeitsstunden ermöglichen und somit die Rechtssicherheit für beide Seiten erhöhen.

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Quellen

  • Bloomberg Business

  • Fox News

  • L&E Global

  • Mexico Business News

  • Holland & Knight

  • Ogletree

  • Hogan Lovells

  • 2026 Jalisco operation - Wikipedia

  • Mexico takes out 'El Mencho': What the violence could mean for the U.S. border - CalMatters

  • Mexican army kills leader of powerful Jalisco New Generation Cartel - AP News

  • Mexican security forces kill drug cartel boss 'El Mencho' | Mexico - The Guardian

  • 'El Mencho': From California drug dealer to cartel kingpin - Los Angeles Times

  • Mexico killed "El Mencho." Here's how and what we know about U.S. role

  • CJNG Leader "El Mencho" Killed in Jalisco, Leading to Retaliatory Violence Across Mexico

  • Nemesio Oseguera Cervantes - Wikipedia, la enciclopedia libre

  • El Mencho? | Nemesio Rubén Oseguera Cervantes, Cartel de Jalisco Nueva Generación, Drug Trafficking, Puerto Vallarta, Jalisco, & Politics | Britannica

  • The Killing of “El Mencho”: Implications for the Cartels and Mexico's Security | Wilson Center

  • Mexican Security Forces on High Alert After Death of Cartel Kingpin 'El Mencho'

  • US issues travel warning in Mexico after killing of CJNG leader, 'El Mencho' | TPR

  • Muerte de Nemesio Oseguera Cervantes - Wikipedia, la enciclopedia libre

  • Cartel leader 'El Mencho' was first caught dealing drugs in San Francisco at age 19

  • KLIN - News/Talk 1400

  • D.C. Digest: Mullin downplays Supreme Court tariffs ruling - Tulsa World

  • Markwayne Mullin Leads Senate Appropriations Committee Hearing Proposed 2026 CBO, GAO, & GPO Budgets - YouTube

  • State of Union fact check: Trump touts economy, tax breaks, defends tariffs

  • Markwayne Mullin Asks Experts About China's Influence In Haiti : r/haiti

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