Nvidia erhält US-Exportlizenz für H200-KI-Chips nach China

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Am 26. Februar 2026 gab der Halbleitergigant Nvidia Corp. offiziell bekannt, dass das Unternehmen eine Exportlizenz von der US-Regierung erhalten hat, die den kontrollierten Versand seiner hochmodernen H200-KI-Beschleuniger an spezifische Kunden in der Volksrepublik China gestattet. Dieser strategische Schritt ist das direkte Resultat diplomatischer Verhandlungen, die im Dezember 2025 zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping geführt wurden. Die Vereinbarung markiert eine signifikante Wende in der Handelspolitik und zielt darauf ab, die strengen Exportbeschränkungen schrittweise zu lockern, die ursprünglich von der Administration unter Joe Biden seit dem Jahr 2022 zur Sicherung technologischer Vorteile eingeführt worden waren.

Obwohl die formale Genehmigung nun vorliegt, bleibt der operative Prozess der Auslieferung durch komplexe regulatorische Rahmenbedingungen aus Washington stark reglementiert. Eine der zentralen Auflagen sieht vor, dass sämtliche für den chinesischen Markt bestimmten Chips einer obligatorischen Vorab-Inspektion auf US-amerikanischem Boden unterzogen werden müssen. Zudem wurde eine Schutzklausel eingeführt, die eine Zollgebühr in Höhe von 25 Prozent vorsieht, sollte die Hardware zu einem späteren Zeitpunkt in die Vereinigten Staaten zurückgeführt werden. Colette Kress, die Finanzchefin von Nvidia, dämpfte die Erwartungen während einer Analystenkonferenz am 25. Februar 2026 und erklärte, dass das Unternehmen potenzielle Einnahmen aus dem chinesischen Rechenzentrumsgeschäft bewusst nicht in die Umsatzprognose für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2026 aufgenommen hat. Dies unterstreicht die bestehenden Unsicherheiten bei der praktischen Umsetzung der Lizenzvereinbarung, während noch leistungsfähigere Chip-Architekturen wie Blackwell und Rubin weiterhin einem strikten Exportverbot unterliegen.

Die regulatorische Landschaft wurde bereits im Januar 2026 durch das US-Handelsministerium neu definiert, indem die Prüfungsrichtlinien für den H200 und ähnliche Modelle von einer generellen Ablehnung („Presumption of Denial“) zu einer detaillierten Einzelfallprüfung übergingen. Um die notwendigen Genehmigungen zu erhalten, müssen Branchenführer wie Nvidia und AMD strikte Quoten einhalten: Die Lieferungen nach China dürfen zu keinem Zeitpunkt 50 Prozent des Volumens überschreiten, das an Kunden innerhalb der USA ausgeliefert wird. Darüber hinaus sind die Exporteure verpflichtet, den Nachweis zu erbringen, dass die Versorgung des heimischen Marktes durch die Auslandsgeschäfte nicht gefährdet wird. Auf der Gegenseite müssen chinesische Vertragspartner umfassende Sicherheitsgarantien abgeben, um sicherzustellen, dass die gelieferte Hochtechnologie ausschließlich für zivile Zwecke und nicht zur militärischen Aufrüstung verwendet wird.

Das wirtschaftliche Interesse an diesen Prozessoren ist auf chinesischer Seite gewaltig, da führende Technologiekonzerne wie Alibaba, Tencent und ByteDance ihren Bedarf in der Vergangenheit auf insgesamt bis zu zwei Milliarden Einheiten geschätzt haben. Diese enorme Nachfrage trifft auf ein volatiles geopolitisches Umfeld, in dem Halbleiter als strategische Ressource gelten. Als Zeichen des guten Willens und im Rahmen der allgemeinen Handelsentspannung hat das chinesische Handelsministerium reagiert und das Exportverbot für die kritischen Rohstoffe Gallium und Germanium in Richtung USA vorübergehend ausgesetzt. Diese Regelung ist bis November 2026 befristet und dient als Puffer in den laufenden Verhandlungen über die globale technologische Vorherrschaft.

Ungeachtet der handelspolitischen Herausforderungen präsentierte Nvidia für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026 beeindruckende Finanzergebnisse mit einem Rekordumsatz von 68,1 Milliarden US-Dollar, was einem massiven Zuwachs von 73 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Besonders hervorzuheben ist das Segment der Rechenzentren, das mit 62,3 Milliarden US-Dollar den Löwenanteil zum Erfolg beitrug. CEO Jensen Huang äußerte sich optimistisch über die Zukunft und betonte die Bedeutung eines fairen Wettbewerbs auf dem wichtigen chinesischen Markt. Mit einer Umsatzprognose von 78 Milliarden US-Dollar für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 signalisiert das Management ungebrochenes Vertrauen in die globale Wachstumsstrategie, selbst wenn die vollständige Erschließung des chinesischen Marktes durch die H200-Lieferungen noch von regulatorischen Feinheiten abhängt.

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Quellen

  • Bloomberg Business

  • Bloomberg Business

  • Bloomberg Law News

  • Reuters

  • Global Times

  • The Straits Times

  • WTVB

  • vertexaisearch.cloud.google.com

  • Tech in Asia

  • vertexaisearch.cloud.google.com

  • Global Times

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