Weltbank finanziert 2 Milliarden US-Dollar für Istanbuls Nord-Eisenbahnquerung zur Stärkung der Logistik

Bearbeitet von: Tatyana Hurynovich

Weltbank finanziert 2 Milliarden US-Dollar für Istanbuls Nord-Eisenbahnquerung zur Stärkung der Logistik-1

Die Weltbank hat am 31. März 2026 ein Darlehen in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar für das Istanbul North Railway Crossing Project (INRAIL) bewilligt. Diese Einzelzusage bildet den Kern eines koordinierten Finanzierungspakets von insgesamt 6,75 Milliarden US-Dollar, das von sechs multilateralen Entwicklungsbanken getragen wird. Das Vorhaben unterstreicht die strategische Absicht, die Schienenverbindungen über den Bosporus substanziell zu verbessern und die Türkei als zentralen Logistikknotenpunkt zwischen Europa und Asien zu etablieren.

Humberto Lopez, Country Director der Weltbank für die Türkei, klassifizierte die Investition als strategisch und transformativ, mit dem Ziel, einen kritischen Engpass zu beseitigen und die Wettbewerbsfähigkeit des Landes zu erhöhen. Das INRAIL-Projekt umfasst die Errichtung einer 127 Kilometer langen, elektrifizierten Eisenbahnstrecke mit hoher Kapazität. Diese neue Trasse wird die Yavuz Sultan Selim Brücke für den Schienenverkehr nutzen und dabei die dicht besiedelten Stadtzentren im Norden Istanbuls umgehen.

Die geplante Linie wird die Knotenpunkte Gebze, den Flughafen Sabiha Gökçen, die Brücke, den Flughafen Istanbul und Halkalı miteinander verbinden. Dies resultiert in der Einrichtung des ersten direkten Schienenkorridors zwischen den beiden großen Flughäfen der Metropole an der Nordseite der Stadt. Die technische Spezifikation sieht eine Hauptstrecke von circa 122,3 Kilometern als Doppelspur sowie 4,7 Kilometer als eingleisige Anschlusslinien vor, ausgelegt für eine maximale Entwurfsgeschwindigkeit von 160 km/h für Personenzüge.

Laut dem türkischen Minister für Verkehr und Infrastruktur, Abdulkadir Uraloğlu, soll die fertiggestellte Strecke jährlich 33 Millionen Passagiere und 30 Millionen Tonnen Fracht abfertigen können. Dieses Projekt, das als die größte ausländisch finanzierte Eisenbahnmaßnahme in der türkischen Geschichte gilt, adressiert den bestehenden logistischen Flaschenhals signifikant. Die prognostizierte Steigerung der Schienengüterfracht über den Bosporus von derzeit etwa 3 Millionen Tonnen pro Jahr auf voraussichtlich 50 Millionen Tonnen jährlich entspricht einer fünfzehnfachen Kapazitätserhöhung.

Diese Kapazitätssteigerung soll den Zwang zum Lkw-Verkehr über die Meerenge reduzieren, welcher derzeit zu höheren Kosten und Staus führt, da der bestehende Marmaray-Tunnel primär für Personenzüge konzipiert ist. Die Realisierung von INRAIL ist entscheidend für die Stärkung der Rolle der Türkei als Bindeglied in Handelsrouten, die die Europäische Union, Zentralasien über den Mittleren Korridor und den Irak verbinden. Die Fertigstellung wird die Zuverlässigkeit kritischer nationaler und interkontinentaler Korridore wie des Transkaspischen Transportkorridors (TCTC) und der geplanten Iraq Development Road (IDR) verbessern.

Die Ausschreibungsunterlagen sind in Vorbereitung, mit der Erwartung, dass die Bauarbeiten im Laufe des Jahres 2026 beginnen. Die internationale Finanzierung, zu der auch die Asian Infrastructure Investment Bank, die Asian Development Bank, die Islamic Development Bank, die European Bank for Reconstruction and Development und der OPEC Fund for International Development gehören, bekräftigt die überregionale Relevanz. Die prognostizierte Verschiebung hin zum Schienengüterverkehr verspricht erhebliche ökologische und logistische Vorteile für die türkische Wirtschaft und unterstützt die Ambitionen der Türkei als bedeutender eurasischer Logistikakteur.

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Quellen

  • Business AM

  • World Bank

  • Turkish Minute

  • Turkish Minute

  • Türkiye Today

  • Trend.Az

  • INRAIL Approved: Türkiye Receives US$2 Billion for 127km Railway Line

  • Railway Supply

  • Turkiye attracts USD 6.75 billion for new railway line across the Bosphorus

  • Yeni Safak English

  • The New Arab

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