Ein chinesischer Satellit, der von CAS Space's Kinetica-1-Rakete am Dec 9, 2025 gestartet wurde, flog einige Tage später in einem Abstand von etwa 200 Metern an einem SpaceX Starlink-Satelliten vorbei.
Beinahe-Kollision im LEO: CAS Space Start verdeutlicht Risiko durch Starlink-Annäherung
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Die niedrige Erdumlaufbahn (LEO) verzeichnet eine stetig zunehmende Belegung, wobei die wachsende Zahl von Satellitenstarts das Risiko katastrophaler Kollisionen exponentiell steigert. Diese Problematik manifestierte sich am 9. Juni 2025, als ein von der chinesischen Firma CAS Space gestarteter Satellit dem Starlink-Satelliten STARLINK-6079 auf gefährliche Nähe kam. Der Start erfolgte mittels einer Kinetica-1-Rakete, die insgesamt neun Satelliten in den Orbit beförderte.
Mike Nichols, Vizepräsident für Starlink Engineering bei SpaceX, bestätigte, dass der minimale Abstand zwischen einem der ausgesetzten Objekte und dem Starlink-Satelliten STARLINK-6079 auf einer Höhe von circa 560 Kilometern lediglich 200 Meter betrug. Nichols betonte, dass das SpaceX-Team keine präzisen Bahndaten des chinesischen Objekts erhalten habe, um eine Kollision proaktiv zu verhindern, und identifizierte den Mangel an Koordination zwischen den Betreibern als die größte gegenwärtige Gefahr im Orbit. CAS Space hingegen erklärte, das eigene Überwachungssystem zur Kollisionsvermeidung genutzt zu haben und vor dem Start mit SpaceX in Kontakt gestanden zu haben, wobei man davon ausging, dass der Vorfall nach der Satelliten-Separation vom Raketenträger stattfand.
Dieses Ereignis ist symptomatisch für ein systemisches Problem der orbitalen Überfüllung. Daten aus dem Jahr 2024 belegen, dass jeder einzelne Starlink-Satellit Manöver zur Kollisionsvermeidung fast 300 Mal täglich durchführte, eine Verdopplung im Vergleich zu 2023. Expertenanalysen zeigen, dass enge Annäherungen, definiert als eine Trennung von weniger als einem Kilometer, alle 22 Sekunden über alle Megakonstellationen hinweg auftreten; für Starlink allein wird ein solcher Vorfall alle elf Minuten registriert. Die ESA verzeichnete im Weltraumumweltbericht 2025, dass in den bevorzugten Höhenbändern für Kommunikationskonstellationen, wie etwa 550 km, die Dichte der aktiven Objekte mittlerweile die gleiche Größenordnung wie der Weltraumschrott erreicht hat.
Die Ambitionen der Megakonstellationen bleiben ungebrochen: SpaceX plant die Einführung der dritten Generation von Satelliten mithilfe des Starship im Jahr 2026, während auch Amazon und Viasat ihre Netzwerke intensiv vorantreiben. Eine Analyse von Look Up vom Oktober 2025 ergab, dass die Zahl der aktiven Satelliten weltweit auf 13.026 gestiegen ist, was einem jährlichen Zuwachs von 23% entspricht, wobei Starlink 64% des gesamten aktiven Bestandes ausmacht. Die zunehmende Komplexität erfordert verbesserte Protokolle, wie die von SpaceX entwickelten „Space Traffic Coordination APIs“, die zur Überprüfung von Konjunktionen und zur Manöverkoordination dienen.
Dieser Beinahe-Zusammenstoß verstärkt die Befürchtungen von Fachleuten hinsichtlich des Kessler-Syndroms, einem theoretischen Szenario, das eine Kaskade von Kollisionen beschreibt, die den Zugang zum Weltraum nachhaltig blockieren könnte. Als neues Maß zur Quantifizierung der Gefahr dient der „CRASH Clock“, der angibt, wie lange es dauern würde, bis eine katastrophale Kollision eintritt, wenn Manöver zur Kollisionsvermeidung eingestellt würden; dieser Wert sank von 121 Tagen im Jahr 2018 auf aktuell 2,8 Tage. Wie Mike Nichols feststellte, könnten die nächsten engen Annäherungen katastrophale Folgen für die zukünftige Weltraum-Infrastruktur haben, sollten die Betreiber nicht effektiv kommunizieren, da etwa 68% der Weltbevölkerung von Satellitendiensten abhängig sind.
Quellen
Universe Space Tech
Universe Space Tech
SpaceX Raises Alarm Over Near-Miss Between Chinese Satellite and Starlink Spacecraft
SpaceX SpaceX Alleges a Chinese-Deployed Satellite Risked Colliding With Starlink
Starlink and Chinese satellites approach each other within 200 meters of each other in space - GIGAZINE
Society - Global Times
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?
Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.
