BYD visiert 1,3 Millionen Auslandskäufe für 2026 an: Globaler Expansionskurs nach Rekordjahr 2025

Bearbeitet von: Tetiana Pin

BYD Atto1. (Foto: Afrizal/VOI)

Der chinesische Elektromobilitäts-Gigant BYD hat seine ambitionierten Exportziele für das Jahr 2026 konkretisiert. Das Unternehmen strebt den Verkauf von 1,3 Millionen Fahrzeugen außerhalb des chinesischen Kernmarktes an. Diese Ankündigung folgt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025, in dem die internationalen Auslieferungen von Pkw und Pickups bereits die Marke von 1,04 Millionen Einheiten überschritten hatten. Li Yunfei, General Manager der Abteilung für Branding und Öffentlichkeitsarbeit bei BYD, gab diese Zielsetzung während eines Medienevents in Shanghai am Samstag, den 24. Januar 2026, offiziell bekannt.

Die für 2026 festgesetzte Zielmarke entspricht einer Steigerung von etwa 24 bis 25 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit unterstreicht der Konzern, dass das globale Geschäft zum zentralen Wachstumsmotor avanciert ist. Dieser Internationalisierungsplan baut auf einem massiven Sprung im Jahr 2025 auf, als die Exportverkäufe im Vergleich zu 2024 um mehr als 150 Prozent in die Höhe schnellten. Insgesamt konnte BYD im Jahr 2025 weltweit rund 4,6 Millionen Fahrzeuge mit alternativem Antrieb (New Energy Vehicles, NEV) absetzen. Davon entfielen 2,26 Millionen Einheiten auf reine Batterie-Elektrofahrzeuge (BEV), womit BYD den US-Konkurrenten Tesla überholte und sich die weltweite Spitzenposition sicherte.

Die Strategie für 2026 fokussiert sich jedoch nicht nur auf reine Absatzzahlen, sondern auch auf eine qualitative Aufwertung des Portfolios. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Einführung der Premiummarke Denza auf internationalen Märkten. Laut Li Yunfei ist die Markteinführung neuer Modelle wie Denza Teil des Plans, in profitablere Marktsegmente vorzustoßen. Parallel dazu plant das Unternehmen einen massiven Ausbau seines weltweiten Händlernetzes. Bis Ende 2025 war BYD bereits in über 110 Ländern und Regionen vertreten und verfügte über ein Netzwerk von rund 2.000 Auslands-Händlern.

Interessanterweise wirkt das offizielle Ziel von 1,3 Millionen Einheiten eher konservativ, wenn man es mit den Prognosen von Citigroup aus dem November 2025 vergleicht. Damals hatten Analysten ein Exportvolumen zwischen 1,5 und 1,6 Millionen Fahrzeugen für das Jahr 2026 in Aussicht gestellt. Diese Differenz könnte auf eine vorsichtigere Planung oder eine Reaktion auf den verschärften Wettbewerb im chinesischen Heimatmarkt hindeuten. Flankierend zum Export investiert BYD massiv in die lokale Produktion vor Ort. Während Fabriken in Thailand, Usbekistan und Brasilien bereits in Betrieb sind, befindet sich der erste europäische Produktionsstandort in Ungarn in der finalen Vorbereitungsphase.

Der internationale Erfolg von BYD im Jahr 2025 verdeutlichte sich auch darin, dass der Anteil der Auslandsverkäufe erstmals die 10-Prozent-Marke am Gesamtabsatz überschritt – ein Wert, der sich gegenüber 2024 mehr als verdoppelt hat. Während Plug-in-Hybride (PHEV) vornehmlich die heimische Nachfrage bedienten, setzte die Exportstrategie gezielt auf Modelle wie den Pickup Shark, der exklusiv für Märkte wie Mexiko und Australien bestimmt ist. Die Ankündigung vom 24. Januar 2026 markiert somit den endgültigen Wandel von BYD von einem nationalen Marktführer zu einem globalen Automobilkonzern, der die etablierte Weltelite herausfordert.

14 Ansichten

Quellen

  • Pikiran-Rakyat.com

  • TechNode

  • VOI.id

  • IndexBox

  • electrive.com

  • CnEVPost

Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.