Indonesische Saleh-Bucht als erstes wissenschaftlich belegtes Walhai-Aufzuchtgebiet bestätigt

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Wissenschaftler in Indonesien haben die erstmalige Dokumentation neugeborener Walhaie in der Saleh-Bucht in West-Nusa Tenggara bestätigt. Diese Feststellung positioniert die Saleh-Bucht auf der Insel Sumbawa als weltweit erstes wissenschaftlich belegtes Aufzuchtgebiet für Walhaie, die größten Fische der Erde. Die Gewässer der Bucht zeichnen sich durch bemerkenswerte Ruhe und eine hohe Nährstoffdichte aus, was offenbar ein optimales frühes Nahrungsreservoir für die gigantischen Knorpelfische darstellt.

Ein zentraler Beleg für diese Annahme war die Erfassung eines Neugeborenen, dessen Alter auf etwa vier Monate geschätzt wurde und dessen Länge zwischen 135 und 145 Zentimetern lag. Dieses Jungtier wurde nach einem kurzzeitigen Fang durch lokale Fischer und anschließender Freilassung dokumentiert. Die globale Seltenheit dokumentierter Sichtungen von Walhaien unter 1,5 Metern Länge unterstreicht die wissenschaftliche Relevanz dieser Beobachtung. Walhaie sind lebendgebärend und können bis zu 300 Embryonen unterschiedlicher Entwicklungsstadien austragen, wobei die genauen Geburtsorte und die frühe Entwicklung weitgehend unerforscht sind.

Die Saleh-Bucht beherbergt eine Population von schätzungsweise rund 120 Walhaien, die durch planktonreiche Gewässer und die Nähe zu lokalen Fischereibetrieben angezogen werden. Die indonesische Regierung arbeitet mit Partnern wie dem Institut Français und Konservasi Indonesia zusammen, um das erste Walhai-spezifische Meeresschutzgebiet (MPA) in dieser Bucht zu errichten. Ziel ist die Bewahrung des einzigartigen Ökosystems und die Förderung einer nachhaltigen lokalen Wirtschaft durch verantwortungsvollen Tourismus.

Die täglichen Beobachtungen und Interaktionen der lokalen Fischergemeinschaften, oft im Zusammenhang mit ihren traditionellen Fischereiplattformen, den sogenannten Bagans, liefern essenzielle Daten für die marine Forschung und den Artenschutz. Die Walhaie sammeln sich dort häufig, um Reste von Garnelen und kleinen Fischen aufzunehmen, die von den Fischern zurück ins Meer gegeben werden. Die Trockenzeit von Mai bis November gilt als die beste Periode für Sichtungen, wobei die Chancen oft bei Neumond am höchsten sind.

Die Bemühungen um den Schutz der Walhaie sind von globaler Bedeutung, da die Art auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft wird. Die Sicherung der Saleh-Bucht als Brutstätte könnte einen entscheidenden Beitrag zur Stabilisierung der Bestände leisten, da die Tiere erst mit etwa 30 Jahren die Geschlechtsreife erlangen. Die Region Sumbawa, gelegen zwischen Lombok und Flores, bietet neben den Walhaien auch eine reiche marine Biodiversität, einschließlich Mantarochen und vielfältiger Korallenriffe, in ruhigen und klaren Gewässern.

8 Ansichten

Quellen

  • TEMPO.CO

  • OANA News

  • INP (Indonesian National Police)

  • TEMPO.CO

  • MDPI (Diversity Journal)

  • Indonesian Conservation

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