Zwei gerettete Braunbären aus Argentinien in bulgarisches Schutzgebiet umgesiedelt
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Zwei Braunbären, Gordo und Florencia, die aus dem geschlossenen Luján Zoo in Argentinien gerettet wurden, sind im Rahmen einer internationalen Mission der Tierschutzorganisation FOUR PAWS nach Europa umgesiedelt worden. Der Zoo war im Jahr 2020 aufgrund gravierender Sicherheitsbedenken stillgelegt worden, nachdem er einst dafür bekannt war, direkten Kontakt von Besuchern mit Großkatzen wie Löwen und Tigern zu erlauben. Die geretteten Tiere litten unter den Folgen jahrelanger Vernachlässigung in beengten und unhygienischen Verhältnissen.
Das Ziel der Umsiedlung für den 17-jährigen Gordo und die 18-jährige Florencia ist das Bärenschutzzentrum Belitsa in Bulgarien, das sich in den Ausläufern des Rila-Gebirges befindet. Dieses Schutzgebiet wurde ursprünglich als dauerhafte Zufluchtsstätte für Bären eingerichtet, die aus der Tradition der „Tanzbären“ gerettet wurden. Das Zentrum wird von FOUR PAWS in Kooperation mit der FONDATION BRIGITTE BARDOT betrieben und bietet den Tieren eine artgerechte Umgebung.
Vor dem Abflug vom Flughafen Ezeiza erhielten die Bären eine umfangreiche tierärztliche Versorgung. Die medizinische Vorbereitung umfasste spezialisierte Eingriffe, darunter eine notwendige Zahnoperation für beide Tiere. Gordo, der aufgrund der unzureichenden Haltung im Zoo an Adipositas litt, musste vor der Reise eine strikte Diät einhalten. Die Rettungsaktion für die beiden Bären und 62 Großkatzen gilt als eine der komplexesten Tierrettungen, die Argentinien in jüngerer Zeit in Übereinkunft mit einer internationalen Tierschutzorganisation durchgeführt hat. Diese Vereinbarung sah zudem das Ende des Verkaufs und der privaten Haltung exotischer Katzen in dem südamerikanischen Land vor.
Im Bärenschutzzentrum Belitsa werden Gordo und Florencia eine umfassende Rehabilitation durchlaufen, um ihre natürlichen Instinkte wiederzuentdecken. Die Einrichtung erstreckt sich über 120.000 Quadratmeter, unterteilt in sieben Freigehege, die dichte Wälder, Hügel und Teiche zum Schwimmen bieten. Es besteht die Möglichkeit, dass die Bären dort erstmals die Winterruhe erleben, ein natürliches Verhalten, das ihnen in der Gefangenschaft verwehrt blieb. Die Schließung des Luján Zoos im Jahr 2020 beendete den öffentlichen Betrieb, doch loyale Tierpfleger versorgten die zurückgelassenen Tiere jahrelang weiter. Die Bundesjustiz hat die Ermittlungen wegen Tierquälerei gegen die Verantwortlichen des Zoos wieder aufgenommen, basierend auf Präzedenzfällen, die Tiere als fühlende Wesen anerkennen.
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Quellen
La Nacion
PAREStv
el TABLERO digital
Infobae
FOUR PAWS International
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