Riesenschildkröten kehren nach Floreana zurück: Meilenstein für Galapagos-Wiederherstellung

Bearbeitet von: Olga Samsonova

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Nach einer Abwesenheit von fast zwei Jahrhunderten, die auf die Jagdaktivitäten von Walfängern zurückzuführen ist, wurden Riesenschildkröten auf die ecuadorianische Insel Floreana im Galapagos-Archipel zurückgeführt. Am 20. Februar 2026 wurde ein wesentlicher Schritt im Rahmen des umfassenden Floreana-Projekts zur ökologischen Wiederherstellung vollzogen, als 158 juvenile Exemplare der Floreana-Linie in ihren angestammten Lebensraum entlassen wurden. Diese Wiedereinführung stellt einen Wendepunkt für ein Ökosystem dar, das durch das lokale Aussterben wichtiger Arten im 19. Jahrhundert erheblich beeinträchtigt wurde.

Die Insel Floreana, einst ein Zentrum der Biodiversität, erlitt schwere ökologische Schäden durch eingeschleppte invasive Spezies, was zum lokalen Aussterben von 13 endemischen Arten führte. Die freigelassenen Reptilien sind das Resultat intensiver wissenschaftlicher Bemühungen, die bereits 2008 mit der Identifizierung von Nachkommen der Floreana-Linie auf der Insel Isabela begannen. Ein gezieltes Zuchtprogramm, das 2017 initiiert wurde, konzentrierte sich auf die selektive Kreuzung von Hybriden, um eine Population zu etablieren, die genetisch eng mit der ausgestorbenen Unterart verwandt ist.

Die Spezialisten überwachten diese Jungtiere, die zum Zeitpunkt der Freilassung zwischen 8 und 13 Jahre alt waren, sorgfältig, bis sie eine Größe erreichten, die Schutz vor potenziellen Fressfeinden wie Ratten und Katzen bot. Für Floreana wurden gezielt die besten Exemplare mit der stärksten genetischen Abstammung ausgewählt, die zwischen 40 und 80 Prozent des Erbguts von Chelonoidis niger aufweisen, um die ausgestorbene Art schrittweise zu ihrer ursprünglichen genetischen Reinheit zurückzuführen. Die Rückkehr dieser Schlüsselarten ist fundamental, da Riesenschildkröten als Ökosystemingenieure gelten, deren Anwesenheit die natürliche Verbreitung von Samen und die Öffnung von Habitaten durch ihre Bewegung und Ernährung fördert.

Diese Wiederansiedlung konnte erst nach der erfolgreichen Eliminierung invasiver Arten auf der Insel, einschließlich Nagetieren und verwilderten Katzen, erfolgen. Die Freilassung fand mit dem Einsetzen des ersten Winterregens der Saison statt, was die Eingewöhnung der Tiere erleichtern soll. Das Floreana-Projekt, das als das ehrgeizigste in der Geschichte des Galapagos-Nationalparks gilt, wird vom Ministerium für Umwelt, Wasser und ökologischen Wandel, der Galapagos-Nationalparkverwaltung und der Biosecurity Agency for Galapagos koordiniert. Die Initiative plant die Wiederansiedlung von insgesamt zwölf der dreizehn lokal ausgestorbenen Arten, wobei die Schildkröten den Anfang bilden. Die erfolgreiche Umsetzung dieses Vorhabens soll weltweit als Modell für die Wiederherstellung degradierter Inselgebiete dienen.

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Quellen

  • PlusNews

  • The Guardian

  • NASA

  • Island Conservation

  • Galapagos Conservation Trust

  • Galápagos Conservancy

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