Sichtung eines Hector- oder Māui-Delfins in Bay of Islands löst wissenschaftliche Untersuchung aus

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Marinebiologen haben die Bestätigung einer Sichtung eines einzelnen Hector- oder Māui-Delfins in der neuseeländischen Bay of Islands Ende Dezember 2025 mit großem Interesse aufgenommen. Der Forscher Jochen Zaeschmar vom Far Out Ocean Research Collective identifizierte das Tier, was eine von der Naturschutzbehörde Department of Conservation (DOC) genehmigte Probenentnahme zur DNA-Analyse nach sich zog. Diese Beobachtung ist von besonderer Relevanz, da es sich um die zweite gesicherte Sichtung eines Hector-Delfins in der Region Northland innerhalb eines Jahrhunderts handelt.

Die beiden eng verwandten Arten, der Hector-Delfin und der Māui-Delfin, sind endemisch in neuseeländischen Gewässern und zeichnen sich durch ihre geringe Größe sowie die charakteristische, abgerundete Rückenflosse aus. Der Māui-Delfin, eine Unterart des Hector-Delfins, ist als „national kritisch“ eingestuft und zählt zu den seltensten Delfinarten weltweit. Schätzungen aus dem Jahr 2021 bezifferten die erwachsene Population auf etwa 54 Individuen; neuere Analysen deuten auf weniger als 50 Tiere hin. Im Gegensatz dazu ist der Hector-Delfin, der primär um die Südinsel Neuseelands vorkommt, als „national gefährdet“ klassifiziert mit einer geschätzten Gesamtpopulation von rund 15.000 Individuen über einem Jahr.

Die geografische Verbreitung der Arten ist klar getrennt: Hector-Delfine sind hauptsächlich im Bereich der Südinsel anzutreffen, während der Bestand des Māui-Delfins fast ausschließlich auf die Westküste der Nordinsel zwischen Taranaki und Kaipara Harbour beschränkt ist. Die nun autorisierte DNA-Analyse durch Jochen Zaeschmar ist entscheidend, da sie eine verlässliche Unterscheidung der Subspezies ermöglicht, die äußerlich nur schwer zu differenzieren sind. Die genetische Untersuchung liefert wichtige Daten zur aktuellen Verbreitung und zur genetischen Verfassung der Populationen. Frühere Studien hatten bereits eine 40 Prozent geringere genetische Diversität beim Māui-Delfin im Vergleich zum Hector-Delfin festgestellt, was Bedenken hinsichtlich der Anfälligkeit für Inzucht hervorhebt.

Die Ergebnisse dieser Probenentnahme sollen Naturschutzmanager mit besseren Informationen für Schutzmaßnahmen versorgen. Das DOC bittet die Öffentlichkeit eindringlich, jede weitere Beobachtung umgehend über die Notrufnummer 0800 DOC HOT oder die SeaSpotter-App zu melden. Beobachter werden angewiesen, einen Sicherheitsabstand einzuhalten, da beide Spezies anfällig für tödliche Kollisionen mit Booten sind. Die geringe Reproduktionsrate und die begrenzte Lebensspanne von maximal Mitte 20 Jahren machen diese Delfine besonders verwundbar gegenüber menschlichen Einflüssen wie der Fischerei, die weiterhin eine Hauptbedrohung darstellt. Die erfolgreiche Erfassung von Sichtungsdaten durch die Bevölkerung trug in der Vergangenheit zur Definition von Schutzgebieten bei, wie dem 1988 eingerichteten Banks Peninsula Marine Mammal Sanctuary. Die Seltenheit dieser Tiere unterstreicht ihre kulturelle Bedeutung als Taonga für die Māori, wobei der Hector-Delfin unter anderem den Namen Tutumairekurai trägt.

Die aktuelle Sichtung in der Bay of Islands, einem Gebiet, das historisch von Hector-Delfinen besiedelt war, lenkt den Fokus erneut auf die Notwendigkeit einer lückenlosen Überwachung und effektiver Bedrohungsmanagementstrategien zum Erhalt dieser einzigartigen neuseeländischen Meeressäuger. Die Forschungsgemeinschaft betrachtet die jüngsten Entwicklungen mit analytischer Spannung, da jeder neue Datenpunkt essenziell für die Erhaltung der genetisch isolierten Populationen ist.

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Quellen

  • NZ Herald

  • 1News

  • Department of Conservation

  • RNZ News

  • NZ Government - Ministry for Primary Industries

  • Department of Conservation

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