Buckelwale in Nord-BC übernehmen komplexe Blasennetz-Jagdtechnik

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Buckelwale in den nördlichen Gewässern von British Columbia demonstrieren ein bemerkenswertes Beispiel für kulturellen Wissenstransfer durch die Adaption der komplexen, kooperativen Jagdtechnik des Blasennetzfressens. Diese hochentwickelte Strategie erfordert eine präzise Abstimmung, bei der ein Wal eine Gesangseinlage liefert, während Artgenossen einen Ring aus Luftblasen erzeugen, um Heringe einzukesseln, woraufhin alle synchron zum Fang an die Oberfläche stoßen. Die Technik klassifiziert diese Wale als „Schlucker“, da sie mit weit geöffneten Mäulern die gefangenen Tiere schlucken.

Eine zwanzigjährige Untersuchung, durchgeführt von BC Whales in Kooperation mit der Universität St Andrews in Großbritannien, belegte diese soziale Übertragung von Nahrungsstrategien im Kitimat-Fjord-System. Die wissenschaftliche Erhebung umfasste die Beobachtung von 526 einzelnen Walen, wobei 254 dieser Tiere die erlernte Technik des Blasennetzfressens anwendeten. Die Analyse mittels netzwerkbasierter Diffusionsanalyse ergab, dass etwa 55,6 % bis 59,9 % der erstmaligen Beobachtungen dieser Fressweise durch soziale Übertragung erklärt werden konnten. Wale, die mehr Zeit mit Individuen verbrachten, die bereits Blasennetze nutzten, zeigten eine höhere Wahrscheinlichkeit, die Methode ebenfalls zu übernehmen, was die Bedeutung sozialer Bindungen für die Verbreitung des Verhaltens unterstreicht.

Die zunehmende Akzeptanz des Blasennetzfressens ist von Bedeutung für die Erholung der lokalen Buckelwalspezies, deren Bestand in diesem Gebiet mittlerweile über 500 Exemplare liegt. Experten betonen, dass die Bewahrung dieses kulturellen Wissens essenziell für die Anpassungsfähigkeit der Spezies an sich wandelnde Ozeanbedingungen ist. Die Fähigkeit der Buckelwale, Wissen durch soziale Gruppen weiterzugeben, könnte für ihr langfristiges Überleben von fundamentaler Bedeutung sein, weshalb das Verständnis ihrer Kultur für Schutzbemühungen relevant ist.

Die kritischen Nahrungsgründe im Kitimat-Fjord-System, das sich im Territorium der Gitga'at First Nation befindet, sind zunehmend durch die Nähe zu industriellen Vorhaben und verstärktem Schiffsverkehr gefährdet. Die Gewässer um die Gil Island, die weniger als 1,5 % der Küsteninnenbereiche von BC ausmachen, werden von schätzungsweise 8 % der Buckelwale von BC genutzt, was ihre hohe Nahrungsdichte belegt. Forscher heben hervor, dass der Schutz dieser Hotspots unerlässlich ist, da der Verlust erlernter Verhaltensweisen ebenso schädlich sein kann wie ein direkter Populationsrückgang. Die Empfindlichkeit der akustisch kommunizierenden Buckelwale gegenüber Lärmbelästigung durch den Schiffsverkehr wird von Forschern des Cetacea Lab besonders hervorgehoben.

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Quellen

  • thepeterboroughexaminer.com

  • Earth.com

  • Science News

  • Science News

  • Science News

  • Science News

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