Kalifornien stuft sechs Puma-Populationen als gefährdet ein
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Die kalifornische Fisch- und Wildkommission hat eine weitreichende Entscheidung getroffen und sechs isolierte Populationen des Berglöwen (Puma concolor) im zentralen und südlichen Teil des Bundesstaates gemäß dem California Endangered Species Act (CESA) als „gefährdet“ eingestuft. Diese Abstimmung, die nach einem siebenjährigen Prüfverfahren erfolgte, schafft eine rechtliche Grundlage für staatliche Behörden, diese spezifischen Puma-Untergruppen aktiv zu bewahren und zu schützen. Die betroffenen Regionen erstrecken sich von den Santa Cruz Mountains über die gesamte Central Coast bis hin zu den Santa Monica, San Gabriel, San Bernardino und Santa Ana Mountains sowie den östlichen Peninsular Ranges.
Die Einstufung ist das Ergebnis einer Petition, die unter anderem vom Center for Biological Diversity und der Mountain Lion Foundation eingereicht wurde. Die Maßnahme verpflichtet staatliche Stellen, bei neuen Entwicklungsprojekten in den Lebensräumen der Berglöwen Minderungspläne zu erstellen, um nachteilige Auswirkungen zu minimieren. Befürworter erwarten eine verstärkte Priorisierung von Finanzmitteln für Naturschutz und eine Verschärfung der Regularien gegen toxische Antikoagulans-Rodentizide, die als wesentliche Bedrohung identifiziert wurden. Hauptursachen für die Notlage der Populationen sind Habitatverlust, Fragmentierung durch Infrastruktur und Verkehrsunfälle. Statistiken belegen die Gefahr: Jährlich sterben landesweit schätzungsweise zwischen 70 und 100 Berglöwen bei Verkehrskollisionen, und Rodentizide wurden in fast 94% der untersuchten Berglöwenlebern zwischen 2016 und 2022 nachgewiesen.
Die Gesamtzahl der Berglöwen in Kalifornien wird auf etwa 4.200 geschätzt, wobei die nun geschützten Populationen rund 947 Tiere umfassen. Die Entscheidung der Kommission, die Pumas von der Bay Area bis zur mexikanischen Grenze umfasst, markiert einen Wendepunkt, da dies die erste Anerkennung dieser Raubtiere als bedroht durch Kalifornien darstellt. Die Kommission folgte damit einer Empfehlung des Department of Fish and Wildlife. Die Schutzmaßnahmen ergänzen das seit 1990 durch die Proposition 117 in Kraft stehende Jagdverbot und verbieten das „Nehmen“ der Tiere, außer mit spezifischer Genehmigung.
Ein bedeutendes infrastrukturelles Gegenstück zu diesen Schutzbemühungen ist das Wallis Annenberg Wildlife Crossing über den Highway 101 in Agoura Hills, dessen Eröffnung für Herbst 2026 anvisiert wird. Dieses Bauwerk, das als das größte seiner Art weltweit konzipiert wurde, soll die Mobilität und Sicherheit der in ihrem Lebensraum eingesperrten Berglöwen, insbesondere in den Santa Monica Mountains, verbessern und die genetische Isolation mindern. Die Bauarbeiten für diese öffentlich-private Partnerschaft begannen 2022, wobei Verzögerungen durch extreme Wetterereignisse wie die Regenfälle von 2023 und 2024 auftraten. Ziel ist die Wiederherstellung der Konnektivität zwischen Schutzgebieten wie den Santa Monica Mountains und der Sierra Madre Range. Die neue Klassifizierung könnte die Entwicklung eines Wiederherstellungsplans unter dem CESA ermöglichen, um das langfristige Überleben der Art zu sichern.
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Quellen
Whittier Daily News
Center for Biological Diversity
Lookout Santa Cruz
LAist
PRESSBEE
Caltrans - CA.gov
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