Zusammenhang zwischen Vitamin-D-Mangel, Müdigkeit und Demenzrisiko belegt

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Das fettlösliche Vitamin D, das im Körper primär hormonelle Funktionen übernimmt, ist für eine Vielzahl physiologischer Prozesse von fundamentaler Bedeutung, darunter der Knochenstoffwechsel, die Regulierung des Immunsystems und die kognitive Leistungsfähigkeit. Neue wissenschaftliche Evidenzen belegen einen kausalen Zusammenhang zwischen einem schweren Mangel an diesem essentiellen Nährstoff und einer signifikant gesteigerten Schwere von Müdigkeit, insbesondere bei älteren weiblichen Studienteilnehmerinnen. Dieses Defizit erweitert das Spektrum der bekannten Mangelerscheinungen, zu denen traditionell Muskelschwäche und Knochenschmerzen zählen, da ein Mangel die adäquate intestinale Resorption von Kalzium und Phosphor beeinträchtigt.

Die Forschung beleuchtet zudem die weitreichenden Auswirkungen von Vitamin D auf die neurologische Integrität. Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein schwerwiegender Vitamin-D-Mangel direkt mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung einer Demenz sowie mit einer messbaren Reduktion des Hirnvolumens korreliert. Analysen legen nahe, dass in bestimmten Bevölkerungsgruppen bis zu 17 Prozent der Demenzfälle potenziell durch die Sicherstellung eines normalen Vitamin-D-Status vermeidbar wären.

Eine prospektive Beobachtungsstudie unter der Leitung von David Llewellyn von der University of Exeter, welche 1.658 Amerikaner der Cardiovascular Health Study umfasste, lieferte spezifische Daten zu diesem Risiko. Teilnehmer mit einem 25(OH)D-Wert unter 25 nmol/l, was einem schweren Mangel entspricht, wiesen ein 2,25-fach höheres Demenzrisiko auf. Bei einem leichten Mangel (25 bis 50 nmol/l) stieg das Risiko für Demenz um 53 Prozent, während das Alzheimer-Risiko in dieser Gruppe um 69 Prozent anstieg. Die biologisch aktive Form des Vitamins, Calcitriol, bindet an den Vitamin-D-Rezeptor (VDR) in Neuronen und Gliazellen, wo es die Genexpression und die Synthese von Neurotransmittern moduliert. Es wird angenommen, dass Vitamin D neuroprotektive Effekte besitzt, unter anderem durch die Beteiligung am Abbau von Beta-Amyloid-Aggregaten, die eine Hauptursache der Alzheimer-Krankheit darstellen.

Die Notwendigkeit einer adäquaten Versorgung wird durch die Prävalenz eines Mangels unterstrichen: In Mitteleuropa erreichen Schätzungen zufolge 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung nicht die wünschenswerte Serumkonzentration des Speicherhormons Calcidiol (25(OH)D) von 50 nmol/l. Während die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) oft 800 Internationale Einheiten (IE) pro Tag vorschlägt, empfiehlt die Endokrine Gesellschaft in den USA Erwachsenen eine tägliche Aufnahme von 1.500 bis 2.000 IE, bei festgestelltem Mangel sogar bis zu 4.000 IE täglich, um diesen Zielbereich zu erreichen.

Experten weisen darauf hin, dass Vitamin D auch eine Rolle bei der Regulierung des Haarwachstums und der psychischen Gesundheit spielt, wobei niedrige Spiegel mit Stimmungsschwankungen assoziiert werden. Medizinische Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht vor einer eigenmächtigen Einnahme hoher Dosierungen. Die verlässlichste Methode zur Feststellung des tatsächlichen Status und zur Vermeidung potenzieller Probleme, wie etwa einer Hyperkalzämie, bleibt die Blutuntersuchung. Die gleichzeitige Einnahme von Vitamin K2 wird oft empfohlen, um sicherzustellen, dass das durch Vitamin D geförderte Kalzium korrekt in die Knochen und nicht in die Gefäßwände eingelagert wird.

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Quellen

  • Internewscast Journal

  • University of South Australia

  • The London Osteoporosis Clinic Editorial Team

  • MedPodLA - Daniel, Ghiyam MD - Beverly HIlls CA 90210 - A4M

  • Dr. Raj Dasgupta (2026) - Sleep Advisor

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