UN-Generalsekretär Guterres warnt vor Finanzkollaps und fordert Regelrevision

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Untertitel: Vereinte Nationen

Der Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat die Mitgliedstaaten am 28. Januar 2026 in einem dringenden Schreiben vor der Gefahr eines beispiellosen finanziellen Zusammenbruchs der Organisation gewarnt. Die anhaltende Liquiditätskrise, die primär auf unbezahlte Mitgliedsbeiträge zurückzuführen ist, droht die operative Handlungsfähigkeit der UN im laufenden Jahr fundamental zu beeinträchtigen. Guterres prognostizierte, dass die verfügbaren Barmittel bei ausbleibender radikaler Verbesserung der Beitragseintreibung bereits im Juli 2026 erschöpft sein könnten, womit die vollständige Umsetzung des für 2026 veranschlagten Budgets von 3,45 Milliarden US-Dollar gefährdet wäre.

Die kritische Lage wird maßgeblich durch die ausstehenden Pflichtzahlungen der Hauptbeitragszahler verschärft. Im Fokus steht die Haltung der Vereinigten Staaten, deren Anteil am regulären Hauptbudget 22 Prozent beträgt. Laut dem Schreiben verweigern die USA weiterhin die Entrichtung ihrer obligatorischen Zahlungen sowohl für den regulären Haushalt als auch für die Friedensmissionen. Die kumulierte US-Schuld gegenüber dem regulären Budget belaufe sich demnach auf rund 2,2 Milliarden US-Dollar, zusätzlich zu geschätzten 1,88 Milliarden US-Dollar für aktive Friedensmissionen und 528 Millionen US-Dollar für abgeschlossene Operationen. Im Gegensatz dazu wird die kontinuierliche Erfüllung der Verpflichtungen durch China hervorgehoben, welches mit 20 Prozent den zweithöchsten Anteil am Hauptbudget trägt.

Die finanzielle Schieflage hat bereits zu konkreten Einschnitten geführt, da die Liquidität als fragil eingestuft wird. Der von der UN-Generalversammlung für 2026 genehmigte reguläre Haushalt wurde bereits um 7 Prozent auf 3,45 Milliarden US-Dollar reduziert, was eine Kürzung gegenüber den 3,72 Milliarden US-Dollar des Vorjahres 2025 darstellt. Diese Reduzierung beinhaltete die Streichung von 2.900 Stellen. Als unmittelbare Konsequenz der Sparmaßnahmen wurde unter anderem die Bereitstellung von Papierhandtüchern in den Waschräumen der New Yorker Zentrale eingestellt.

Guterres präsentierte den Mitgliedstaaten in seinem Schreiben zwei unumgängliche Optionen: Entweder müssen die Verpflichtungen vollständig und fristgerecht erfüllt werden, oder die grundlegenden Finanzierungsregeln der Organisation bedürfen einer fundamentalen Überprüfung. Die Logik der Krise ist systemisch, da die UN-Finanzierung auf Pflichtbeiträgen basiert, die sich nach der relativen Zahlungsfähigkeit der Staaten richten, wobei für die USA politisch eine Obergrenze von 22 Prozent festgelegt wurde. Die Situation wird durch wiederholte Zahlungsverzögerungen der USA in den vergangenen Jahren verschärft, was bereits Ende 2020 zu Liquiditätsengpässen führte.

Die politische Dimension der Krise wird durch die Erwähnung von Präsident Donald Trump akzentuiert, der zwar das Potenzial der UN anerkannte, jedoch seine eigene alternative Struktur, den sogenannten „Rat des Friedens“, ins Leben rief. Dies deutet auf eine mögliche politische Fragmentierung der multilateralen Landschaft hin, während die Kernorganisation mit der Einhaltung ihrer Mandate ringt. Zum Stichtag 29. Januar 2026 hatten lediglich 36 Mitgliedstaaten ihre regulären Budgetbeiträge vollständig beglichen. Die Notwendigkeit einer Reform der Budgetregeln wird somit zu einer existenziellen Frage für die Funktionsfähigkeit der Vereinten Nationen im globalen Kontext.

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Quellen

  • Deutsche Welle

  • The National News

  • Caliber.Az

  • The Washington Post

  • The Patriot KEIB AM 1150

  • United Nations

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