Epigenetische Altersbeschleunigung von Axiom-2-Astronauten weitgehend reversibel
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Eine Analyse der biologischen Alterungsprozesse von Astronauten nach der Axiom-2-Mission liefert Einblicke in die zelluläre Resilienz des Menschen gegenüber extremen Umgebungen. Die Untersuchung, welche die Blutproben der vierköpfigen Besatzung auswertete, wurde Anfang 2026 in der Fachzeitschrift Aging Cell publiziert und etabliert den Raumflug als ein Modellsystem für die Gerontologieforschung. Die Axiom-2-Mission fand im Mai 2023 statt und umfasste einen zehntägigen Aufenthalt auf der Internationalen Raumstation (ISS). Während dieser Zeit war die Crew simultan Mikrogravitation, ionisierender Strahlung, gestörten zirkadianen Rhythmen und sozialer Isolation ausgesetzt, einem Stressorkomplex, der auf der Erde schwer nachzubilden ist.
Der Weltraum könnte ein Testfeld für die Umkehr des Alterns sein.
Die Forschergruppe entwickelte ein spezifisches Maß, die Epigenetische Altersbeschleunigung (EAA), welche die Kombination von 32 verschiedenen auf DNA-Methylierung basierenden Alterungs-Uhren nutzt, um die durch Weltraumstressoren induzierte Verschiebung der biologischen Uhr zu quantifizieren. Die zentrale Beobachtung zeigte, dass die durchschnittliche EAA der vier Astronauten bis zum siebten Flugtag um 1,91 Jahre zunahm, was auf eine schnelle Reaktion auf molekularer Ebene während des Aufenthalts im Orbit hindeutet. Federführender Wissenschaftler ist Dr. David Furman vom Buck Institute for Research on Aging, der auch die Leitung des AI and Bioinformatics Core innehat. Zu den beteiligten Institutionen zählen neben dem Buck Institute auch Weill Cornell Medicine in New York sowie das King Faisal Specialist Hospital and Research Centre in Jeddah, Saudi-Arabien.
Die Forschungsergebnisse legen nahe, dass die physiologischen Mechanismen des Menschen intrinsische Verjüngungsfaktoren besitzen, die diesen beschleunigenden Stressoren entgegenwirken können. Ein wesentlicher Bestandteil der Analyse war die Untersuchung der zellulären Zusammensetzung, wobei Verschiebungen in den Populationen der regulatorischen T-Zellen und der naiven CD4 T-Zellen einen substanziellen Teil der beobachteten Beschleunigung ausmachten. Interessanterweise blieb die Beschleunigungssignatur bei einigen auf Chronologisches Alter und Mortalität basierenden Prädiktoren bestehen, selbst nach Anpassung der Modelle für die Veränderung der Immunzellzusammensetzung. Dies impliziert, dass tiefgreifendere epigenetische Umstrukturierungen jenseits einfacher Zellverschiebungen stattfinden.
Die Rückkehr zur Erde offenbarte eine bemerkenswerte Plastizität des biologischen Systems: Die biologischen Altersschätzungen sanken bei allen vier Besatzungsmitgliedern. Ältere Astronauten kehrten zu ihren prä-flight-epigenetischen Altersangaben zurück, während jüngere Crewmitglieder sogar ein biologisches Alter unterhalb ihres Ausgangswertes zeigten, was auf eine weitgehende oder vollständige Reversibilität hindeutet. Diese schnelle Fluktuation des epigenetischen Alters unterstreicht die dynamische Natur biologischer Alterungsprozesse als Reaktion auf Umweltveränderungen. Die Lizenzierung von geistigem Eigentum aus dieser Grundlagenforschung an ein Spin-off-Unternehmen signalisiert das unmittelbare translationale Potenzial dieser Erkenntnisse, welches von der Entwicklung neuer Wirkstoffe bis hin zu Verbraucher-Anwendungen reicht, die darauf abzielen, Alterungsprozesse zu beeinflussen.
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Quellen
SpaceDaily
Vertex AI Search
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