Kia hat das neue EV2-Modell vorgestellt, das in diesem Frühjahr auf den Straßen erscheinen wird und zahlreiche interessante Vorteile bietet.
Kia enthüllt kompakten Elektro-Crossover EV2 als neues Einstiegsmodell für Europa
Bearbeitet von: Tetiana Pin
Der koreanische Automobilhersteller Kia hat offiziell sein kleinstes und voraussichtlich erschwinglichstes Elektrofahrzeug vorgestellt: den Crossover EV2. Die Weltpremiere dieses rein elektrischen Modells der B-Klasse fand am 9. Januar 2026 auf dem Brüsseler Autosalon statt. Dieser Neuzugang wurde gezielt für den europäischen Markt konzipiert, um die elektrische Mobilität breiter zugänglich zu machen und eine neue Einstiegsmöglichkeit in die E-Palette der Marke zu schaffen.
Die Produktion des EV2 wird im slowakischen Werk von Kia in Žilina erfolgen, wo das Fahrzeug Seite an Seite mit dem Modell EV4 vom Band laufen soll. Obwohl die endgültige Preisgestaltung noch aussteht, spekulieren Marktbeobachter mit einem Basispreis von rund 30.000 Euro. Diese Positionierung macht den EV2 zu einem direkten Herausforderer etablierter Konkurrenten wie dem Renault 4/5, dem Ford Puma Gen-E, dem Skoda Epiq und dem Volkswagen ID. Cross. Der Start der Fertigung für die Standardreichweiten-Version ist für Februar 2026 angesetzt. Im Juni desselben Jahres folgen dann die Varianten mit erweiterter Reichweite sowie die sportliche GT-Line-Ausführung. Die ersten Auslieferungen an Kunden in ganz Europa werden für das Frühjahr 2026 erwartet.
Technisch gesehen basiert der EV2 auf der bewährten 400-Volt-Architektur E-GMP von Hyundai Motor Group. Kunden haben die Wahl zwischen zwei Batterieoptionen. Zum einen steht ein Standard-LFP-Akku mit 42,2 kWh Kapazität zur Verfügung, der eine Reichweite von bis zu 317 Kilometern nach WLTP-Zyklus ermöglichen soll. Für Reichweitenhungrige gibt es ein NMC-Paket mit 61 kWh, das eine Distanz von bis zu 448 Kilometern verspricht. Beide Versionen unterstützen das Schnellladen via Gleichstrom, wodurch eine Ladung von 10 auf 80 Prozent in etwa 30 Minuten realisierbar ist.
Ein bemerkenswertes Detail für ein Basismodell von Kia ist die Unterstützung sowohl der 11 kW als auch der optionalen 22 kW AC-Ladung, was die Anpassung an die europäische Ladeinfrastruktur unterstreicht. Darüber hinaus verfügt der EV2 über bidirektionale Ladetechnologien wie V2L (Vehicle-to-Load) und V2G (Vehicle-to-Grid). Diese Features erhöhen die Flexibilität des Fahrzeugs erheblich, sei es für den Betrieb externer Geräte oder die Netzeinspeisung.
Die Abmessungen ordnen den EV2 klar der kompakten Klasse zu: Er misst 4.060 mm in der Länge, 1.800 mm in der Breite und 1.575 mm in der Höhe, bei einem Radstand von 2.565 mm. Das Außendesign folgt der Designphilosophie „Opposites United“ und präsentiert sich kantig, aber mit einer selbstbewussten SUV-Haltung. Das Interieur ist nach dem „picnic box“-Konzept gestaltet, das Flexibilität und Übersichtlichkeit in den Vordergrund stellt. Das Cockpit wird von einem Triple-Display-Setup dominiert, bestehend aus zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen und einem zusätzlichen 5,3-Zoll-Touchscreen für die Klimasteuerung.
Die Praktikabilität wurde maximiert: Die Rücksitze sind verschiebbar und umklappbar. Dies erlaubt entweder eine Vergrößerung des Knieraums auf bis zu 958 mm oder eine Erweiterung des Kofferraums von den standardmäßigen 362 Litern (bei Fünfsitzer-Konfiguration) auf 403 Liter. Eine Premiere für diese Fahrzeugklasse bei Kia ist die Integration eines vorderen Gepäckraums (Frunk) mit 15 Litern Volumen. Interessanterweise kann die Basisversion des EV2 sowohl als Vier- als auch als Fünfsitzer konfiguriert werden. Das Werk in Žilina, in dessen Vorbereitung für EV4 und EV2 108 Millionen Euro investiert wurden, peilt an, bis 2027 jährlich rund 180.000 Elektrofahrzeuge zu produzieren.
Quellen
SiOL
Electrek
The TechRadar
The Korea Herald
TopElectricSUV
Automotive News Europe
