Ballaststoffe als neuer Ernährungsschwerpunkt: Industrie reagiert auf "Fibermaxxing"-Trend

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Branchenanalysten beobachten eine signifikante Verschiebung in der Ernährungslandschaft, bei der Ballaststoffe als nächster dominierender Nährstoff etabliert werden, der die bisherige Konzentration auf Proteine ablöst. Diese Entwicklung wird maßgeblich durch eine wachsende Verbrauchernachfrage getrieben, insbesondere durch die Generation Z, die über den Trend des „Fibermaxxing“ gezielt die Darmgesundheit in den Fokus rückt. Dieser Trend beschreibt die bewusste Maximierung der täglichen Ballaststoffzufuhr, oft über die klassischen Empfehlungen hinaus, um das Immunsystem und den Stoffwechsel zu optimieren, primär durch den Konsum vollwertiger Lebensmittel statt durch Supplemente.

Ramon Laguarta, der CEO von PepsiCo, hat diese Verschiebung proklamiert und erklärt, dass Ballaststoffe das „nächste Protein“ darstellen werden, da sie in der durchschnittlichen Ernährung, insbesondere in den USA, einen signifikanten Mangel aufweisen. Als Reaktion darauf intensiviert PepsiCo die Anreicherung seiner Produktpalette. So wurde beispielsweise im Juli eine präbiotische Cola-Variante mit drei Gramm Ballaststoffen eingeführt, und es sind angereicherte Linien von Starbucks Coffee Protein, Quaker, Sun Chips, PopCorners und Smartfood geplant. Diese strategischen Anpassungen sollen auch dazu beitragen, das in den letzten Quartalen verlangsamte Umsatzwachstum des Konzerns wieder zu beschleunigen.

Der Einzelhandel nimmt diesen Wandel ebenfalls ernst. Whole Foods Market prognostiziert in seinem jährlichen Trendbericht für 2026 das „Jahr des Ballaststoff-Rausches“ (Fiber Frenzy) und erwartet eine verstärkte Kennzeichnung von Ballaststoffgehalten auf Verpackungen in Kategorien wie Nudeln, Brot und Riegeln. Die Trends Council von Whole Foods Market, bestehend aus Einkäufern und kulinarischen Experten, identifiziert diese Entwicklung als Teil eines breiteren Musters, bei dem „Neugier, Kreativität und bewusste Entscheidungen“ das Einkaufs- und Essverhalten formen. Die Konzentration auf Ballaststoffe könnte zudem neue Anforderungen an die Lieferketten stellen, wobei Zutaten wie Maniok, Chicorée und Konjak an Bedeutung gewinnen könnten.

Ernährungswissenschaftler betonen die Wichtigkeit der Quelle dieser Nahrungsbestandteile. Es wird geraten, den Ballaststoffbedarf primär über unverarbeitete Vollwertkost wie Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu decken, anstatt sich ausschließlich auf angereicherte Fertigprodukte zu verlassen, um die optimalen gesundheitlichen Vorteile zu erzielen. Ballaststoffe, die unverdauliche Bestandteile pflanzlicher Nahrung, werden in lösliche und unlösliche Typen unterteilt, wobei beide für die Darmgesundheit, die Blutzuckerstabilisierung und die Senkung des Cholesterinspiegels essentiell sind. Während lösliche Fasern im Verdauungstrakt aufquellen und den Blutzucker stabilisieren, fördern unlösliche Fasern die Darmtätigkeit.

Die allgemeine Ballaststoffaufnahme in der modernen westlichen Ernährung liegt oft nur bei etwa 15 Gramm pro Tag, während Experten eine Zufuhr von 30 bis 45 Gramm täglich empfehlen, was die Dringlichkeit der aktuellen Verschiebung unterstreicht. Ein kurzzeitiger Verzicht auf Ballaststoffe kann die Anfälligkeit des Körpers für Krankheiten erhöhen, wie Studien belegen, was die Rolle dieser Komponenten für das Immunsystem hervorhebt. Für Konsumenten, die den „Fibermaxxing“-Ansatz verfolgen, wird zudem die Notwendigkeit betont, die Zufuhr schrittweise zu erhöhen und gleichzeitig mindestens 1,5 bis 2 Liter Wasser täglich zu konsumieren, um Quellwirkungen zu unterstützen und Beschwerden wie Blähungen zu vermeiden, insbesondere bei Personen mit Vorerkrankungen wie Reizdarmsyndrom. Die Industrie reagiert somit auf ein gesundheitlich fundiertes Prinzip, das den Fokus von der reinen Proteinoptimierung auf eine umfassendere Nährstoffdichte verlagert.

7 Ansichten

Quellen

  • economic.bg

  • WGHN

  • Tata 1mg Capsules

  • Bay State Milling

  • Athletech News

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