
Schwarzkümmel senkt nachweislich Gesamtcholesterin in Studien
Bearbeitet von: Olga Samsonova

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen bekräftigen das Potenzial von Schwarzkümmel (*Nigella sativa*), einem weltweit verbreiteten Küchengewürz, zur Förderung der kardiovaskulären Gesundheit. Die Samen dieser einjährigen Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse, deren Ursprung in Westasien und Osteuropa liegt, werden traditionell seit Jahrtausenden in der Volksmedizin, insbesondere im Nahen Osten und Südasien, verwendet.
Eine Kernstudie japanischer Forscher der Osaka Metropolitan Universität untersuchte die Wirkung einer täglichen Supplementierung über einen Zeitraum von acht Wochen. Teilnehmer, die täglich fünf Gramm Schwarzkümmelpulver einnahmen, zeigten eine messbare Reduktion des Gesamtcholesterins, des Low-Density-Lipoprotein-Cholesterins (LDL) und der Triglyceride. Die Kontrollgruppe, die das Pulver nicht konsumierte, verzeichnete keine vergleichbaren Veränderungen. Lebensmittelwissenschaftlerin Akiko Kojima-Yuasa bestätigte die nachweisbaren blutfettsenkenden Effekte bei menschlichen Probanden. Parallel dazu beobachteten die Wissenschaftler eine Steigerung des High-Density-Lipoprotein-Cholesterins (HDL).
Eine umfassende Metaanalyse, welche die Daten von 17 randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 3679 Teilnehmern auswertete, untermauerte diese positiven Entwicklungen im Lipidprofil. Die aggregierten Ergebnisse zeigten eine durchschnittliche Senkung des Gesamtcholesterins um 16 mg/dL, des LDL-Cholesterins um 14 mg/dL und der Triglyceride um 21 mg/dL. Diese Metaanalyse stellte jedoch keine signifikante Beeinflussung des HDL-Cholesterins fest, im Gegensatz zu einigen anderen Einzelstudien.
Molekulare Mechanismen deuten auf die zentrale Rolle des Hauptbestandteils Thymoquinon hin. Laborversuche mit Zellkulturen legten nahe, dass Schwarzkümmel-Extrakt die Adipogenese, die Entstehung neuer Fettzellen, hemmt. Thymoquinon, ein wesentlicher Bestandteil des ätherischen Öls, verfügt über ausgeprägte antioxidative und entzündungshemmende Eigenschaften. Tiermodelle belegten, dass Thymoquinon die Expression von Genen wie SREBP-1c, C/EBP-α und FAS herunterreguliert, was die Fettsäuresynthese und Fettspeicherung reduziert und somit zur metabolischen Unterstützung beitragen könnte.
Obwohl die klinischen Ergebnisse vielversprechend sind, betonen Experten die Notwendigkeit weiterer Forschung mit längeren Zeiträumen und größeren Kohorten, um die langfristigen Auswirkungen auf den Stoffwechsel und das kardiovaskuläre Risiko abschließend zu bewerten. Dennoch wird eine pragmatische Empfehlung ausgesprochen: die tägliche Integration von etwa einem halben Teelöffel der Samen in die Ernährung zur Nutzung der bioaktiven Verbindungen, zu denen neben Thymoquinon auch Flavonoide, Alkaloide sowie Mineralstoffe wie Zink und Selen zählen. Die Pflanze, die historisch bereits im alten Ägypten und als Heilmittel im Islam geschätzt wurde, festigt somit ihren Status als wertvolles funktionelles Lebensmittel.
13 Ansichten
Quellen
Verywell Health
Vertex AI Search
Vertex AI Search
Sci.News
News-Medical.Net
Osaka Metropolitan University
Weitere Nachrichten zu diesem Thema lesen:
Haben Sie einen Fehler oder eine Ungenauigkeit festgestellt?Wir werden Ihre Kommentare so schnell wie möglich berücksichtigen.



