Extreme Kälte löst seltenes Pfannkucheneis-Phänomen auf dem Michigansee aus

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Der Fotograf Nathan Voytovick hat ein atemberaubendes Foto winziger Sandskulpturen aufgenommen, die der Gravitation trotzen, während die Temperaturen frieren.

Am Montag, dem 15. Dezember 2025, ereignete sich ein bemerkenswertes meteorologisches Phänomen auf dem Michigansee. Eine intensive Kältewelle, die den Oberen Mittleren Westen der USA erfasste, führte zur dokumentierten Entstehung von sogenanntem Pfannkucheneis nahe dem North Pier Lighthouse. Dieses eindrucksvolle Naturschauspiel, charakterisiert durch kreisförmige, scheibenförmige Eisstücke, entsteht direkt unter turbulenten, unter dem Gefrierpunkt liegenden Wasserbedingungen, bei denen aktive Wellenbewegung auf Temperaturen trifft, die deutlich unter dem Nullpunkt liegen.

Drohnenaufnahmen zeigen eine seltene Szene: Bei extrem niedrigen Temperaturen breitete sich Pancake-Eis über dem Lake Michigan aus

Die physikalischen Mechanismen hinter diesem Naturwunder sind faszinierend. Die Wellenbewegung stört eine dünne Schicht aus Oberflächeneis oder Schlammeis. Die daraus resultierenden Fragmente beginnen, sich zu drehen und miteinander zu kollidieren. Durch dieses ständige Aneinanderstoßen werden die Kanten der Eissplitter abgerundet, was zur typischen Scheibenform führt. Solche Eisscheiben können Durchmesser von bis zu drei Metern erreichen. Oftmals weisen sie erhöhte Ränder auf, die entstehen, wenn Schlamm oder Frazil-Eis bei den anhaltenden Kollisionen an den Rändern aufgetürmt wird.

Bei starker Wellenenergie können diese Eispfannkuchen übereinander schwimmen, was zu unebenen Oberflächen führt, bevor sie schließlich zu größeren Eisschollen zusammenfrieren. Obwohl Pfannkucheneis am Michigansee bei extrem kaltem Wetter nicht völlig unbekannt ist, bleibt es im Vergleich zur üblichen Eisbedeckung des Sees eine eher seltene Erscheinung. Die historischen Daten zur Eisbedeckung der Großen Seen zeigen eine hohe Variabilität von Jahr zu Jahr.

Langzeitaufzeichnungen, die bis ins Jahr 1973 zurückreichen, deuten generell auf eine Abnahme der Tage mit Eisbedeckung im gesamten Becken hin. Als Beispiel lässt sich anführen, dass die flächengewichtete Durchschnittsbedeckung aller fünf Großen Seen zwischen 1973 und 2023 um beachtliche 25 Prozent zurückging. Die Region der Großen Seen verzeichnet seit 1970 einige der stärksten Erwärmungstrends im Winter des Landes. Daher stellen solche extremen Kälteereignisse bemerkenswerte Unterbrechungen dieser allgemeinen Erwärmungstendenz dar.

Auch an anderen Orten entlang des Michigansees wurden kürzlich ähnliche Formationen nach intensiven Kälteeinbrüchen beobachtet. Mitte Januar 2025 trat Pfannkucheneis in der Nähe von Chicago, Illinois, während einer Periode gefährlich niedriger Temperaturen auf. Darüber hinaus meldeten weitere Orte in West-Michigan – darunter St. Joseph, South Haven und Grand Haven – das Auftreten dieser eisigen Platten während einer besonders harten Kältewelle Mitte Januar 2025. Die Sichtung nahe dem North Pier Lighthouse am 15. Dezember 2025 unterstreicht die lokale Intensität der Kaltlufteinbrüche, die selbst angesichts der allgemeinen Erwärmungstrends noch solch dramatische Eisdynamiken auslösen können.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist die Entstehung von Pfannkucheneis von Bedeutung, da sie die Wechselwirkungen zwischen Ozean und Atmosphäre beeinflusst. Dies geschieht durch die Veränderung der Windreibung und des Wärmeaustauschs über der Wasseroberfläche. Meteorologen und Klimaforscher verfolgen solche Ereignisse aufmerksam, da sie Aufschluss über aktive Wellendynamiken und Gefriertemperaturen geben – Faktoren, die für das Verständnis der Meereisentwicklung und lokaler Wetterlagen von entscheidender Bedeutung sind. Das Erscheinen dieser Eisstruktur, selbst wenn es nur vorübergehend ist, verdeutlicht die starke, lokal begrenzte Auswirkung extremer Winterwetterereignisse auf den physikalischen Zustand der Großen Seen.

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Quellen

  • FOX Weather

  • Weather Watchdog

  • FOX Weather

  • Oceanwide Expeditions

  • WZZM

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