Rekordwärme im Januar 2026 stört arktische Lebensweisen in Grönland

Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17

Grönland verzeichnete seinen wärmsten Januar seit 150 Jahren.

Grönland erlebte im Januar 2026 ein außergewöhnliches meteorologisches Ereignis, das durch die wärmsten Januar-Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen an der Westküste gekennzeichnet war. Diese signifikante Abweichung von den langjährigen Normwerten signalisiert eine Beschleunigung der globalen Erwärmungstrends, wobei die Arktis Berichten zufolge etwa viermal schneller erwärmt als der globale Durchschnitt. In der nördlich des Polarkreises gelegenen Siedlung Ilulissat erreichte die Durchschnittstemperatur im Januar bemerkenswerte -1,6°C. Dieser Wert liegt elf Grad über dem langjährigen Durchschnitt und übertraf damit den bisherigen Rekord aus dem Jahr 1929.

January 2026 war das wärmste jemals registrierte Jahr im westlichen Teil Grönlands.

Die unmittelbare Konsequenz dieser extremen Erwärmung war das vollständige Fehlen von Meereis in den lokalen Buchten. Der Hundeschlittenchampion Jørgen Kristensen sah sich gezwungen, Wasser für seine Hunde auf Touren zu transportieren, da die übliche Oberfläche aus Schnee und Eis durch bloße Erde und Fels ersetzt wurde. Solche Veränderungen bedrohen die Lebensgrundlage der Inuit, für die das Eis historisch als unverzichtbare Verkehrsader diente, um abgelegene Jagdgebiete und Gemeinschaften zu verbinden. Das schwindende Eis stellt für die Inuit-Gemeinschaften eine tiefgreifende kulturelle Zäsur dar, da Robben, die das Eis als Rast- und Kinderstube benötigen, seltener werden, was direkt die Ernährungssicherheit der Ureinwohner beeinflusst.

Grönländische Musher hoffen bei wärmer werdendem Klima auf Schnee.

Darüber hinaus führen die veränderten Bedingungen zu erhöhten maritimen Gefahren für örtliche Fischer. Regen, der anstelle von Schnee fällt, erzeugt tückische, glasartige Eisschichten auf dem Wasser, die die Sicht drastisch reduzieren. Die instabilen Eisverhältnisse beeinflussen auch den Tourismussektor, der Störungen bei Winteraktivitäten wie Schneemobilfahren und Skifahren aufgrund der geringeren Schneedecke und unzuverlässiger Eisbedingungen meldet. Auch die Stabilität der Permafrostböden, auf denen Inuit-Häuser auf Stelzen errichtet sind, wird durch das brüchig werdende Eis gefährdet, was ganze Siedlungen unbewohnbar machen kann.

Die weitreichenden klimatischen Verschiebungen in Grönland haben auch geopolitische Implikationen. Während wärmere Bedingungen potenziell den Zugang zu strategischen Mineralien erleichtern und somit neue Wirtschaftszweige wie den Bergbau fördern könnten, erfordert die veränderte Arktis eine Anpassung der Sicherheitsstrategien. Die Deutsche Marine besuchte Grönland im Januar 2026 mit dem Einsatzgruppenversorger „Berlin“, um im Rahmen der NATO die Bereitschaft zur Übernahme von mehr Verantwortung für die Stabilität im Hohen Norden zu demonstrieren, wobei die Sicherung strategischer Seewege im Nordatlantik ein Schwerpunkt ist. Die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeld betonte die Notwendigkeit, die Verteidigungsbereitschaft zu stärken, um Spannungen niedrig zu halten.

Die wissenschaftliche Beobachtung der Arktis zeigt, dass die Erwärmung nicht nur lokale Kulturen betrifft, sondern globale Wetterphänomene beeinflusst. Das Schmelzwasser des Grönlandeises, das leichter als Salzwasser ist, legt sich als Schicht auf den Atlantik und beeinflusst den Jetstream über Europa. Dies kann zu extremeren Sommern in Nord- und Südeuropa führen, wie die Hitzesommer 2018 und 2022 belegen. Die Inuit, die seit über 40 Jahren auf die Konsequenzen der Klimakrise aufmerksam machen, erleben die Folgen am direktesten.

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Quellen

  • euronews

  • Midland Reporter-Telegram

  • RTL Today

  • Fair Observer

  • Guide to Greenland

  • AP News

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