Der neue Long March 10 Testflug war vollständig erfolgreich
China testet neue Mondrakete und Raumschiff simultan in Wenchang
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Die Volksrepublik China hat am Mittwoch, dem 11. Februar 2026, einen bedeutenden Testlauf für ihr bemanntes Mondexplorationsprogramm durchgeführt. Dabei wurden die nächste Generation der Trägerrakete Langer Marsch 10 und das unbemannte Raumfahrzeug Mengzhou gleichzeitig erprobt. Der Meilenstein wurde an einer neu errichteten Startanlage auf dem Wenchang Weltraumstartgelände in der Provinz Hainan realisiert. Dieser Schritt bekräftigt Chinas erklärtes Ziel, noch vor Ende des Jahrzehnts Astronauten auf den Mond zu bringen.
Nahaufnahme des Starts
Die China Manned Space Engineering Office (CMSEO) bestätigte den erfolgreichen Abschluss der Demonstration, welche die funktionalen Anforderungen für künftige bemannte Mondmissionen verifiziert hat. Die Mission umfasste eine Demonstration des Kernstufenbetriebs der Langen Marsch 10 auf niedriger Höhe sowie einen Flugabbruchtest des Mengzhou-Raumschiffs unter maximalem aerodynamischem Druck, der sogenannten Max-Q-Phase. Der Start der Testeinheit erfolgte um 11:00 Uhr Pekinger Zeit. Während der Max-Q-Phase wurden das Notfalltrennsystem und das Fluchtsystem des Mengzhou-Raumschiffs erfolgreich aktiviert.
Wasserlandung der ersten Stufe der Long March 10A.
Die Rückkehrkapsel des Mengzhou erreichte nach dem Auslösen der Fallschirme eine sichere Wasserung. Dies markierte die erste maritime Such- und Bergungsmission für eine bemannte Raumschiffkapsel in der Geschichte des Landes. Parallel dazu absolvierte die Erststufe der Langen Marsch 10, die als Prototyp für eine wiederverwendbare Rakete konzipiert ist, einen kontrollierten Wiedereintritt und eine propulsive Wasserung in der Nähe eines Bergungsschiffes. Diese Validierung der Aufstiegs- und Bergungsfunktionen der ersten Stufe signalisiert technologische Fortschritte bei der Entwicklung wiederverwendbarer Schwerlastträgerraketen.
Das Mengzhou-Raumfahrzeug, dessen Name „Traumgefäß“ bedeutet, ist als Nachfolger der Shenzhou-Serie für bemannte Mondmissionen konzipiert. Die jüngste Erprobung folgt auf frühere Meilensteine, darunter einen Pad-Abbruchtest für Mengzhou im Juni 2025 und Seilzündtests für die Lange Marsch 10 im Jahr 2025. Die Gesamtstruktur der Langen Marsch 10 Serie umfasst zwei Konfigurationen: die dreistufige Variante mit Starthilfsraketen für Mondmissionen und die zweistufige wiederverwendbare Variante Lange Marsch 10A für die Versorgung der Raumstation Tiangong.
Dieser simultane Test stellt einen technologischen Sprung dar und positioniert China im direkten Wettlauf mit dem Artemis-Programm der NASA, um Menschen bis zum Ende des Jahrzehnts auf den Mond zurückzubringen. Die erfolgreiche maritime Bergungsfähigkeit ist für bemannte Tiefraummissionen von zentraler Bedeutung, da sie die Verfahren für die sichere Rückkehr von Astronauten validiert. Weitere geplante Aktivitäten für 2026 umfassen voraussichtlich einen vollständigen Orbitaltest der Langen Marsch 10A. Die Missionen Chang'e 7 (geplant ab 2026) und Chang'e 8 (geplant ab 2027) sollen die Basis für den Bau einer zukünftigen Internationalen Mondforschungsstation (ILRS) legen.
Die neue Startrampe in Wenchang ist speziell für größere Raketen wie die Lange Marsch 10 ausgelegt, die mit 90 Metern Höhe die derzeit längste Rakete des Standorts, die Changzheng 7A, übertrifft. Die Entwicklung der Wiederverwendbarkeit wird durch neue Infrastruktur wie die „Navigator“-Plattform unterstützt, die darauf abzielt, fallende Raketenstufen mittels eines Netzes in der Luft zu fangen und somit die Kosten zu senken. Die erfolgreiche Durchführung dieser komplexen Erprobung, die mehrere historische Premieren beinhaltete, festigt die Basis für Chinas Ambitionen im bemannten Raumfahrtsektor.
Quellen
SpaceNews
CGTN
Global Times
Xinhua
Pandaily
India Today