Zweitägige Haferdiät senkt LDL-Cholesterin bei metabolischem Syndrom signifikant

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Eine hochdosierte, kurzzeitige Ernährungsumstellung, die sich über zwei Tage erstreckte und fast ausschließlich aus gekochtem Hafer bestand, führte bei Probanden mit dem metabolischen Syndrom zu einer Reduktion des LDL-Cholesterinspiegels um 10 Prozent. Diese positiven Effekte auf die Blutfettwerte hielten laut Forschungsergebnissen der Universität Bonn über einen Zeitraum von sechs Wochen nach Abschluss der intensiven Intervention an. Die Studie umfasste 68 Teilnehmer und verglich die Auswirkungen dieser kalorienreduzierten Diät, die täglich 300 Gramm Hafer vorsah, mit Kontrollgruppen.

Das metabolische Syndrom, charakterisiert durch erhöhten Blutdruck, Übergewicht sowie erhöhte Blutzucker- und Blutfettwerte, steigert das Risiko für Gefäßerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Die schnelle und nachhaltige Senkung des als „schlecht“ bezeichneten LDL-Cholesterins wird auf tiefgreifende Veränderungen im Darmmikrobiom zurückgeführt. Spezifische Darmbakterien wandeln demnach Bestandteile des Hafers in vorteilhafte phenolische Verbindungen um, was den Stoffwechsel positiv beeinflusst. Hafer fördert als Phytopharmakon zudem das Wachstum gesünderer Darmbakterien, was zur Verbesserung der Blutlipidprofile beitragen kann.

Der zentrale Mechanismus der cholesterinsenkenden Wirkung liegt im Hafer-Beta-Glucan, einem löslichen Ballaststoff. Dieser bildet im Dünndarm eine viskose Matrix, welche die Aufnahme von Nahrungscholesterin verzögert und Gallensäuren bindet, die anschließend ausgeschieden werden. Da Gallensäuren Cholesterin enthalten, muss die Leber diesen Vorrat durch die vermehrte Umwandlung von Cholesterin auffüllen, wodurch LDL-Cholesterin aus dem Blut entfernt wird. Im Gegensatz dazu zeigen andere Studien, die sich auf eine tägliche Aufnahme von drei Gramm Beta-Glucan konzentrieren, Effekte oft erst nach vier bis acht Wochen, mit einer möglichen LDL-Senkung von bis zu 15 Prozent.

Die in der Bonner Studie angewandte Diät war kalorienreduziert und bewirkte im Vergleich zu den Kontrollgruppen zusätzlich eine Abnahme des Blutdrucks. Hafer liefert wichtige Mikronährstoffe wie etwa 177 mg Magnesium und 429 mg Kalium pro 100 Gramm, welche die Entspannung der Blutgefäße unterstützen können. Ernährungsexperten betonen, dass zur Aufrechterhaltung eines normalen Cholesterinspiegels eine langfristige, cholesterinbewusste Ernährung, ergänzt durch fünf Portionen Obst und Gemüse sowie Bewegung, essenziell bleibt. Die Fermentation der löslichen Ballaststoffe im Dickdarm durch Bakterien führt zur Bildung kurzkettiger Fettsäuren wie Butyrat, was die Mikrobiota stabilisiert und über die Cholesterinsenkung hinaus die allgemeine kardiovaskuläre Gesundheit fördern kann.

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Quellen

  • Knowridge Science Report

  • Universität Bonn

  • EurekAlert!

  • EurekAlert!

  • PubMed

  • Mayo Clinic

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