Fermentierte Sojabohnenpaste Miso: Forschung beleuchtet radioprotektive und kognitive Effekte

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Die traditionelle, fermentierte Sojabohnenpaste Miso rückt zunehmend in den Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen, inspiriert durch historische Beobachtungen bezüglich ihrer potenziellen radioprotektiven Eigenschaften. Anekdotische Berichte von Überlebenden des Atombombenabwurfs auf Nagasaki deuteten darauf hin, dass Personen, die täglich Misosuppe, oft zusammen mit Wakame-Seetang, konsumierten, in der Nähe des Epizentrums keine akuten Symptome der Strahlenkrankheit zeigten. Diese Beobachtungen haben experimentelle Studien initiiert, die das komplexe Zusammenspiel von Ernährung und zellulärer Widerstandsfähigkeit untersuchen sollen.

Experimentelle Untersuchungen legen nahe, dass die Dauer der Fermentation ein entscheidender Faktor für die Wirksamkeit von Miso ist. Studien an Tiermodellen belegen, dass eine Fermentation von 180 Tagen die Miso-Bestandteile hervorbringt, welche den Schutz von DNA und der Darmschleimhaut nach Bestrahlung am effektivsten unterstützen. Forscher stellten fest, dass die Verlängerung der Fermentationsdauer die Überlebenszeit von Mäusen nach einer 60Co-Gamma-Bestrahlung signifikant verlängerte, wobei die 180-tägige Fermentation die größte Schutzwirkung zeigte, insbesondere hinsichtlich des Überlebens der Krypten im Jejunum.

Über den Strahlenschutz hinaus enthält Miso die Verbindung Genistein, ein Isoflavon, dem antikarzinogene Effekte zugeschrieben werden. Tierversuche belegen, dass Genistein vielversprechend gegen Lungen-, Brust- und Lebertumore bei Mäusen wirkt, indem es die Blutversorgung der Tumore hemmt. Genistein, ein Flavonoid, zeigt breite biologische Aktivitäten, einschließlich krebshemmender Wirkungen durch die Hemmung von Signalwegen wie STAT3, AKT, ERK und p38 sowie die Reduktion der VEGF-Expression, welche für die Tumorangiogenese relevant ist.

Die traditionelle Annahme, dass der Natriumgehalt in Miso den Blutdruck erhöht, wird durch neuere Forschung kritisch hinterfragt. Studien deuten darauf hin, dass das in Miso enthaltene Salz in bestimmten Tiermodellen nicht zu einem Anstieg des Blutdrucks führt, im Gegensatz zu reinem Salzkonsum. Diese Ergebnisse stehen im Einklang mit der Erkenntnis, dass eine hohe Blutdruckbelastung die kognitive Leistungsfähigkeit negativ beeinflusst; bereits leicht erhöhte Werte können die geistige Fitness mindern. Die Integration von Miso in die Ernährung wird ferner mit der Erhaltung der Gehirngesundheit assoziiert, was angesichts der negativen Korrelation zwischen Hypertonie und kognitivem Abbau von Bedeutung ist. Beispielsweise konnte eine intensive Blutdruckkontrolle, wie in der CRHCP-3-Studie mit fast 34.000 chinesischen Erwachsenen untersucht, das Demenzrisiko um 15 Prozent senken.

Miso, hergestellt durch die Fermentation von Sojabohnen mit Koji-Schimmelpilzen wie Aspergillus oryzae, ist ein Grundpfeiler der japanischen Küche mit einer Geschichte von über 2.500 Jahren. Die Fermentationsdauer, die von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren reichen kann, bestimmt maßgeblich Geschmack und Farbe; eine längere Fermentation führt zu dunklerer Farbe und intensiverem Umami-Geschmack. Die Untersuchung dieser traditionellen Lebensmittel im Kontext moderner Gesundheitsherausforderungen, wie Strahlenexposition und altersbedingtem kognitivem Rückgang, unterstreicht die anhaltende Relevanz alter Ernährungspraktiken für die Resilienz des menschlichen Organismus.

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Quellen

  • Net.hr

  • PMC

  • SciSpace

  • Alive+Fit

  • ResearchGate

  • Rethinking the Water-Salt Relationship Through Miso and Miso Soup: Exploratory Perspectives on Their Possible Roles in Cancer and Radiation Therapy

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