Kaffee als Verbündeter für Darm- und Herzgesundheit neu bewertet
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Der Epidemiologe Professor Tim Spector positioniert Kaffee neu als wichtigen Faktor für die Verdauungs- und Herz-Kreislauf-Gesundheit und markiert damit eine Abkehr von früheren medizinischen Vorbehalten. Diese Neubewertung stützt sich auf die Erkenntnis, dass Kaffee signifikante Mengen an Polyphenolen und löslichen Ballaststoffen enthält. Diese Bestandteile wirken im Darm präbiotisch und fördern die Entwicklung einer reichhaltigeren und vielfältigeren Darmmikrobiota.
Umfangreiche Studien, unter anderem unter Nutzung von Daten aus Kohorten wie der UK Biobank, belegen einen direkten Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und der Prävalenz spezifischer nützlicher Bakterien. Insbesondere wurde bei Kaffeetrinkern eine signifikant erhöhte Häufigkeit und Menge des Bakteriums Lawsonibacter asaccharolyticus festgestellt. Laborversuche zeigten, dass Kaffee das Wachstum dieses Mikroorganismus direkt stimulieren kann. Diese Bakterienart war in westlichen Populationen mit hohem Kaffeekonsum verbreiteter als in nicht-westlichen, ländlichen Gruppen, was die Rolle der Kaffeeaufnahme als Schlüsselfaktor unterstreicht.
Die Anwesenheit von L. asaccharolyticus korreliert mit kaffeeassoziierten Metaboliten wie Chininsäure und Trigonellin, welche mit positiven gesundheitlichen Effekten des Kaffees in Verbindung gebracht werden. Darüber hinaus produzieren einige dieser darmfreundlichen Mikroben, wie L. asaccharolyticus, kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat. Butyrat ist essenziell für die Integrität der Darmschleimhaut und die Minimierung von Entzündungen im Körper.
Die positiven Auswirkungen des Kaffeekonsums erstrecken sich auch auf das kardiovaskuläre System. Mehrere prospektive Studien deuten darauf hin, dass regelmäßiger Kaffeegenuss, selbst in Mengen von bis zu sechs Tassen gefiltertem Kaffee täglich, nicht mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen assoziiert ist. Im Gegenteil, die experimentelle Evidenz spricht für eine umgekehrte Korrelation, wobei Kaffeetrinker ein reduziertes Risiko für koronare Herzkrankheiten, Schlaganfälle und kardiovaskulär bedingte Todesfälle aufweisen können. Diese Effekte werden auf die entzündungshemmenden und antioxidativen Eigenschaften der bioaktiven Substanzen zurückgeführt.
Analysen zeigen, dass die Art des Konsums eine Rolle spielen kann: Ein um 31 Prozent geringeres Risiko für kardiovaskuläre Sterblichkeit wurde bei Personen festgestellt, die ihren Kaffee überwiegend morgens konsumierten, im Gegensatz zu jenen, die ihn über den Tag verteilten. Tim Spector empfiehlt täglich zwei bis vier Tassen Kaffee, warnt jedoch davor, exzessive Mengen an Zucker oder ultra-verarbeitete Lebensmittel gleichzeitig zu konsumieren, da dies die positiven Effekte konterkarieren könnte. Selbst in entkoffeinierten Varianten wurden positive Effekte auf die Darmflora beobachtet, was die Bedeutung der nicht-koffeinhaltigen Bestandteile wie Ballaststoffe und Polyphenole hervorhebt. Die Forschung bestätigt, dass Kaffee eines der Getränke ist, das regelmäßig konsumiert die meisten Ballaststoffe liefern kann, was die Verschiebung hin zu einer ernährungsphysiologischen Sichtweise signalisiert, die Kaffee als integralen Bestandteil eines gesundheitsfördernden Lebensstils betrachtet.
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Quellen
O Globo
ZOE
ELTIEMPO.com
Mundo Deportivo
Trendencias
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