Studie legt nahe: Fossil „Little Foot“ (StW 573) gehört unbekanntem menschlichem Verwandten
Bearbeitet von: gaya ❤️ one
Eine neue wissenschaftliche Untersuchung, deren Ergebnisse Ende 2025 publiziert wurden, legt nahe, dass das frühe menschliche Fossil „Little Foot“ (StW 573) eine bisher nicht identifizierte menschliche Verwandtenart repräsentieren könnte. Das nahezu vollständig erhaltene Skelett, das zwischen 1994 und 1998 im südafrikanischen Sterkfontein-Höhlensystem geborgen wurde, war Gegenstand intensiver taxonomischer Debatten, wobei es zuvor der Spezies Australopithecus prometheus oder Australopithecus africanus zugeordnet wurde.
Der leitende Autor der aktuellen Analyse, Dr. Jesse Martin von der La Trobe University in Australien, äußerte nach einer detaillierten morphologischen Gegenüberstellung die Überzeugung, dass es sich bei den Überresten „wahrscheinlicher um einen bisher unidentifizierten, menschlichen Verwandten“ handelt. Die Forscher nutzten moderne 3D-Scanning-Technologie, um das Schädeldach von Little Foot mit dem Typusexemplar von A. prometheus (Fragment MLD 1) sowie mit Exemplaren von A. africanus zu vergleichen. Diese digitale Analyse identifizierte mindestens fünf signifikante anatomische Abweichungen, welche eine eindeutige Zuordnung zu den etablierten Arten ausschließen.
Professor Andy Herries, ebenfalls von der La Trobe University, merkte an, dass die frühere Klassifizierung als A. prometheus auf der Annahme beruhte, diese frühen Menschen hätten das Feuer kontrolliert, was inzwischen widerlegt ist. Die ursprüngliche Benennung von A. prometheus durch Raymond Dart im Jahr 1948 für das MLD 1-Fragment basierte auf unzureichenden Annahmen, da MLD 1 selbst nur ein fragmentärer Hinterhaupts- und Scheitelbeinanteil ist. Die neue Forschung deutet darauf hin, dass MLD 1 morphologisch eher zu A. africanus passt, während StW 573 sich in Merkmalen wie einem ausgeprägteren äußeren Hinterhauptshöcker von MLD 1 unterscheidet.
Die Neubewertung des zu etwa 90 Prozent geborgenen Skeletts, das eines der vollständigsten Homininenfossilien überhaupt darstellt, unterstreicht die moderne Auffassung der menschlichen Evolution als ein vielschichtiges, stark verzweigtes Geschehen. Die detaillierte Analyse von StW 573, das möglicherweise ein Alter von 3,67 Millionen Jahren aufweist, zwingt die Wissenschaft, die taxonomischen Grenzen innerhalb der Australopithecinen neu zu definieren. Die Sterkfontein-Höhlen, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören und deren älteste Funde auf 2,5 bis 4,5 Millionen Jahre datiert werden, liefern weiterhin entscheidende Einblicke in die Diversität früher Hominiden im südlichen Afrika. Die Arbeit von Dr. Martin und seinen Kollegen wurde im American Journal of Biological Anthropology veröffentlicht.
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Quellen
The Indian Express
Science Alert
The Guardian
Discover Magazine
The Independent
La Trobe University
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