Gemeinsame Beobachtungen der interstellaren Kometen 3I/ATLAS durch Gemini und Europa Clipper vor dem Jupiter-Vorbeiflug

Bearbeitet von: Uliana S.

Bild des Kometen 3i/ATLAS, aufgenommen mit dem Gemini North-Teleskop, 26. November 2025. Bildnachweis: International Gemini Observatory/NSF NOIRLab.

Die Untersuchung des interstellaren Kometen 3I/ATLAS (C/2025 N1 (ATLAS)), dessen Entdeckung im Juli 2025 erfolgte, bietet Astronomen eine seltene Gelegenheit, ursprünglichstes Material zu studieren, das außerhalb unseres Sonnensystems geformt wurde. Dieses Objekt markiert den dritten bestätigten interstellaren Besucher nach 1I/ʻOumuamua (2017) und 2I/Borisov (2019). Schätzungen zufolge könnte dieses Himmelskörper bis zu sieben Milliarden Jahre alt sein, was es potenziell zum ältesten beobachteten Objekt überhaupt macht – älter als unsere Sonne selbst.

Interstellarer Komet 3i/ATLAS, von der NASA-Raumsonde Europa Clipper eingefangen, am 6. November 2025. Credit: NASA/JPL-Caltech/SWRI.

Der Komet durchlief sein Perihel am 29. Oktober 2025 und erreichte am 19. Dezember 2025 die größte Erdnähe mit einem Abstand von rund 269 Millionen Kilometern (entsprechend 1,8 Astronomischen Einheiten). Ein bevorstehender enger Vorbeiflug am Jupiter ist für den 16. März 2026 angesetzt. Zu diesem Zeitpunkt wird der Komet nur etwa 53,6 Millionen Kilometer vom Gasriesen entfernt sein. Diese Begegnung wird seine Flugbahn unwiderruflich verändern und ihn auf eine hyperbolische Bahn aus dem Sonnensystem hinausführen.

Die NASA-Europa-Clipper-Raumsonde erfasste den Satelliten 3I/ATLAS im Moment, in dem die Erde dazu nicht in der Lage war.

Durch koordinierte Anstrengungen von bodengestützten und weltraumgestützten Instrumenten konnten Ende 2025 wertvolle Daten gesammelt werden. Der Gemini North Teleskop auf Hawaii lieferte am 26. November 2025 detaillierte Bilder und Spektren des Kometen. Diese Aufnahmen zeigten eine bemerkenswert kompakte Koma – das Gas- und Staubgehäuse um den eisigen Kern. Parallel dazu führte die NASA-Sonde Europa Clipper, die auf dem Weg zum Jupiter ist, bereits am 6. November 2025 eigene Messungen aus einer Entfernung von ungefähr 164 Millionen Kilometern durch.

Die Instrumente der Europa Clipper boten dabei einen einzigartigen Blickwinkel. Da die Flugbahn des Kometen den Apparat in Bezug zur Sonne passierte, konnte das Europa-UVS-Instrument – ursprünglich konzipiert für die Erforschung Europas – Staubschweife „stromabwärts“ erfassen, während irdische Beobachtungen durch die Sonnenstrahlung erschwert waren. Das Instrument detektierte Gase wie Sauerstoff und Wasserstoff, was die Beobachtungen zur Hochphase der Ausgasung (Outgassing) des Kometen nach dem Periheldurchgang untermauerte.

Darüber hinaus wurden im Rahmen dieser umfassenden Untersuchung Radiosignale von 3I/ATLAS mit einer statistischen Signifikanz von über 10 Sigma nachgewiesen. Dies stellt eine wissenschaftliche Bestätigung der Radioemission dar, die höchstwahrscheinlich auf Staub- oder Plasma-Prozesse zurückzuführen ist. Interessanterweise konnte das Projekt Breakthrough Listen unter Einsatz des Green-Bank-Teleskops am 18. Dezember 2025 keine künstlichen Technosignaturen feststellen.

In der Fachwelt wird weiterhin über die Ursachen für beobachtete Anomalien, wie eine geringfügige nicht-gravitative Beschleunigung und Farbveränderungen, debattiert. Diese Phänomene hatten Spekulationen über einen möglichen technologischen Ursprung genährt, wie sie unter anderem von Avi Loeb geäußert wurden. Der vorherrschende Konsens, gestützt durch das Ausbleiben von Technosignaturen, favorisiert jedoch weiterhin ein rein astrophysikalisches Geschehen. Einige Studien legen nahe, dass die ungewöhnliche chemische Zusammensetzung, gekennzeichnet durch erhöhte Mengen an Kohlenmonoxid und Kohlendioxid, das Resultat von Milliarden Jahren kosmischer Strahlung auf der Oberfläche des Objekts im interstellaren Raum sein könnte.

Die gebündelten Anstrengungen von Institutionen wie Harvard (vertreten durch Avi Loeb), der NASA (mit Europa Clipper und Juno) und dem Gemini Observatory verdeutlichen die hohe Qualität der internationalen wissenschaftlichen Kooperation. Die Sonde Juno, die sich bereits im Jupiterorbit befindet, ist prädestiniert, die Annäherung von 3I/ATLAS im März 2026 zu beobachten. Die Daten, die Ende 2025 gesammelt wurden, sind von entscheidender Bedeutung, um die Zusammensetzung und Dynamik dieser uralten interstellaren Materie zu verstehen, bevor der Komet nach der gravitativen Interaktion mit Jupiter seinen Weg aus dem System fortsetzt.

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Quellen

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  • 3I/ATLAS: Caught in UV What Europa Clipper Saw When No One Else Could - SETI Institute

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  • Latest Comet 3I/ATLAS news: Comet close approach today - Space

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  • Breakthrough Listen Observations Of 3I/ATLAS With The Green Bank Telescope at 1-12 GHz - Astrobiology

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  • NASA's Europa Clipper Observed 3I/ATLAS

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  • New images capture rare interstellar comet 3I/ATLAS passing through our Solar System

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  • International Gemini Observatory/NSF NOIRLab

  • Avi Loeb - Medium

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