Forschung dokumentiert Kooperation zwischen Orcas und Delfinen bei der Lachsjagd vor Britisch-Kolumbien
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Neue Forschungsergebnisse belegen eine bemerkenswerte Allianz zwischen ortsansässigen Schwertwalen (Orcas) und Pazifischen Weißseitendelfinen bei der Jagd auf Chinook-Lachse vor der Küste von Britisch-Kolumbien. Die in der Fachzeitschrift Scientific Reports veröffentlichte Untersuchung liefert stichhaltige Beweise dafür, dass diese interspezifische Zusammenarbeit vor Vancouver Island beabsichtigt ist und über zufällige Begegnungen hinausgeht. Diese Erkenntnisse stellen frühere Annahmen in Frage, die die Interaktionen dieser beiden Spitzenprädatoren primär als Konkurrenz betrachteten.
Die Forschungskooperation umfasste Wissenschaftler der University of British Columbia (UBC), der Dalhousie University, des Leibniz-Instituts und des Hakai Institute. Die Beobachtungen legen nahe, dass die nördlichen ortsansässigen Orcas aktiv den Bewegungen der Delfine folgen, was die Hypothese stützt, dass die Delfine als aquatische Kundschafter fungieren, die die Beute lokalisieren. Forscher zeichneten insgesamt 25 dokumentierte Fälle auf, in denen Orcas ihre Jagdroute änderten, um den Delfinen während deren Tauchgängen zur Nahrungssuche zu folgen. Zur Erfassung der Dynamik setzten die Wissenschaftler fortschrittliche Methoden ein, darunter die Anbringung von Saugnapf-Tags an den Orcas sowie die Nutzung von Drohnenaufnahmen, um sowohl die Luft- als auch die Unterwasserperspektive zu gewinnen.
Ein zentraler Aspekt dieser Kooperation zeigt sich in der Nahrungsverteilung nach erfolgreichen Jagden. Nachdem die Orcas den Chinook-Lachs erbeutet und zerlegt hatten, um ihn mit Mitgliedern ihres eigenen Pods zu teilen, wurden die Delfine dabei beobachtet, wie sie die zurückbleibenden Fischreste verzehrten. Diese bemerkenswerte Toleranz der Orcas gegenüber den Delfinen, die im Gegensatz zur oft beobachteten Feindseligkeit zwischen verschiedenen Orca-Typen steht, untermauert die These einer gegenseitig vorteilhaften Vereinbarung. Die Datenerhebung fand primär im Sommer 2020 rund um Vancouver Island statt, wobei insgesamt 258 einzigartige Ereignisse von Delfinen in unmittelbarer Nähe zu den markierten Orcas registriert wurden.
Die Forscher, darunter Dr. Sarah Fortune von der Dalhousie University und Dr. Andrew Trites von der UBC, schlussfolgerten, dass die Allianz für beide Seiten gewinnbringend ist: Die Orcas profitieren von einem Suchvorteil, während die Delfine Zugang zu Nahrung und möglicherweise Schutz vor anderen Prädatoren erhalten. Die Beobachtung, dass die Delfine aktiv Energie aufwenden, um tief zu tauchen und Lachse zu verfolgen, widerlegt die frühere Annahme, sie seien lediglich Kleptoparasiten. Seniorautor Dr. Andrew Trites merkte an, dass diese Allianz es den Orcas ermögliche, Energie zu sparen, indem sie die Delfine als „radar-ausgerüstete Späher“ einsetzen, um die tief verorteten Lachse zu orten. Diese dokumentierte Symbiose hat weitreichende Implikationen für das Verständnis mariner Ökosysteme und die Anpassungsfähigkeit hochintelligenter Meeressäuger.
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Quellen
The Seattle Times
Anadolu Agency
Globalnews.ca
The Guardian
Oceans Initiative
Dalhousie University
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