Neuseeland prüft Rechtsfähigkeit für Wale als Paradigmenwechsel im Meeresschutz
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Angesichts multipler Herausforderungen für die Ozeane initiiert Aotearoa Neuseeland eine tiefgreifende juristische Entwicklung, die den Schutz von Meeressäugern grundlegend verändern könnte. Wale sind für die Nährstoffzirkulation und die Kohlenstoffsequestrierung von entscheidender ökologischer Bedeutung, da ihre Biomasse, die bis zu 150 Tonnen wiegen kann, Kohlenstoff über Jahrhunderte im Tiefseesediment binden kann.
Auf globaler Ebene zeigen die Schutzbemühungen ein uneinheitliches Bild. Während der Bestand des Nordatlantischen Glattwals mit geschätzten 370 bis 380 Individuen weiterhin kritisch gefährdet ist, primär durch Schiffskollisionen und Verstrickungen in Fischereiausrüstung, verzeichnen Buckelwale eine Erholung, die Forschungen von Ende 2025 teilweise auf ihre Ernährungsflexibilität zurückführen; ihre Population wird auf etwa 80.000 Tiere geschätzt. Weltweit stellt die Verwicklung in Fischereigeräte die Hauptgefahr dar und führt jährlich zu Hunderttausenden Todesfällen.
Am 11. Februar 2026 unternahm Aotearoa Neuseeland mit der Einführung des Tohorā Oranga Bill einen legislativen Schritt. Das von der Abgeordneten Teanau Tuiono (Green Party) eingebrachte Vorhaben zielt darauf ab, Walen (tohorā) die Rechtsfähigkeit als juristische Personen mit inhärenten Rechten zu verleihen. Die vorgeschlagenen Rechte umfassen Bewegungsfreiheit, den Schutz natürlicher Verhaltensweisen und das Recht auf Gedeihen in einer gesunden Umwelt, Prinzipien, die tief in den te ao Māori-Konzepten verwurzelt sind.
Die Gesetzgebung orientiert sich an einem relationalen, wertebasierten Ansatz und soll Entscheidungen in Umwelt- und Seerechtsfragen beeinflussen, darunter Fischerei, Schifffahrt und Meeresbodenbergbau. Diese Anerkennung natürlicher Entitäten ist in Neuseeland nicht neu; bereits der Te Urewera, der Whanganui River und der Taranaki Maunga erhielten eine solche juristische Stellung. Befürworter sehen darin eine Transformation der Entscheidungsfindung, um den Schutz der durch kommerzielle Fischerei, Umweltverschmutzung und die Klimakrise gefährdeten taonga-Spezies zu stärken. Die iwi Ngāti Wai und der Hinemoana Halo Ocean Fund waren maßgeblich an der Entstehung des Gesetzes beteiligt.
Parallel dazu wird in Frankreich die Umsiedlung der in Gefangenschaft gehaltenen Orcas Wikie und Keijo debattiert, nachdem das Land bereits 2021 ein Verbot der Haltung von Walen und Delfinen in Delfinarien ab Ende 2026 erlassen hatte. Das französische Ministerium für Landnutzung, Transport und Ökologischen Wandel bestätigte im Dezember 2025, dass die Orcas spätestens im Sommer 2026 in das geplante Whale Sanctuary nach Nova Scotia, Kanada, umgesiedelt werden sollen. Diese Entscheidung, die eine Verlegung in kommerzielle Parks ausschließt, gilt als die beste Alternative im Sinne des Tierschutzes. Die Orca-Population in Neuseeland selbst wird auf 150 bis 200 Individuen geschätzt und gilt als national kritisch; diese Tiere sind bekannt für ihre besondere Jagdstrategie auf Stachelrochen in Buchten.
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Quellen
Our Culture
L’actualité
Our Culture Mag
Holiday Today
NOAA Fisheries
Waatea News: Māori Radio Station
World Population Review
info.gouv.fr
Batinfo
INsauga
QUB radio
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