Kolossales Siphonophor vor Westaustralien stellt Längenrekord des Blauwals infrage

Bearbeitet von: Olga Samsonova

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Jüngste Tiefsee-Expeditionen vor der Küste Westaustraliens haben ein kolossales Siphonophor enthüllt, dessen geschätzte Länge potenziell den Blauwal als längstes Lebewesen der Erde in dieser Dimension herausfordert. Die Dokumentation dieses gallertartigen Organismus erfolgte im Jahr 2020 durch Forscher des Schmidt Ocean Institute in Kooperation mit dem Western Australian Museum. Die Entdeckung wurde mithilfe des ferngesteuerten Unterwasserfahrzeugs (ROV) SuBastian während einer Forschungsreise zur Erkundung unterseeischer Canyons nahe der Ningaloo-Küste gemacht.

Die Schätzungen der Ausdehnung dieses kolonialen Organismus bewegten sich zwischen 45 und 47 Metern, womit es die typische Maximalausdehnung des Blauwals übertrifft, obwohl der Blauwal weiterhin als das massereichste Tier gilt. Das als Apolemia identifizierte Siphonophor wurde in einer Tiefe von 630 Metern unter der Meeresoberfläche lokalisiert. Siphonophore sind keine Einzelorganismen, sondern komplexe Kolonien, die aus Tausenden genetisch identischer, spezialisierter Einheiten, den sogenannten Zooiden, bestehen. Diese Zooiden übernehmen koordiniert lebenswichtige Funktionen wie Fortbewegung, Nahrungsaufnahme und Reproduktion und bilden eine ausgedehnte, seilartige Struktur.

Die Leitung der Forschungsarbeiten lag in den Händen von Dr. Nerida Wilson, die die immense, noch unerforschte Biodiversität der Tiefsee betonte. Die Ningaloo-Canyons-Expedition, bei der das Siphonophor entdeckt wurde, umfasste Wissenschaftler der Curtin University, Geoscience Australia und der Scripps Institution of Oceanography. Das Forschungsschiff R/V Falkor des Schmidt Ocean Institute stellte das ROV SuBastian zur Verfügung, das Tauchgänge bis zu 4.500 Meter Tiefe ermöglichte.

Insgesamt wurden während dieser Mission bis zu 30 neue Unterwasserarten in den zuvor unerforschten Tiefen der Kap-Range- und Cloates-Canyons dokumentiert, darunter Glas-Schwämme und Kraken-Tintenfische. Die Entdeckung des gigantischen Siphonophors unterstreicht die globale Bedeutung der marinen Forschung, insbesondere in Regionen wie Westaustralien, das für seine weltweit einzigartige Biodiversität bekannt ist. Wendy Schmidt, Mitbegründerin des Schmidt Ocean Institute, hob hervor, dass die Tiefsee tief mit dem Leben an Land verbunden sei und diese Forschung essenziell für das Verständnis dieser fragilen Ökosysteme sei.

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Quellen

  • LaRepublica.pe

  • SOI - Impact Report

  • The 13 Longest Animals Still on Earth in 2024

  • The Guardian

  • Forbes

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