Leuzistischer Tūī als Indikator für erfolgreichen Artenschutz im Ōhiwa Headland
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Jüngste Sichtungen eines Tūī mit Leuzismus im Gebiet von Waiotahe in der östlichen Bay of Plenty haben die Aufmerksamkeit auf die lokale Naturschutzarbeit gelenkt. Diese seltene Erscheinung, die durch eine genetische Anomalie zu teilweisem oder vollständigem Pigmentverlust der Federn führt, unterscheidet sich von Albinismus durch die erhaltene normale Augenfarbe der Vögel. Forscher haben bestätigt, dass mindestens drei dieser leucistischen Tūī in der Region aktiv sind, was als Beleg für einen stabilen und geschützten lokalen Genpool gewertet wird. Berichte über die Beobachtung weißer Tūī reichen bis ins Jahr 2009 zurück, was auf eine bemerkenswerte Langlebigkeit dieser Individuen hindeutet.
Die Präsenz dieser seltenen Phänotypen wird als positives Ergebnis der umfassenden Schutzbemühungen des Ōhiwa Headland Sanctuary Trust interpretiert. Seit 2016 führt der Trust intensive Schädlingsbekämpfung auf einer Fläche von 430 Hektar durch, um eine Schutzbarriere gegen eingeschleppte Arten wie Possüme, Musteliden und Nagetiere zu errichten. Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen zeigt sich in der erfolgreichen Wiederansiedlung von Arten wie dem Glockenvogel (Bellbird), dem kleinen blauen Pinguin und Falken im Festland-Schutzgebiet. Operativ wurden im Kontrollbereich 3097 Possüme entfernt, was zu einer deutlichen Reduktion der Populationen in weiten Teilen des Kopflandes führte.
Die drastische Reduzierung der Possümpopulationen ermöglichte eine bemerkenswerte Regeneration der heimischen Baumkronen, was die Nahrungsbasis für nektarsuchende Arten wie den Tūī stärkt. Insbesondere Kohekohe-Bäume, eine bevorzugte Nahrungsquelle, zeigen eine Erholung von der sonst üblichen starken Abfraß ihrer Blütenstände durch Possüme. Dies führt zur sogenannten Kauliflorie, bei der die Blüten direkt an Stämmen und Ästen erscheinen, was die Zugänglichkeit für Bestäuber wie Tūī und Glockenvögel erhöht. Die Wiederherstellung dieser Nahrungsquellen ist entscheidend, da Tūī als wichtige Bestäuber auf Nektarquellen wie Kohekohe, Kōwhai und Flachs angewiesen sind.
Der Erfolg des Naturschutzprogramms ist tief in der lokalen Gemeinschaft verwurzelt. Die Initiative, die 2016 begann, wird von rund 165 Anwohnern und weiteren 140 unterstützenden Grundbesitzern im Pufferbereich getragen, die aktiv an der Schädlingsbekämpfung und Wiederaufforstung teilnehmen. Externe Unterstützung, wie Zuschüsse von Trust Horizon, ermöglichten die Installation von 25 AT220 NZ AutoTraps für unzugängliches Gelände. Die Rückkehr von Vogelarten, die einst durch Prädatoren dezimiert wurden, wie Kaka und Kererū, die in Schwärmen von bis zu 30 Individuen gesichtet werden, belegt die Wiederherstellung der ursprünglichen Ökosystemdynamik. Die Sichtung des seltenen weißen Tūī inmitten dieser ökologischen Erholung dient als sichtbares Symbol für die positiven Auswirkungen nachhaltiger, gemeinschaftsgetragener Naturschutzarbeit.
Der Trust plant, den Kontrollbereich in den nächsten drei Jahren um weitere 1100 Hektar auszudehnen, um eine vollständige Null-Dichte an Possümen im gesamten 'Östlichen Ōhiwa'-Gebiet zu erreichen.
Quellen
NewstalkZB
NZ Herald
NZ Herald
NZ Herald
SunLive
Trees That Count
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