UNLV-Forscher nutzen 3D-Druck für hyperrealistische Seelöwen-Anatomiemodelle in der Veterinärmedizin

Bearbeitet von: Olga Samsonova

Forscher an der University of Nevada, Las Vegas (UNLV) transformieren die Ausbildung von Meeressäuger-Veterinärmedizinern durch den Einsatz fortschrittlicher additiver Fertigungstechnologien. Im Zentrum der Initiative steht die Entwicklung dreidimensional gedruckter Modelle des Beckenbereichs von Kalifornischen Seelöwen, die speziell für chirurgische Übungen konzipiert wurden. Diese synthetischen Repliken sind darauf ausgelegt, die spezifische Dichte, Flexibilität und die Blutfließeigenschaften von lebendem Gewebe akkurat nachzubilden, um eine realitätsnahe Trainingsumgebung zu schaffen.

Die UNLV in Las Vegas, Nevada, nutzt für dieses Projekt volumetrische Bildgebungsdaten, die aus detaillierten Computertomographie- (CT) und Magnetresonanztomographie- (MRT) Scans gewonnen wurden, um die komplexe Anatomie präzise zu reproduzieren. Diese Methodik erlaubt es angehenden Veterinärmedizinern, essenzielle Verfahren, wie Blutentnahmen, unter Bedingungen zu üben, die nahezu identisch mit denen lebender Tiere sind. Ein wesentlicher Bestandteil der Forschung ist die Integration von Prinzipien der Soft-Robotik, um die natürliche Kontraktionsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit von Muskelstrukturen zu imitieren.

Dieser technologische Fortschritt stellt eine ethische Neuerung dar, indem er eine praktikable und lehrreiche Alternative zum traditionellen Einsatz von Tierkadavern für medizinische Simulationsübungen bietet. Tierversuchsfreie Lehrmethoden, die auf modernen Simulatoren und Modellen basieren, werden zunehmend als wissenschaftlich fortschrittlicher betrachtet, da sie relevantere Lernergebnisse liefern, indem sie sich auf die artspezifische Anatomie konzentrieren. Die durch den 3D-Druck ermöglichte Personalisierung unterstützt zudem die individuelle Operationsplanung für spezifische Tiere, indem Chirurgen ein physisches Modell einer komplexen Pathologie zur Verfügung steht, was die räumliche Vorstellungskraft verbessert.

Die Nutzung von 3D-Modellen in der Veterinärmedizin ist ein wachsender Trend, der bereits zur Herstellung von Prothesen, wie einer Titanprothese für einen Hund oder einer Prothese für eine Ente, eingesetzt wurde. Diese Entwicklung markiert eine konvergente Schnittstelle zwischen biomedizinischen Innovationen, Robotik-Ingenieurwissenschaft und dem Erhalt von Wildtieren. Die Forschung der UNLV, die anatomische Daten aus bildgebenden Verfahren in taktile Trainingswerkzeuge überführt, schließt die Lücke zwischen theoretischem Wissen und praktischer chirurgischer Anwendung in der Tiermedizin.

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Quellen

  • Scienmag: Latest Science and Health News

  • Scientific Reports

  • Bioengineer.org

  • UNLV

  • ResearchGate

  • MRSEC News

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