CryptoQuant-Analyse: Nachlassende Bitcoin-Nachfrage deutet auf Beginn einer Bärenphase hin
Bearbeitet von: Yuliya Shumai
Die renommierte Analysefirma CryptoQuant hat in ihrem Bericht vom Dezember 2025 alarmierende Daten veröffentlicht, die auf den Beginn eines Bärenmarktes für Bitcoin (BTC) hindeuten. Diese Schlussfolgerung stützt sich primär auf die Feststellung einer entscheidenden Verlangsamung des Nachfragewachstums. Diese Abschwächung manifestierte sich sowohl in reduzierten institutionellen Käufen über die US-Spot-ETFs als auch in einer allgemeinen Abkühlung der Marktstimmungsindikatoren im Derivatemarkt, selbst inmitten einer kurzfristigen Preisstabilisierung.
In der Woche vor dem 21. Dezember 2025 pendelte der Bitcoin-Preis in einer engen Spanne zwischen 86.000 und 90.000 US-Dollar. Diese Konsolidierung folgte auf einen signifikanten Rückgang vom bisherigen Allzeithoch von über 126.000 US-Dollar, welches im Oktober 2025 erreicht worden war. CryptoQuant stellte fest, dass die Wachstumsrate der BTC-Nachfrage unter ihre eigene Aufwärtstrendlinie gefallen ist. Diese Linie hatte ihren Ursprung Anfang Oktober 2025 und fiel zeitlich mit einem massiven Liquidationsereignis zusammen, das als „Ausverkauf am 10. Oktober“ bekannt wurde.
Die Dynamik der institutionellen Nachfrage zeigte ein unerwartetes Bild. Die amerikanischen Spot-Bitcoin-ETFs agierten im vierten Quartal 2025 als Nettoverkäufer und veräußerten rund 24.000 BTC. Dies stellt einen starken Kontrast zur intensiven Akkumulation dar, die noch im vierten Quartal 2024 zu beobachten war. Auch die technische Marktstruktur verschlechterte sich merklich: BTC notierte unter seinem 365-Tage-Durchschnittswert. Dieser gleitende Durchschnitt gilt historisch als wichtiger Indikator, der Bullen- und Bärenphasen voneinander trennt.
Ebenso kühlte sich die Stimmung im Derivatemarkt ab. Dies äußerte sich in einem Rückgang der Finanzierungssätze auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2023. Ein solches Niveau signalisiert, dass Händler weniger bereit sind, ihre Long-Positionen zu halten – ein Verhalten, das typischer für bärische Marktphasen ist. CryptoQuant betont in diesem Zusammenhang, dass der vierjährige Zyklus von Bitcoin stärker von Phasen der Nachfragekontraktion und -expansion abhängt als von dem Halving-Ereignis selbst.
Die Analysten der Firma identifizierten drei Hauptwellen der Spot-Nachfrage seit Beginn des aktuellen Bullenzyklus im Jahr 2023: die Einführung der Spot-ETFs in den USA, das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen und die „Blase“ der Unternehmen, die Bitcoin in ihren Tresoren halten. Nach Ansicht der Experten ist der Großteil des Nachfragewachstums dieses Zyklus bereits realisiert worden, wodurch einer der tragenden Pfeiler der Preisunterstützung wegfällt. Auch die Adressen, die zwischen 100 und 1.000 BTC besitzen – oft repräsentativ für ETFs und Unternehmenskassen – zeigen eine Abweichung nach unten vom Trend. Dies erinnert an die nachlassende Nachfrage Ende 2021, kurz vor dem Bärenmarkt von 2022.
Im Bericht von CryptoQuant wurden konkrete Zielmarken für mögliche Kursrückgänge definiert. Die Realisierte Preisniveau, welches historisch oft die Tiefpunkte von Bärenmärkten markiert, liegt derzeit bei etwa 56.000 US-Dollar. Dies würde theoretisch einen möglichen Rückgang von 55 Prozent vom jüngsten Allzeithoch bedeuten. Bemerkenswert wäre dies als der geringste prozentuale Rückgang, der jemals in einem Bärenmarkt verzeichnet wurde. Als Zwischenunterstützung wurde die Zone um 70.000 US-Dollar genannt. Zum Zeitpunkt der Analyse notierte der BTC-Preis bei ungefähr 88.170 US-Dollar. Die kumulierten Nettozuflüsse in die US-Spot-ETFs seit deren Einführung belaufen sich auf beeindruckende 57,56 Milliarden US-Dollar.
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Quellen
Bitcoinist.com
CoinNess
KuCoin
Cryptoquant report
ForkLog
DL News
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