Bitcoin unter 88.000 USD: Rohstoff-Rallye und Steuerverluste drücken den Kurs

Bearbeitet von: Yuliya Shumai

Am Mittwoch, dem 25. Dezember 2025, erlebte der Bitcoin (BTC) inmitten einer ruhigen globalen Finanzlandschaft an den Feiertagen einen leichten Rücksetzer und notierte zeitweise bei etwa 87.702,81 US-Dollar. Diese Kursentwicklung stand im deutlichen Kontrast zur beeindruckenden Performance der Rohstoffmärkte. Dort erreichten Gold, Silber und Kupfer Rekordhöhen. Analysten führen diesen Anstieg auf die Nachfrage nach Inflationsabsicherung und die Schwäche des US-Dollars zurück. Gleichzeitig schlossen die amerikanischen Aktienindizes, darunter der Nasdaq 100 und der S&P 500, mit leichten Gewinnen oder auf Höchstständen, was die divergierende Entwicklung der Anlageklassen zum Jahresende verdeutlichte.

Die gesamte Marktkapitalisierung des Kryptosektors belief sich zu diesem Zeitpunkt auf geschätzte 2,6 Billionen US-Dollar. Experten von QCP Capital erwarten jedoch eine Rückkehr der Liquidität im Januar 2026, was die aktuellen Marktmechanismen verschieben könnte. Besonders hart traf es Aktien von Unternehmen, die eng mit digitalen Vermögenswerten verbunden sind. Insbesondere die sogenannten Digital Asset Treasury Companies (DATs) aus den USA und Kanada verzeichneten erhebliche Kursverluste. Der Medianpreis der Aktien dieser Emittenten sank bis zum Ende des Jahres 2025 um 43 Prozent, womit diese Anlageklasse zu den schlechtesten des Jahres zählt. Als Beispiel hierfür fiel die Aktie von MicroStrategy Incorporated (MSTR) in ähnlichen Handelssitzungen um 4,2 Prozent, was die generelle Umschichtung der Investoren von risikoreichen Kryptoanlagen hin zu „harten“ Werten widerspiegelt.

Diese Dynamik wird dadurch verschärft, dass viele DATs, einschließlich MicroStrategy, die im Juli ihren Höchststand erreichten, im Laufe des Jahres 2025 erhebliche Mittel aufgenommen hatten, um Token zu akquirieren. Diese Vermögenswerte generieren jedoch keine Cashflows, während die Schuldenverpflichtungen bestehen bleiben. Die Anfälligkeit des Marktes wurde zusätzlich durch eine geringe Liquidität und ein bevorstehendes Großereignis auf dem Derivatemarkt verstärkt. Es wurde ein Rückgang des Open Interest bei BTC-Perpetual Futures um rund 3 Milliarden Dollar beobachtet, was auf eine Reduzierung des Hebels vor dem Verfall von Optionen hindeutete.

Für Freitag, den 26. Dezember, stand an der Deribit-Börse der Verfall von Optionen zum „Boxing Day“ an, dessen Nominalwert 28,5 Milliarden Dollar betrug. Dies entspricht mehr als der Hälfte des gesamten Open Interest von Deribit, wovon etwa 24,3 Milliarden Dollar auf BTC-Kontrakte entfielen. Laut Jean-David Péquignot, dem Chief Commercial Officer von Deribit, handelt es sich hierbei um einen Rekordverfall. Obwohl die Volatilität moderat blieb, könnte ein Kursniveau um 85.000 Dollar als kurzfristiger Anziehungspunkt fungieren, so die Einschätzung.

Makroökonomisch blieb die politische Gemengelage angespannt und beeinflusste die Erwartungen hinsichtlich der künftigen Geldpolitik. Bereits am 23. Dezember forderte der ehemalige Präsident Donald Trump öffentlich vom zukünftigen Vorsitzenden der Federal Reserve (Fed), sich zu Zinssenkungen zu verpflichten, unabhängig von der wirtschaftlichen Stärke – ein Ausdruck des anhaltenden politischen Drucks auf die Zentralbank. Dies geschah vor dem Hintergrund eines robusten US-BIP-Wachstums von 4,3 Prozent im dritten Quartal und der Zinssenkung der Fed um ein Viertel Prozentpunkt im Dezember, der dritten Senkung in Folge.

Die Fed, die bestrebt ist, die Inflation von derzeit etwa 3 Prozent unter Kontrolle zu halten, agiert vorsichtig, trotz des politischen Drängens auf eine Ankurbelung der Beschäftigung. Analysten wie Paul Howard, Senior Director bei Wincent, weisen darauf hin, dass Portfoliomanager aufgrund saisonaler Effekte und Bilanzierungsaspekte ihre Risikoexposition reduzieren. Er prognostiziert für das kommende Jahr eine weitere Konsolidierung der Krypto-Assets. QCP Capital deutet an, dass die Realisierung von Steuerverlusten ein wahrscheinlicher Faktor für den kurzfristigen Verkaufsdruck ist, doch die Beibehaltung von Call-Optionen auf dem Niveau von 100.000 Dollar lässt auf einen verbleibenden Optimismus schließen.

Insgesamt, so die Expertenmeinung, steht der Markt vor einer längeren Erholungsphase, um die Höchststände vom Oktober zu überwinden und die prognostizierte Marktkapitalisierung von 4 Billionen Dollar zu erreichen. Angesichts der Tatsache, dass die DATs das schlechteste Ergebnis des Jahres verzeichneten und Bitcoin alle Gewinne seit Jahresbeginn 2025 wieder abgegeben hat, spiegelt die aktuelle Kursentwicklung das saisonale Phänomen der Realisierung von Steuerverlusten wider. Dieses Phänomen, das sich im Dezember verstärkt, da Investoren verlustbringende Positionen zur Verrechnung von Kapitalgewinnen verkaufen, führte in Kombination mit der dünnen Liquidität und dem bevorstehenden Optionsverfall zu einem Umfeld, das anfällig für Kursunruhen war – selbst bei der eher moderaten Bewegung des BTC-Kurses an den Weihnachtsfeiertagen.

8 Ansichten

Quellen

  • Yahoo! Finance

  • Investopedia

  • CoinDesk

  • MarketBeat

  • QCP Capital

  • The Economic Times

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