Australischer IT-Unternehmer entwickelt mithilfe von KI eine experimentelle Krebstherapie für seinen Hund

Bearbeitet von: Katerina S.

Der australische IT-Unternehmer Paul Coningham, ein versierter Experte auf dem Gebiet des maschinellen Lernens, hat einen außergewöhnlichen wissenschaftlichen Weg eingeschlagen, um das Leben seiner Hündin Rosie zu retten. Rosie, eine Mischung aus Staffordshire Terrier und Shar-Pei, die im Jahr 2019 aus einem Tierheim adoptiert wurde, erhielt im Jahr 2024 die erschütternde Diagnose eines aggressiven Mastzellttumors. Da diese Form des Hautkrebses bei Hunden sehr verbreitet ist und herkömmliche Behandlungsmethoden wie chirurgische Eingriffe sowie Chemotherapien das Fortschreiten der Krankheit lediglich verlangsamten, ohne die Tumore zu verkleinern, gaben Tierärzte der Hündin nur noch eine Lebenserwartung von ein bis sechs Monaten.

Angesichts dieser terminalen Prognose entschied sich Coningham, Mitbegründer von Core Intelligence Technologies, seine analytischen Fähigkeiten einzusetzen und die Krebserkrankung als ein komplexes Datenverarbeitungsproblem zu betrachten. Er investierte rund 3.000 US-Dollar in die DNA-Sequenzierung des Tumors, um die genetischen Daten mit denen gesunder Zellen zu vergleichen und spezifische Krebsmutationen zu identifizieren. Zur Analyse dieser gewaltigen Datenmengen nutzte er modernste Werkzeuge der künstlichen Intelligenz, darunter ChatGPT als Forschungsassistenten sowie AlphaFold von Google DeepMind. ChatGPT half ihm dabei, einen strukturierten Handlungsplan zu entwerfen, empfahl die Erforschung der Immuntherapie und verwies ihn an das Ramaciotti Centre for Genomics an der University of New South Wales (UNSW).

Das System AlphaFold, das speziell für die Vorhersage dreidimensionaler Proteinstrukturen entwickelt wurde, kam zum Einsatz, um anormale Proteine zu modellieren und sogenannte Neoantigene präzise zu bestimmen, die als Zielvorgaben für die Entwicklung eines maßgeschneiderten Impfstoffs dienten. Die durch die KI gewonnenen Informationen, die in Form einer mRNA-Sequenz vorlagen, wurden anschließend an Wissenschaftler des RNA-Instituts der UNSW unter der Leitung von Professor Pall Thordarson übergeben. Das Expertenteam transformierte diese digitalen Daten in ein physisches mRNA-Konstrukt, wobei eine Technologie angewandt wurde, die derjenigen der bekannten COVID-19-Impfstoffe ähnelt.

Professor Martin Smith, außerordentlicher Professor für Computerbiologie und Direktor des RNA-Instituts der UNSW, betonte, dass dieser Fall die Möglichkeit aufzeigt, den Entwicklungszyklus für personalisierte mRNA-Impfstoffe schnell und kostengünstig zu durchlaufen, was einen zukunftsweisenden Trend in der Onkologie darstellt. Die erste Injektion des individuell angefertigten Präparats wurde Rosie um Weihnachten 2025 verabreicht, nachdem die ethische Genehmigung für diese experimentelle veterinärmedizinische Immuntherapie vorlag. Bereits einen Monat nach Behandlungsbeginn zeigten sich bemerkenswerte Erfolge: Während einer der Tumore um die Hälfte schrumpfte, verringerte sich ein anderer sogar um 75 Prozent. Zudem verbesserten sich Rosies Allgemeinzustand und ihr Energieniveau sichtlich.

Trotz dieser beeindruckenden Ergebnisse mahnen die beteiligten Wissenschaftler zur Vorsicht und betonen, dass es sich hierbei um einen Einzelfall und nicht um eine vollwertige klinische Studie handelt; eine breite Anwendung könnte noch Jahre der Forschung erfordern. Interessanterweise reagierte einer von Rosies Tumoren nicht auf die erste Dosis, was Coningham und sein Team dazu veranlasste, eine zweite Sequenzierungsrunde einzuleiten, um die Ursachen zu ergründen und die nächste Iteration der Therapie zu entwickeln. Dennoch eröffnet dieser Präzedenzfall, in dem ein Fachmann ohne biologischen Hintergrund mithilfe von KI eine medizinische Vision in eine funktionierende Behandlung umsetzte, völlig neue Perspektiven für die Krebstherapie beim Menschen.

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Quellen

  • Onliner

  • Mint

  • vertexaisearch.cloud.google.com

  • StartupHub.ai

  • Türkiye Today

  • The News International

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