Papua-Neuguinea bleibt weltweit führend in sprachlicher Diversität
Bearbeitet von: Vera Mo
Papua-Neuguinea behauptet weiterhin den Spitzenplatz als die sprachlich vielfältigste Nation der Welt. Schätzungen für das Jahr 2026 prognostizieren zwischen 839 und 843 unterschiedliche lebende Sprachen in dem Inselstaat. Diese Konzentration an Idiomen übertrifft die Gesamtzahl der in Europa und Nordamerika beheimateten Sprachen zusammen genommen, was angesichts der vergleichsweise geringen Bevölkerungszahl des Landes ein linguistisches Phänomen darstellt.
Die geografische Beschaffenheit des Landes, gekennzeichnet durch zerklüftete Hochgebirge, abgeschiedene Täler und dichte tropische Wälder, wirkte über Jahrtausende als natürliche Barriere. Diese Isolation förderte die Fragmentierung der Gemeinschaften und ermöglichte die Entstehung sowie Konservierung einer beispiellosen Anzahl einzigartiger Sprachen. Jede dieser Sprachen dient als lebendiges Archiv, das spezifische Traditionen, mündliche Überlieferungen und den Wortschatz widerspiegelt, der sich aus der unmittelbaren natürlichen Umwelt der jeweiligen Sprechergemeinschaft entwickelt hat.
Neben den indigenen Dialekten dominieren im offiziellen Kontext die Amtssprachen: Tok Pisin, eine auf Englisch basierende Kreolsprache und die am weitesten verbreitete nationale Lingua Franca, das Standardenglisch sowie Hiri Motu. Seit der offiziellen Anerkennung im Jahr 2015 gehört auch die Papua-Neuguinea-Gebärdensprache zu diesem offiziellen Kanon. Viele Bürger weisen infolgedessen eine hohe Mehrsprachigkeit auf und wechseln situationsabhängig zwischen ihrem indigenen Dialekt, Tok Pisin und Englisch. Die Universität von Cambridge verzeichnet, dass Tok Pisin etwa zwei Millionen Zweitsprachler hat und die am häufigsten in Parlament und Handel verwendete Sprache ist.
Im globalen Vergleich liegt Papua-Neuguinea unangefochten an der Spitze, gefolgt von Indonesien mit schätzungsweise 709 bis 710 Sprachen und Nigeria mit rund 530 Sprachen. Trotz dieser Vormachtstellung mahnen Linguisten, die auch die Entwicklungen im Rahmen der Internationalen Dekade der indigenen Sprachen (IDIL 2022-2032) beobachten, die Zerbrechlichkeit dieser sprachlichen Fülle an. Die UNESCO koordiniert diese Dekade, die darauf abzielt, Ressourcen für die Erhaltung vieler indigener Sprachen zu mobilisieren.
Der Druck durch die zunehmende Nutzung dominierender Verkehrssprachen wie Tok Pisin und Englisch, verstärkt durch Urbanisierungsprozesse und Veränderungen in den Familienstrukturen, stellt eine akute Bedrohung für die Existenz der kleinsten Sprachen dar. Hiri Motu, das historisch als Handelssprache diente, verliert an Bedeutung gegenüber Tok Pisin, wird aber weiterhin von schätzungsweise 120.000 bis 200.000 Sprechern als Zweit- und Verkehrssprache genutzt. Die Bewahrung dieser Sprachen ist untrennbar mit der kulturellen Identität der indigenen Völker verbunden, da sie das Wissen über Ökosysteme und traditionelle Praktiken in sich tragen, was die Sicherung dieser Vielfalt zu einer zentralen nationalen und internationalen Aufgabe im Rahmen der IDIL macht.
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Quellen
Stiri pe surse
FamilySearch
Wikipedia
Current Affairs
Stiripesurse
Cracked.com
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