Pädagogischer Kontrast: Lehrerin setzt auf Handschrift gegen KI-Integration
Bearbeitet von: Olga Samsonova
Im Januar 2026 etablierte Chanea Bond, eine Pädagogin an der Southwest High School im Fort Worth Independent School District (FWISD) in Texas, eine weitgehende Beschränkung generativer Künstlicher Intelligenz (KI) in ihrem Unterricht. Diese dezidiert analoge Haltung steht im Kontrast zu einem landesweiten Trend, der eine zunehmende Akzeptanz der Technologie durch Kollegen signalisiert. Eine Umfrage des EdWeek Research Center aus dem Juli 2025 ergab, dass 61 Prozent der befragten Lehrkräfte KI in irgendeiner Form in ihren Klassenräumen einsetzten.
Bond begegnete dieser Entwicklung, indem sie digitale Werkzeuge durch physische Materialien ersetzte und von ihren Schülern verlangte, sämtliche Aufgaben, einschließlich des täglichen Journalings, handschriftlich zu erledigen. Ziel ist die Entwicklung grundlegender Denk- und Schreibfähigkeiten, ein Ansatz, den Bond besonders für die mehrheitlich einkommensschwachen Schüler des FWISD als entscheidenden Vorteil ansieht. Die Methodik stellt den Prozess der Wissensaneignung über das Endresultat, eine Säule der progressiven Pädagogik, die auf tiefgreifendes Verständnis abzielt.
Bond initiiert jede Unterrichtsstunde mit einem obligatorischen, handschriftlichen Journal zur Formung der individuellen Schreibstimme der Lernenden. Darüber hinaus bewertet sie einzelne Bestandteile komplexer Arbeiten, wie These, Gliederung und handschriftlichen Entwurf, um Authentizität und schrittweise kognitive Entwicklung zu überprüfen, bevor die Endfassung digitalisiert wird. Schülerinnen wie Meyah Alvarez bestätigten, dass die Anforderung des Schreibens per Hand das Gehirn aktiv in den Lernprozess einband und die Strenge dieses analogen Ansatzes unterstützte. Diese Fokussierung auf kognitive Anstrengung soll dem Outsourcing von Denkleistungen entgegenwirken, ein Problem, das Bond bei früheren Versuchen mit KI-generierten Thesen beobachtete.
Der nationale Diskurs über KI im Bildungswesen ist von unterschiedlichen Experimenten geprägt. Währenddessen setzt der Miami-Dade County Public Schools, der drittgrößte Schulbezirk der USA, auf eine massive Einführung von Googles Gemini-Chatbot für 100.000 Oberstufenschüler zur Förderung der Arbeitsmarktfähigkeit. Diese Initiative stellt eine Kehrtwende dar, nachdem der Bezirk zwei Jahre zuvor KI wegen Bedenken hinsichtlich Betrug und Fehlinformationen verboten hatte.
Parallel dazu adressiert die US-Regierung den Trend: Das U.S. Department of Education veröffentlichte am 22. Juli 2025 eine Leitlinie zur Unterstützung der verantwortungsvollen Einführung von KI, die auch Fördermittel vorsieht. Die von der Bildungsministerin Linda McMahon herausgegebene Richtlinie vom Juli 2025 ermutigt Empfänger von Bundeszuweisungen, KI zur Verbesserung von Lernergebnissen, Lehrmaterialien, intensivem Nachhilfeunterricht und Karriereberatung zu nutzen. Diese bundesstaatliche Unterstützung für die „verantwortungsvolle Integration von KI“ kontrastiert mit den individuellen, streng analogen Entscheidungen einzelner Lehrkräfte wie Chanea Bond. Die Spannung zwischen der weitreichenden Implementierung in Miami-Dade, das 18.000 Lehrkräften Zertifizierungen für Gemini anbietet, und Bonds Betonung dauerhafter, unabhängiger Kompetenzen durch analoge Methoden verdeutlicht die aktuelle Phase pädagogischer Neuausrichtung im Jahr 2026.
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Quellen
NPR
WeBuildEdu
Education Week
Google Books
WLRN
Fort Worth Independent School District
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