Indonesien forciert 13-jährige Schulpflicht mit obligatorischer Frühbildung ab 2025/2026

Bearbeitet von: Olga Samsonova

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Das indonesische Ministerium für Grund- und Sekundarbildung, Kemendikdasmen, treibt die Implementierung der verbindlichen 13-jährigen Schulpflicht, bekannt als Wajar 13 Tahun, voran. Diese Reform schreibt ein verpflichtendes Jahr frühkindliche Bildung, die Pendidikan Anak Usia Dini (PAUD), vor, welches dem Primarschulbesuch vorgeschaltet ist. Die Struktur dieser Bildungsmaßnahme umfasst ein Jahr Vorschule, neun Jahre Grundbildung und drei Jahre Sekundarbildung.

Diese tiefgreifende Bildungsreform ist als prioritäres Element im Nationalen Langfristigen Entwicklungsplan (RPJPN) für den Zeitraum 2025 bis 2045 verankert und soll mit dem akademischen Jahr 2025/2026 in Kraft treten. Der zentrale Fokus liegt auf der Gewährleistung des Zugangs aller fünf- bis sechsjährigen Kinder zu qualitativ hochwertiger PAUD, um kognitive, soziale und emotionale Grundlagen für den weiteren Bildungsweg zu legen. Dra. Mareta Wahyuni, M.Pd., erläuterte am 12. Dezember 2025 bei einer Veranstaltung der Badan Riset dan Inovasi Nasional (BRIN) in Jakarta, dass die frühkindliche Entwicklung eine unverzichtbare Investition für den zukünftigen Erfolg der Nation darstelle. Vertreter der BRIN ergänzten, dass hierbei insbesondere die Charakterbildung und die Etablierung eines fundierten Denkens im Vordergrund stehen.

Die Notwendigkeit dieser frühen Intervention wird durch empirische Daten gestützt. Eine Untersuchung des Kemendikbudristek aus dem Jahr 2021 belegte, dass 78 Prozent der Kinder, die eine PAUD-Einrichtung besuchten, eine bessere schulische Bereitschaft aufwiesen, verglichen mit nur 45 Prozent der Kinder ohne diese Vorschulerfahrung. Diese Ergebnisse korrespondieren mit Befunden von UNICEF und Bappenas aus dem Jahr 2020, welche feststellten, dass Kinder aus ländlichen Gebieten mit PAUD-Zugang 1,8-mal besser auf die Grundschule vorbereitet waren.

Die geplante Implementierung ab 2025/2026 sieht sich jedoch mit substanziellen logistischen und personellen Herausforderungen konfrontiert. Es besteht ein erheblicher Mangel an geeigneten PAUD-Einrichtungen, wobei Daten von 2025 darauf hindeuten, dass 17.803 Dörfer im Archipel noch keine PAUD-Einrichtungen besitzen. Darüber hinaus existiert eine Diskrepanz in der Qualifikation des Lehrpersonals; laut Daten von 2025 erfüllen etwa 233.000 Lehrkräfte, mehrheitlich in PAUD und Grundschulen, noch nicht den geforderten Mindestabschluss eines Bachelor- oder Diplomstudiums (S1/D4).

Die Regierung verfolgt eine Strategie, die auf den Säulen des Ausbaus der Zugänglichkeit, der Qualitätssteigerung und der Stärkung der Governance basiert, um das Ziel der qualitativ hochwertigen Bildung für alle indonesischen Kinder zu verwirklichen. Diese Bemühungen sind ein zentrales Element der Vision „Indonesia Emas 2045“. Finanzielle Maßnahmen wurden bereits ergriffen: Für den Staatshaushalt 2026 sind 5,1 Billionen Rupiah für PAUD vorgesehen, wie Second Lady Selvi Ananda am 13. November 2025 bekannt gab. Diese Mittel sollen den Zugang, insbesondere in den benachteiligten 3T-Regionen, erweitern, da die Bruttoeinschulungsquote für Fünf- bis Sechsjährige laut BPS-Daten von 2024 lediglich 74,15 Prozent betrug. Die erfolgreiche Umsetzung des 13-jährigen Pflichtsystems hängt maßgeblich von der Bewältigung dieser infrastrukturellen und personellen Defizite ab.

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Quellen

  • detikedu

  • Kemendikdasmen Ungkap Riset Anak PAUD Lebih Siap Masuk SD Dibanding NonPAUD

  • 4 Tantangan Wajib Belajar 13 Tahun: Kurangnya Sekolah-Rendahnya Kualitas Guru

  • Ini Strategi Kemendikdasmen Tentang Wajib Belajar 13 Tahun - RRI

  • Tri Mumpuni Tegaskan Pentingnya Pendidikan Aliran Pemikiran Sejak Usia Dini untuk Bentuk Generasi Berkualitas - Pantau

  • Pemerintah Dorong Wajib Belajar 13 Tahun dan Pemenuhan Kualifikasi Guru PAUD-SD

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