Toyota leitet „Reverse Import“ von US-Modellen Camry, Highlander und Tundra nach Japan ein

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Der japanische Automobilgigant Toyota Motor Corp. gab am Freitag, dem 19. Dezember 2025, bekannt, dass das Unternehmen ab dem Jahr 2026 damit beginnen wird, in den Vereinigten Staaten gefertigte Fahrzeuge auf den heimischen japanischen Markt zu liefern. Diese als „Reverse Import“ bezeichnete Maßnahme betrifft drei spezifische Modelle: den Camry-Sedan, den Highlander-SUV und den Full-Size-Pickup Tundra. Die Produktion dieser Fahrzeuge ist in Kentucky, Indiana und Texas angesiedelt. Toyota begründet diesen Schritt damit, das Produktangebot diversifizieren zu wollen, um den Kundenwünschen besser gerecht zu werden und die bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Japan und den USA zu stärken.

Diese Entscheidung fällt in eine Zeit anhaltender Handelsrhetorik, die eng mit der Regierung von US-Präsident Donald Trump und dessen Wirtschaftspolitik, einschließlich der Einführung von Importzöllen, verbunden ist. Im Juli 2025 einigten sich Washington und Tokio auf ein Rahmenabkommen. Berichten zufolge sieht dieses Abkommen eine Reduzierung der amerikanischen Zölle auf japanische Automobilprodukte auf 15 % vor. Im Gegenzug verpflichtete sich Japan zu Investitionen in die US-Wirtschaft in Höhe von 550 Milliarden US-Dollar. Darüber hinaus stimmte Japan zu, regulatorische Hürden zu beseitigen, insbesondere die Anforderung zusätzlicher Sicherheitstests für importierte amerikanische Fahrzeuge, womit faktisch die US-Standards anerkannt werden.

Historisch gesehen spielten amerikanische Fahrzeuge auf dem japanischen Markt stets eine untergeordnete Rolle. Dies wurde oft auf die größeren Abmessungen und die vorherrschende Linkslenker-Konfiguration zurückgeführt. Von Januar bis Juni 2025 machten Verkäufe amerikanischer Marken in Japan lediglich 7,8 % des gesamten Importvolumens aus, was 9.517 verkauften Einheiten entspricht. Zum Vergleich: Mercedes-Benz setzte im selben Zeitraum 25.015 Fahrzeuge ab. Dennoch verzeichnete die Nachfrage nach amerikanischen Marken insgesamt einen Anstieg von 17,2 % gegenüber dem Vorjahr, was auf das Erscheinen neuer, elektrifizierter Modelle hindeutet.

Branchenanalysten werten Toyotas Vorgehen primär als strategisches Signal zur Deeskalation der aktuellen Handelsspannungen, weniger als eine Initiative, die auf optimistischen Verkaufsprognosen basiert. Toyota-Chairman Akio Toyoda hatte bereits im November 2025 seine Gesprächsbereitschaft mit Washington signalisiert, unter anderem durch seine Teilnahme an einer Veranstaltung mit einer MAGA-Kopfbedeckung. Parallel dazu bekräftigte das Unternehmen seine Zusage, in den nächsten fünf Jahren 10 Milliarden US-Dollar in die amerikanische Produktion zu investieren, und nahm kürzlich ein neues Batteriewerk in North Carolina in Betrieb. Toyota-Präsident Koji Sato hatte zuvor bestätigt, dass das Unternehmen die Einführung von US-Modellen auf dem japanischen Markt prüfe.

Die wirtschaftliche Rentabilität dieses „Reverse Imports“ könnte aufgrund des schwachen Yen-Kurses, der die amerikanischen Modelle auf dem Heimatmarkt verteuert, hinterfragt werden. Dennoch demonstriert dieser Schritt die Kompromissbereitschaft des Unternehmens im Rahmen umfassenderer wirtschaftspolitischer Manöver, zu denen auch Japans Zusage gehört, den Import von amerikanischem Reis um 75 % zu erhöhen. Nach der formellen Bestätigung der Zollsenkungsanordnung verzeichneten die Aktien der Toyota Motor Corp. einen Zuwachs von 3,5 %.

13 Ansichten

Quellen

  • Free Malaysia Today

  • The Japan Times

  • The Economic Times

  • Investing.com

  • Global Newsroom

  • The White House

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