Chinas Handelsüberschuss übersteigt 2025 die Billion US-Dollar – Exportstrategie neu ausgerichtet

Bearbeitet von: Svetlana Velgush

Die Volksrepublik China verzeichnete in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 einen historischen Handelsüberschuss im Warenhandel, der die Marke von 1,08 Billionen US-Dollar überschritten hat. Dieses beachtliche finanzielle Ergebnis, erzielt trotz anhaltender internationaler Handelsspannungen, belegt eine tiefgreifende strukturelle Neuausrichtung der Exportwirtschaft des Landes. Kumuliert stieg der gesamte Handelsüberschuss der Nation in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 um 21,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr und durchbrach damit erstmals die Billionen-Dollar-Schwelle, indem er exakt 1,08 Billionen US-Dollar erreichte.

Ein wesentlicher Pfeiler dieser bemerkenswerten Resilienz ist die starke Performance transnationaler Konzerne (TNKs) mit ausländischem Kapital. Diese Unternehmen trugen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 mit Exporten in Höhe von über 837 Milliarden US-Dollar maßgeblich bei. Gleichzeitig vollzieht sich eine deutliche geografische Verschiebung der Lieferströme. Dies ist eine direkte Konsequenz protektionistischer Maßnahmen, insbesondere der von den Vereinigten Staaten verhängten „Superzölle“, die im April und Mai zeitweise 145 Prozent erreichten. Die Exporte in die USA sind signifikant zurückgegangen: Allein im Mai 2025 sanken sie im Jahresvergleich um 34,5 Prozent auf 28,8 Milliarden US-Dollar. Als Reaktion darauf wurden Exportaktivitäten verstärkt in Richtung Europäische Union, Australien und die Staaten Südostasiens (ASEAN) umgelenkt. Der Warenaustausch mit der EU verzeichnete im Mai 2025 ein Wachstum von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr und belief sich auf 49,5 Milliarden US-Dollar.

Die treibende Kraft hinter dieser strukturellen Optimierung ist die Hinwendung zu Gütern mit höherer Wertschöpfung. Besonders hervorzuheben ist der Sektor der neuen Energiefahrzeuge (NEV), der ein beeindruckendes Wachstum aufweist. Der Export von reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden stieg im Oktober 2025 um 99,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf 256.000 Einheiten. Hochtechnologische Produkte, einschließlich Elektrofahrzeugen, machten in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 einen Handelswert von 5,1 Billionen Yuan aus und verantworteten damit 45,4 Prozent des gesamten Zuwachses im Außenhandel. Darüber hinaus verzeichnete der Export von Batterien für Elektrofahrzeuge in den ersten drei Quartalen 2025 ein Plus von 32,7 Prozent.

Im Kontext der globalen Produktionssysteme gehen die Meinungen der Analysten über die Auswirkungen dieses massiven Überschusses auseinander. Einige Fachleute äußern die Sorge, dass die Umlenkung überschüssiger Produktionskapazitäten auf Märkte außerhalb der USA eine globale Deindustrialisierung in Regionen wie Europa und Lateinamerika auslösen könnte. Demgegenüber argumentieren Handelsexperten, dass dieser Überschuss die grundlegende Struktur der globalisierten Fertigung widerspiegelt, welche zur Senkung der weltweiten Produktionskosten beiträgt und die Preisstabilität fördert. Christine Lagarde, die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, hatte zuvor angemerkt, dass Chinas Überkapazitäten in Europa preisdämpfend wirken könnten.

Die Verflechtung der TNKs in die chinesischen Wertschöpfungsketten bleibt ein zentraler Faktor. Westliche Konzerne, wie beispielsweise Volkswagen, meldeten für den Zeitraum 2024–2025 Rekordgewinne, was die Vorteile der Produktionsbasis in der VR China verdeutlicht. Parallel dazu intensivieren sich die Beziehungen zu Schwellenmärkten: Der Handel Chinas mit den Mitgliedsstaaten der „Belt and Road“-Initiative stieg im Zeitraum Januar bis Oktober 2025 um 5 Prozent im Jahresvergleich. Australien, bestrebt, die Handelsbeziehungen zu normalisieren, schloss im Juli 2025 mehrere Abkommen mit der VR China ab, was die fortschreitende Diversifizierung der Handelspartnerschaften unterstreicht.

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Quellen

  • Clarin

  • Reuters

  • Thailand Business News

  • Financial Post

  • Asia News Network

  • China Daily

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