Mission VA267: Erfolgreicher Start
Erster Flug der Ariane 64 befördert 32 Amazon-Satelliten erfolgreich in den niedrigen Erdorbit
Bearbeitet von: Tetiana Martynovska 17
Die europäische Raumfahrtindustrie hat am 12. Februar 2026 mit dem Erstflug der Trägerrakete Ariane 6 im Rahmen der Mission VA267 einen wesentlichen Meilenstein erreicht. Die leistungsstärkere Konfiguration, bekannt als Ariane 64, startete planmäßig aus dem Raumfahrtzentrum Guayana in Kourou, wobei das Startfenster zwischen 16:45 und 17:13 Uhr GMT lag. Diese Mission beförderte 32 Satelliten für das Amazon Leo-Low-Earth-Orbit-Netzwerk in die Umlaufbahn und markiert den Auftakt einer vertraglich vereinbarten Serie von 18 Starts für Amazons globales Breitbandprojekt.
Arianespace - Ariane 64 - Amazon Leo (LE-01) - ELA-4 - Guiana SC, French Guiana - February 12, 2026
Die gesamte Flugsequenz, von der Zündung bis zur Trennung des letzten Raumfahrzeugs, dauerte exakt 114 Minuten und demonstrierte die robuste Leistungsfähigkeit des neuen Schwerlastträgers. Die Ariane 64-Variante setzt auf die Flüssigtreibstoff-Kernstufe und Oberstufe, ergänzt durch vier P120C-Feststoffbooster. Diese Konfiguration steigert die Nutzlastkapazität für den Transport in den niedrigen Erdorbit (LEO) auf etwa 21,6 Tonnen, was mehr als eine Verdoppelung der 10,3 Tonnen der Zwei-Booster-Version Ariane 62 darstellt. Für diesen Einsatz wurde die Variante mit der 20 Meter hohen Nutzlastverkleidung von 5,4 Metern Durchmesser genutzt, was die Gesamthöhe der Rakete auf der Startrampe auf rund 62 Meter brachte.
Mission VA267: Erleben Sie den Start der Mission VA267
Die erfolgreiche Demonstration der vier Booster im Verbund ist ein fundamentaler Schritt zur Sicherstellung eines wettbewerbsfähigen europäischen Schwerlastzugangs zum Weltraum. An der komplexen Operation waren mehrere Schlüsselakteure beteiligt: Amazon als Hauptkunde, die Europäische Weltraumorganisation (ESA) als Entwicklungsmanagerin und die französische Raumfahrtagentur CNES, welche die Bodenoperationen in Kourou überwachte. Die kommerzielle Abwicklung und Bereitstellung der Startdienste oblag Arianespace, während ArianeGroup als Hauptauftragnehmer für die Entwicklung der Rakete fungierte. Diese Verzahnung von ESA und Industrie unterstreicht die strategische Bedeutung der Ariane 6 für die europäische Souveränität im Weltraumzugang.
Die logistische Vorbereitung für diesen ersten Ariane 64-Flug war signifikant, wobei unter anderem das Segelschiff Canopée zur Anlieferung der Oberstufe nach Französisch-Guayana beitrug. Die Amazon Leo-Konstellation, die aus dem im November 2025 umbenannten Projekt Kuiper hervorging, konkurriert mit Diensten wie SpaceX's Starlink und zielt auf schnellen Internetzugang ab. Amazon ist von der FCC autorisiert, 3.236 Satelliten in LEO zu betreiben und muss die Hälfte der Flotte bis zum 30. Juli 2026 in Betrieb nehmen, um regulatorische Fristen einzuhalten. Die erfolgreiche Integration von 32 Einheiten in diesem einzelnen Start stellt somit einen kritischen Fortschritt zur Einhaltung dieser Vorgaben dar. Die Satelliten operieren in Höhen zwischen 590 km und 630 km und nutzen optische Inter-Satelliten-Links (OISL).
Dieser erfolgreiche Einsatz signalisiert die Kontinuität der technologischen Weiterentwicklung im europäischen Trägersystem. Zukünftig ist geplant, die P120C-Booster durch die leistungsstärkeren P160C-Motoren zu ersetzen, welche die ESA bereits im Dezember 2025 qualifiziert hat, um die Leistung der Ariane 6 um weitere zehn Prozent zu steigern. Mit der Kapazität, 21.600 kg in den LEO zu befördern, etabliert die Ariane 64 Europa fest in der Liga der Anbieter für schwere kommerzielle Konstellationsmissionen und sichert die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Startmarkt.
Quellen
SpaceDaily
Xinhua
Arianespace
European Spaceflight
SPACE & DEFENSE
Centre Spatial Guyanais - CNES
