Ferrari arbeitet mit der NASA an der Entwicklung des Luce-Elektroautos. (Foto: Ferrari)
Ferrari kalibriert Beschleunigung des Elektro-Flaggschiffs Luce mit NASA-Experten
Bearbeitet von: Tetiana Pin
Der Sportwagenhersteller Ferrari aus Maranello verfolgt bei der Entwicklung seines ersten vollelektrischen Serienfahrzeugs, dem Ferrari Luce, einen spezialisierten Ansatz. Um die charakteristische Fahrdynamik der Marke in die Elektromobilität zu übertragen, kooperiert das Unternehmen mit Spezialisten der NASA. Ziel dieser Zusammenarbeit ist die präzise Abstimmung des Beschleunigungsprofils auf die menschliche Wahrnehmung, um die extremen G-Kräfte des elektrischen Antriebs so zu modulieren, dass sie als berauschend und nicht als physisch unangenehm empfunden werden, wie CEO Benedetto Vigna darlegte.
Die Notwendigkeit dieser Abstimmung ergibt sich aus der linearen Kraftentfaltung von Hochleistungs-EVs, die laut Vigna ein Gefühl vermitteln kann, das sich „falsch“ anfühlt. Die NASA-Wissenschaftler, die Erfahrung in der Untersuchung menschlicher Reaktionen auf Überlastungen in der Raumfahrt und Luftfahrt besitzen, unterstützen Ferrari dabei, die exakte Schwelle zwischen dem reizvollen und dem unangenehmen Fahrerlebnis zu definieren. Diese Philosophie der „humanisierten Technologie“ ist zentral für Ferraris Übergang, bei dem die Performance primär durch das subjektive Fahrerlebnis definiert werden soll.
Der Ferrari Luce, dessen Name „Licht“ bedeutet, ist als viertürige, viersitzige Luxuslimousine konzipiert, was den Anspruch auf Langstreckentauglichkeit und Komfort im Grand-Touring-Segment unterstreicht. Technisch setzt das Fahrzeug auf einen selbst entwickelten Allradantrieb mit vier unabhängigen Elektromotoren, die eine Gesamtleistung von über 1.000 metrischen PS im Boost-Modus erreichen sollen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h wird mit rund 2,5 Sekunden angegeben, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 310 km/h. Ein wesentliches Merkmal ist die erstmalige Verwendung einer Rotor-Konfiguration in Halbach-Array-Anordnung, inspiriert von der Formel 1, zur Maximierung der Drehmomentdichte und Gewichtsreduktion.
Die Energieversorgung des Luce erfolgt über ein 122 kWh NMC-Batteriepaket von SK On, das eine WLTP-Reichweite von über 330 Meilen, entsprechend etwa 531 Kilometern, ermöglichen soll. Über die Längsbeschleunigung hinaus verfeinert Ferrari weitere Schlüsselaspekte des Fahrerlebnisses, darunter laterale Beschleunigung und Bremsverhalten. Die Schaltwippen simulieren dabei die Drehmomentverteilung, um das Gefühl eines traditionellen Getriebes nachzuahmen. Das Interieurdesign kombiniert moderne Touchscreen-Elemente mit klassischen, physischen Bedienelementen, was die Betonung der Haptik unterstreicht. Die Beteiligung des Kreativteams LoveFrom unter der Leitung von Jony Ive signalisiert den hohen Stellenwert des industriellen Designs.
Die strategische Ausrichtung unter CEO Vigna, die auf Individualisierung statt auf reine Verkaufsrekorde setzt, untermauert die Philosophie des Luce-Projekts. Das Chassis des Fahrzeugs besteht zu 75 Prozent aus recyceltem Aluminium, was Ferraris Bekenntnis zur Nachhaltigkeit demonstriert. Die geplante offizielle Enthüllung des Exterieurs ist für Mai 2026 angesetzt, die Auslieferung des Ferrari Luce für Ende 2026.
Quellen
VOI - Waktunya Merevolusi Pemberitaan
ANTARA News
westjavatoday.com
BeritaSatu.com
Forbes
CarBuzz

